Medien
Wer reinkommt, ist drin. Turi-Surfen als Trendsport
Mittwoch, den 18. August 2010 um 12:36 Uhr
(epd) Zu den Lieblingsbeschäftigungen in der selbstreferenziellen Welt der Medienjournalisten gehört seit einiger Zeit das sogenannte Turi-Surfen. Das Blog "turi2.de", das kein normaler Internetnutzer jemals aufruft, ist eine kommentierte Linksammlung, die auf Artikel zu Medienthemen verweist. Netzwelt, Digitales und Werbung stehen im Vordergrund; auch englischsprachige Onlinemedien werden verlinkt. Eine Aktualisierung gibt es in der Regel zwei Mal pro Tag.
Mit diesem eher schlichten Ansatz, gelegentlich bereichert durch Interview-Videos, hat es Turi geschafft, in einer kleinen Nische zum Kult zu werden. Die von Natur aus eitlen Medienjournalisten schauen auf der Seite nach, ob ihre eigenen Artikel schon verlinkt worden sind, was dann als Auszeichnung verstanden wird. Auch Chefredakteure nutzen Turi gern: Sie können auf diese Weise kontrollieren, ob ihre Medienjournalisten alle Themen abgearbeitet haben, die auf der Agenda ganz oben stehen. Allerdings tauchen bei Turi auch altbekannte Fakten und Stellungnahmen immer wieder als brandheiße Ware auf - schließlich ist die journalistische Amnesie nirgendwo größer als bei Medienthemen.
Den Artikel von Michael Ridder aus "epd medien" vom 18. August hier online weiterlesen.

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