Pfeffer & Salz & Senf (Kolumne)

Controller, die Kommunikation und die anständige Art

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scheben-lachendAuseinandergetrieben von Controllern, die mit Formeln belegen, dass Ethik sich nicht rechnet, auch Kundenbindung und Service nicht, steht Nachhaltiges auf der konzeptionellen PR-Agenda und gleichzeitig alltäglich im Abseits. Diese Controller rechnen ihren Firmen mathematisch überzeugend vor, dass Kommunikation, Kundenpflege, Service, Nachhaltigkeit und CSR die Rendite ruinieren – kostet derlei doch alles kurzfristig belegbar mehr, und zugleich schmälert weniger Umsatz den Ertrag pro Tag. Empirische Untersuchungen haben das bestätigt.  Was also zählt, das ist der auf schnellen Reibach gemünzte Deal.

Was kümmert den coolen Rechner die  spätere Rendite seiner Company, wenn er dann schon längst woanders angeheuert hat: Controller kontrollieren Tageswerte, Monatszahlen, Quartalsergebnisse, und wenn es sich nicht umgehen lässt, sagen sie dem Leiter der Unternehmenskommunikation, wie wenig sein Einkauf von Entbehrlichem denn kosten darf. Wie meinte einst der Industriepionier Robert Bosch: "Eine anständige Art der Geschäftsführung ist auf Dauer das Einträglichste." Das ist lange her, und schon rühren sich – zumindest in den USA – erste Reaktionäre, die dem vorschnellen Denken in Tageszinsen, Monatsabschlüssen und Quartalsberichten den Kampf ansagen.

PS.: Im Politischen hat sich nun Becks SPD "von A bis Z" umfassend unglaubwürdig und bis auf Widerruf wohl für weite Kreise unwählbar gemacht. Denn wer bei künftigen Wahlen SPD ankreuzt, der hebt wahrscheinlich auch Kommunisten in Ämter und Würden. Apropos "von A bis Z": In der Wirtschaft mag das gelten, in der Politik wäre "Von B bis Y" korrekt. Aber wer oder was ist schon korrekt?

Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Kommunikationsberater, Andernach

Kommentare (2)Add Comment
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geschrieben von Hans P. , März 11, 2008
So intelligent, sympathisch und anregend ich Hern Schebens Kommentare in der Regel finde: Im "PS" sitzt er leider dem derzeit vorherrschenden Angstreflex auf. Zum einen erinnert die Abwehrwand gegen die "Linke" sehr an exakt die gleich Art, einstmal die Grünen aus dem politischen Spiel ausgrenzen zu wollen. Zum anderen muss man schon fragen: Ist "Die Linke" eine strukturell demokratiegefährdende Partei? Falls ja - und dafür wären dann Beleg anzuführen -, ist die Blockadehaltung der "Etablierten" gut und richtig. Falls nein - und ein Blick auf die konkrete Politik der "Linken" dort, wo sie Gestaltungsmacht erhielt, scheint mir eher dies zu belegen -, dann ist es wenig demokratisch, eine von vielen Bürgern gewählte politische Kraft ganz einfach auf dem "kalten" Wege auszugrenzen. Kommunistisch oder nicht, das ist nicht die Frage. Demokratisch und dem Grundgesetz treu? Das ist die Frage. Und da kann man doch eigentlich bei "der Linken" in summa keine gefährlicheren Tendenzen feststellen als bei allen anderen Parteien. Und die SPD nicht zu wählen, um die Linke aus dem Spiel zu halten, scheint mir dann eine erst recht eine abwegige Überlegung. Nicht, dass irgendwer unbedingt die ehemals sozialdemokratische Partei wählen muss - aber sie mit dieser Begründung auch auszugrenzen, zeugt von einer irrationalen Phobie. Ist sowas der Demokratie zuträglich? Wer kommt als nächstes? Die CDU, weil die in einer großen Koalition der SPD an die Macht und damit in Profilierungsposition (nicht, dass sie diese zu nützen verstünde) für die nächste Wahl und potentielle Koalition mit "Der Linken" verhilft?
Ethik schafft Mehrwert
geschrieben von Gregor R.Schürmann , März 11, 2008
Ethik, Kundenbindung und Service schaffen durchaus Mehrwert - mal dienen sie der Markenpflege, mal sorgen sie für Wettbewerbsvorteile oder Marktanteile; bei börsennotierten Unternehmen schafft "Sympathie" sogar direkt Kapital: Schon morgen mittag. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Was (noch) fehlt, sind Instrumente und Methoden, imaginäre Werte zu messen. Erst seit einigen Jahren versucht man z.B. den Wert einer Marke zu bestimmen und merkt, bei allen Fragezeichen hinter den Ergebnissen: Es geht.

Bei fast allen bisherigen Auftraggebern mußte ich nicht nur den Mehrwert beziffern, den "PR" schafft, sondern auch den einer Unternehmenspolitik, die sich an Offenheit, an Kunden, Mitarbeitern und Umwelt orientiert. Da wo dieses Verständnis nicht gegeben ist, läuft eine professionelle Kommunikation ins Leere.

Oft muß erst der Finanzvorstand von der Nachhaltigkeit all dieser "Soft-Facts" überzeugt werden - dies gelingt nicht immer. Aber wenn es um so zentrale und überlebenswichtige Fragen geht wie "Sympathie" und "Akzeptanz", vernaschen gute Unternehmer ihren Controller zum Frühstück.

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12. Februar 2012 - 21:29

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