Personalien

Elisabeth Kohl: Ein PR-Licht ist erloschen

Mit Nachrufen von Kohl-PR, DPRG, Beate Sohl, GPRA + Jürg Leipziger (DAPR).

Foto: Elisabeth Kohl

Dies ist ein (bewusst) persönlich geprägtes "Erinnerungsschreiben": Wir haben es zwar alle befürchtet - trotzdem kam die Nachricht am Wochenende wie ein Keulenschlag: Elisabeth Kohl ist viel zu früh gestorben. Sie erlag nach langem Kampf am 20. Mai  53-jährig in Bonn einem heimtückischen Krebsleiden. Ich persönlich bin zutiefst erschüttert und unendlich traurig, denn wir waren nicht nur beruflich viele Jahre befreundet. Mein Mitgefühl gilt ihrem lieben Mann Jürgen Tuchel, dem langjährigen Korrespondenten der "Nürnberger Nachrichten" in Bonn und Berlin.

Sie liebte auch Ihren Beruf - sie hat ihn bei Volker Stoltz'  Kommunikation in Bonn gelernt und dann 1984 ihre eigene Agentur Kohl PR & Partner Unternehmensberatung für Kommunikation (GPRA) in Bonn und (seit 1998) in Berlin aufgebaut und geleitet. Und sie hat sich in und für die Branche engagiert: in der Heidelberger Initiative Kommunikation, im Präsidium des Kommunikationsverbandes, für die Deutschen Kommunikationstage in Berlin, in der DAPR Deutsche Akademie für Public Relations und zuletzt als Präsidentin der GPRA Gesellschaft Public Relations Agenturen. Dieses Amt hatte sie am 29. April in Berlin an ihren Nachfolger Dietrich Schulze van Loon übergeben. Für diesen Termin und die tags zuvor stattgefundene Verleihung der PR-Report-Awards hat sie sich von der Krankenhausbehandlung "beurlauben“ lassen. So war sie eben – ich finde es prima, dass ihr diese zwei Tage noch "gegönnt“ wurden und wir alle mit ihr plauschen konnten.

Elisabeth war immer ehrlich, fair, solidarisch, gewinnend, ausgleichend - aber auch durchsetzungsstark und unangenehm, wenn sie von einer Sache überzeugt war. Sie hatte keine "Feinde" und hat geholfen und geführt -  sie war das PR-Licht, das den richtigen Weg gewiesen hat. Als Winzerstochter von der Mosel hat sie gerne gelebt und tolle Kommunikationsfeste im Bonner Jagdweg gefeiert. Feste wird es andere und woanders geben – aber das verloschene Licht Elisabeth Kohl ist nicht zu ersetzen. Sie wird mir und uns allen fehlen. Ihr Vorbild muss nun Leitbild sein, die begonnenen Arbeiten fortzuführen und auch gut zu beenden – z.B. die Neuordnung der PR-Prüfung für unsere gesamte Branche.

Ich konnte mit ihr im April für das neue PR-Portal das letzte veröffentlichte Interview führen. Im Nachhinein klingen einige Aussagen wie ein Testament. Der damaligen Überschrift ist nichts hinzuzufügen, denn das war sie – unsere Elisabeth Kohl: "Engagement lohnt sich!“

Gerhard A. Pfeffer, Herausgeber + Chefredakteur
Siegburg, den 23. Mai 2005

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Todesanzeige der Agentur vom 24. Mai:

Traurig nehmen wir Abschied von unserer Geschäftsführenden Gesellschafterin

Elisabeth Kohl

die am 20. Mai nach schwerer Krankheit gestorben ist.

Wir verlieren mit Elisabeth Kohl eine Partnerin und Freundin, die mit Ihrer Menschlichkeit und Herzensgüte auch im Berufsalltag Maßstäbe gesetzt hat. Sie wird uns darin Vorbild bleiben. Unsere Gedanken sind jetzt bei ihrer Familie.

Kohl PR & Partner
Geschäftsleitung und Mitarbeiter
Adenauerallee 18 – 22, 53113 Bonn

Die Trauerfeier findet statt am Freitag, 27. Mai 2005 um 14.30 Uhr in der St. Remigius-Kirche, Robert-Schumann-Str. 41, 54536 Kröv an der Mosel.

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Kondolenzschreiben der DPRG Deutsche Public Relations Gesellschaft, Bonn an den Ehemann von Elisabeth Kohl, Dr. Jürgen Tuchel, Bonn:

Bonn, 23. Mai 2005

Sehr geehrter Herr Dr. Tuchel,

mit großer Betroffenheit habe ich vom Tod Ihrer Ehefrau Elisabeth Kohl erfahren. Ich möchte Ihnen im Namen des Vorstandes mein herzliches Beileid und meine Anteilnahme aussprechen. Ich habe Elisabeth Kohl in der Zeit als GPRA-Präsidentin schätzen gelernt, die sich stets klar und eindeutig und zugleich in freundschaftlicher Offenheit für die gemeinsamen strategischen Weichenstellungen zur Neuordnung der Ausbildung und Weiterqualifizierung in unserem PR-Berufsstand eingesetzt hat. Es ist für mich ein großes Glück, dass wir mit ihr, sowohl in unserem Hauptausschuss als auch dann im GPRA-Präsidium, die uneingeschränkte Zustimmung zu dieser Initiative erleben konnten.  

Die Möglichkeit mit ihr Dinge nach vorne zu bewegen, erfüllte mich mit tiefer Dankbarkeit. Wir werden auch in ehrendem Andenken an sie das gemeinsam Begonnene in diesem Sinne fortführen.

Mit stillem Gruß

Ihr Jürgen Pitzer - Präsident

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Foto: Beate Sohl

Abschiedsbrief von Beate Sohl, Geschäftsführerin und Pädagogische Leiterin der DAPR Deutsche Akademie für Public Relations, Wiesbaden

Adieu, liebe Elisabeth Kohl!

Eine neue, arbeitsreiche Woche hat gerade begonnen. Am späten Vormittag erfahre ich es unvermittelt am Telefon: Elisabeth Kohl ist vor wenigen Tagen gestorben. – Ich halte nicht nur inne, ich halte es kaum aus: diese Mischung aus Fassungslosigkeit, Leere, Schmerz und Ungläubigkeit ergreift in Sekundenschnelle Besitz von mir.

Ich weine um den Verlust einer besonders liebenswerten Kollegin, die ich seit 15 Jahren kannte, beruflich respektierte, menschlich schätzte, persönlich ins Herz geschlossen hatte – und ich schäme mich nicht für diese Tränen.

Du hast Dich, liebe Elisabeth, engagiert für die DAPR eingesetzt – und das nicht nur mit Worten. Du hast Taten folgen lassen. Deine ganz persönliche Mischung aus klarem Durchsetzungsvermögen und diplomatischem Geschick hat immer wieder die unterschiedlichsten Charaktere an einen Tisch gebracht. Du hast die gewünschten Ziele dabei nie aus den Augen verloren und warst bereit, auch Umwege dafür in Kauf zu nehmen. Das war für Dich in letzter Konsequenz keine Zeitverschwendung, sondern gewonnene Zeit, um mit weiteren Menschen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam getragene Lösungen zu finden. Auch das war es, was Deine Größe mit ausgemacht hat.

Liebe Elisabeth, Du hast mich konsequent gleichermaßen gefordert und gefördert. Du gehörtest zu den Menschen, von denen ich gerne gelernt habe. Dafür danke ich Dir über Deinen viel zu frühen Tod hinaus. Das werde ich Dir nie vergessen.

Ich wünsche mir, dass ich – sobald sich der erste Verabschiedungsschmerz gelegt hat – irgendwann in naher Zukunft wieder lächeln kann, wenn ich mich an unsere wertvollen Begegnungen gerade in den letzten zwei Jahren erinnere. So würdest Du es bestimmt gerne haben wollen. So versuche ich es.

Du hattest immer eine besondere Art der telefonischen Begrüßung für mich. Deine Einstiegsworte waren stets: "Hallo, liebe Beate Sohl.“ – Das fand ich reizend und sehr persönlich und so verabschiede ich mich auch heute von Dir:
"Hallo, liebe Elisabeth Kohl. Einen letzten lieben Gruß sende ich Dir von Herzen!“

Beate Sohl

Wiesbaden, 23. Mai 2005

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Nachruf der GPRA Gesellschaft Public Relations Agenturen, Frankfurt am Main

Elisabeth Kohl ist tot. Sie starb nach schwerer Krankheit am 20. Mai 2005 im Alter von 53 Jahren.

Zunächst bei Kommunikation Volker Stoltz, seit 1984 mit der von ihr gegründeten Agentur Kohl PR & Partner hat sie sich über zwei Jahrzehnte für die PR-Branche engagiert. Seit 1992 war Elisabeth Kohl mit ihrer Agentur Mitglied in der Gesellschaft Public Relations Agenturen. Als deren Präsidentin hat sie bis April dieses Jahres die Geschicke unseres Verbandes gelenkt und mit ihrer offenen und menschlichen Art das Bild der GPRA entscheidend geprägt. Dank ihrer außergewöhnlichen Integrationskraft wurde sie von den Kollegen hoch geschätzt, stand bei ihr das Wohl des Verbandes stets über den eigenen Interessen.

Die Stärke, mit der sie sich trotz Krankheit bis zuletzt in den Dienst der GPRA und der PR-Branche gestellt hat, brachte ihr unseren größten Respekt ein. Wir verlieren mit Elisabeth Kohl einen großartigen Menschen. Wir werden die Begegnung und den Austausch mit ihr sehr vermissen. Unsere Anteilnahme gilt ihrem Ehemann und ihrer Familie.

Das Präsidium der GPRA e. V.

Dieter Schulze van Loon, Andreas Severin, Christina Marx, Michael Schröder, Axel Wallrabenstein
GPRA e. V., Wöhlerstraße 3-5, 60323 Frankfurt am Main
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Foto: Leipziger

Ein letzter Gruß von Jürg W. Leipziger, Frankfurt am Main, Präsident der DAPR Deutsche Akademie für Public Relations

Liebe Elisabeth,

ich bin sicher, auch im Himmel werden Briefe zugestellt. Deshalb schreibe ich Dir schweren Herzens ein letztes Mal. Als ich die Nachricht von Deinem plötzlichen Tode hörte, war ich zutiefst betroffen. Mir war, als hätte man mir die Beine weggehauen. Der Schmerz war so überwältigend, dass es mir einige Zeit schwer fiel, Dir die heutigen Zeilen zu schreiben. Es ist eigentlich unfassbar, dass ein so lieber, wertvoller Mensch wie Du nun nicht mehr für uns da sein kann - und wir auch nicht mehr für ihn. Der liebe Gott wird meine Wünsche und die der vielen anderen Freunde und Kollegen beherzigen und Dir sicher einen würdigen Platz zuweisen.

Jetzt verstehe ich auch, warum Du bei unserer letzten DAPR-Gesellschafterversammlung am 19. April unter Tränen auf das angebotene Amt einer Vizepräsidentin verzichtet hast. Du wärst eine prima Nachfolgerin geworden und hättest für die PR und vor allem für den Nachwuchs unseres so lebendigen und interessanten Berufsfeldes noch viele wichtigen Akzente setzen können. Nun müssen wir ohne Dich auskommen. Aber wir werden - und müssen - in Deinem Geiste weiter arbeiten. Das habe ich schon in unserer Zusammenarbeit in der GPRA von Dir gelernt.

Ich habe selten eine Kollegin getroffen, bei der allein die Anwesenheit positiv gewirkt hat. Noch mehr aber werden Deine Taten weiter wirken. Dies ist mein Versprechen an Dich. Wenn Du jetzt da oben zusammen mit dem ebenfalls zu früh verstorbenen Hans Eisele auf Wolke sieben sitzt, könntet Ihr ja schon mal zusammen eine PR-Strategie für den Himmel entwerfen. Und sendet uns dann ein paar gute Gedanken, denn wir müssen hier auf Erden ja noch einiges erledigen.

Liebe Elisabeth, die Welt ist ärmer ohne Dich. Wir aber sind froh, dass Du hier warst und wir mit Dir zusammen Öffentlichkeitsarbeit machen konnten.

Dein Jürg

Leipzig, den 25. Mai 2005

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