Rezensionen + Buch-Tipps

Pleil: Online-PR im Web 2.0

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Pleil, Thomas (Hg.) (2007): Online-PR im Web 2.0: Fallbeispiele aus Wirtschaft und Politik. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH. 236 Seiten. ISBN: 978-3-86764-003-9.
Eine Rezension von Katja Bickelhaupt, Frankfurt am Main, PR-Beraterin (DPRG)

Das von Professor Pleil herausgegebene Fachbuch basiert auf Ergebnissen des Forschungsprojektes „Online-PR und Social Software“ an der Hochschule Darmstadt. Bei den 15 Fallbeispielen wurden Nicht-PR-Unternehmen und die Bundeskanzlerin analysiert.
Im Zeitalter des Web 2.0 gilt es die Aufmerksamkeit der Rezipienten zu gewinnen, die von Infor-mationen überflutet werden. Die Journalisten als Gatekeeper haben ausgedient. Es geht um einen tiefgreifenden Wandel von Gesellschaft und öffentlicher Kommunikation, der nicht als vorüberge-hender Hype abgetan werden kann.

Zivilgesellschaftliche Blogs und Podcasts, die beispielsweise von Non Profit Organisationen betrieben werden, ergänzen mit ihrem meinungsbildenden Charakter den Journalismus in der Herstellung politischer Öffentlichkeit.

Die Entwicklung der PR im Internet verdeutlicht Pleil durch die Segmentierung in drei Typen von Online-PR. Die digitalisierte PR stellt Informationen bereit und ergänzt die Kommunikation der Offline-Welt. Die Internet PR geht über die reine Informationsfunktion hinaus und strebt Überzeugung im Dialog an. Die Cluetrain PR agiert dialog- und netzwerkorientiert. Sie betrachtet die Nutzer als Kommunikationspartner.

Die Internet-Präsenz betreffend sind Größe oder Internationalität eines Unternehmens nicht mehr alleine ausschlaggebend. Auch ein kleines Unternehmen, wie die Saftkelterei Walther, kann durch einen raffinierten Weblog einen hohen Bekanntheitsgrad erzielen. Der von Frosta gut geführte Business-Weblog erhöhte mit offener Kommunikation Bekanntheitsgrad und Glaubwürdigkeit des Unternehmens.

Das Beispiel BMW zeigt, wie Unternehmen sich langsam an die Kommunikationsmöglichkeiten des Web 2.0 herantasten und zu der Erkenntnis kommen, die einzelnen Maßnahmen dauerhaft in ihre Unternehmenskommunikation zu integrieren. Eine Diskussionsrunde von BMW mit Bloggern verdeutlichte, dass diese wie Journalisten behandelt werden müssen, da sie eine große Zahl von Lesern erreichen.

Abgesehen von kleineren Schwächen liest sich das Buch sehr gut und gibt einen breiten Überblick über das Web 2.0 und seine vielfältigen Möglichkeiten. Es wird deutlich, dass kein Unternehmen sich diesem Thema verschließen kann. Die vielseitigen und detaillierten Fallbeispiele sind sehr hilfreich und lesen sich gut.

Unternehmen, die noch wenig Erfahrung mit Web 2.0 haben, profitieren von dem Buch, echte Profis können nicht mehr sehr viel dazu lernen.

Ein Glossar mit Erläuterung von Abkürzungen und Fachbegriffen für jene, die noch nicht in der Welt des Web 2.0 angekommen sind, wäre schön gewesen, ebenfalls ein Stichwortverzeichnis.

Eine vergleichende Auswertung der Fallbeispiele am Ende hätte das Thema abgerundet. Auch die Zielgruppenanalyse hätte etwas deutlicher herausgearbeitet werden können.

Ein ähnlicher Aufbau der anschaulichen Fallbeispiele hat die Orientierung erleichtert. Die Beispiele machen die Gedankengänge bei der Implementierung genauso deutlich wie die Erfahrungen, die die Unternehmen mit ihrer neuen Art der Kommunikation gemacht haben. Hierbei werden auch Probleme unterschiedlicher Natur nicht verschwiegen. Nicht jedes Beispiel lässt sich auf alle an-deren Unternehmen übertragen, und der Einsatz der einzelnen Web 2.0-Instrumente muss jeweils sorgfältig getestet werden.

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05. Februar 2012 - 14:31

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