Pfeffer & Salz & Senf (Kolumne)
Controller, die Kommunikation und die anständige Art
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 22. März 2008 um 23:00 Uhr Mittwoch, den 05. März 2008 um 19:02 Uhr
Auseinandergetrieben von Controllern, die mit Formeln belegen, dass Ethik sich nicht rechnet, auch Kundenbindung und Service nicht, steht Nachhaltiges auf der konzeptionellen PR-Agenda und gleichzeitig alltäglich im Abseits. Diese Controller rechnen ihren Firmen mathematisch überzeugend vor, dass Kommunikation, Kundenpflege, Service, Nachhaltigkeit und CSR die Rendite ruinieren – kostet derlei doch alles kurzfristig belegbar mehr, und zugleich schmälert weniger Umsatz den Ertrag pro Tag. Empirische Untersuchungen haben das bestätigt. Was also zählt, das ist der auf schnellen Reibach gemünzte Deal.
Was kümmert den coolen Rechner die spätere Rendite seiner Company, wenn er dann schon längst woanders angeheuert hat: Controller kontrollieren Tageswerte, Monatszahlen, Quartalsergebnisse, und wenn es sich nicht umgehen lässt, sagen sie dem Leiter der Unternehmenskommunikation, wie wenig sein Einkauf von Entbehrlichem denn kosten darf. Wie meinte einst der Industriepionier Robert Bosch: "Eine anständige Art der Geschäftsführung ist auf Dauer das Einträglichste." Das ist lange her, und schon rühren sich – zumindest in den USA – erste Reaktionäre, die dem vorschnellen Denken in Tageszinsen, Monatsabschlüssen und Quartalsberichten den Kampf ansagen.
PS.: Im Politischen hat sich nun Becks SPD "von A bis Z" umfassend unglaubwürdig und bis auf Widerruf wohl für weite Kreise unwählbar gemacht. Denn wer bei künftigen Wahlen SPD ankreuzt, der hebt wahrscheinlich auch Kommunisten in Ämter und Würden. Apropos "von A bis Z": In der Wirtschaft mag das gelten, in der Politik wäre "Von B bis Y" korrekt. Aber wer oder was ist schon korrekt?
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Kommunikationsberater, Andernach

geschrieben von Hans P. , März 11, 2008
geschrieben von Gregor R.Schürmann , März 11, 2008
Was (noch) fehlt, sind Instrumente und Methoden, imaginäre Werte zu messen. Erst seit einigen Jahren versucht man z.B. den Wert einer Marke zu bestimmen und merkt, bei allen Fragezeichen hinter den Ergebnissen: Es geht.
Bei fast allen bisherigen Auftraggebern mußte ich nicht nur den Mehrwert beziffern, den "PR" schafft, sondern auch den einer Unternehmenspolitik, die sich an Offenheit, an Kunden, Mitarbeitern und Umwelt orientiert. Da wo dieses Verständnis nicht gegeben ist, läuft eine professionelle Kommunikation ins Leere.
Oft muß erst der Finanzvorstand von der Nachhaltigkeit all dieser "Soft-Facts" überzeugt werden - dies gelingt nicht immer. Aber wenn es um so zentrale und überlebenswichtige Fragen geht wie "Sympathie" und "Akzeptanz", vernaschen gute Unternehmer ihren Controller zum Frühstück.
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