Pfeffer & Salz & Senf (Kolumne)
„Kampagne“ als Unwort des Jahres
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 29. März 2010 um 16:38 Uhr Mittwoch, den 17. März 2010 um 23:48 Uhr
Was einst einen militärischen Feldzug beschrieb, in Köln und Mainz und anderen (Möchtegern-)Hochburgen des Karnevals alljährlich den Frohsinn organisiert, verkommt in diesen Wochen zum Schimpfwort: Das Subjekt „Kampagne“.
Bundesaußenseiterminister Guido W. sieht sich als Opfer einer Kampagne, die Kirche und der „Heilige Vater“ mit seinen Betbrüdern und Betschwestern desgleichen. Zwanziger entkam der angeblichen, Schiedsrichter stecken noch drin, Pechstein glaubt sich ihr eventuell gerade entkommen. Und welchen Wortes bedienen sich PR-Strategen bei ihrem Versuch, Überlegungen zu systematischer Überzeugungsarbeit eine Überschrift zu geben. Na, Sie wissen schon...
Wenn die Branche es schon nicht schafft, den "PR-Gag" aus der Welt zu schaffen - eigentlich eine krasse Nichtleistung der PR-Szene - dann wird sie auch die Umdeutung von "Kampagne" nicht bewältigen. Wie also nennen wir unsere seriöse Arbeit künftig? Um Ideenreichtum wird gebeten, das Kommentarfeld bietet Platz für Ihren Vorschlag! Nur zu!
Mathias Scheben, Kommunikationsberater, Rengsdorf www.scheben-kom.de

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