Rezensionen + Buch-Tipps

Holzinger, Wolff: Im Namen der Öffentlichkeit

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Holzinger, Stefan und Uwe Wolff: Im Namen der Öffentlichkeit. Litigation-PR als strategisches Instrument bei juristischen Auseinandersetzungen. Wiesbaden: GWF Fachverlage, Wiesbaden (2008). 272 Seiten. Preis: 44,90 Euro. ISBN: 978-3-8349-0839-1
Eine Rezension von Alfred Autischer, Trimedia, Wien (zur Verfügung gestellt von PR Plus, Heidelberg)

„Im Namen der Öffentlichkeit" ist erstaunlicher Weise das erste deutschsprachige Werk über Litigation-PR. Wer sich bislang mit diesem Thema beschäftigen wollte, war auf amerikanische Fachliteratur oder einzelne Fachartikel angewiesen. Nun gibt es auch ein deutsches Standardwerk dazu. „Im Namen der Öffentlichkeit" eröffnet dem Leser die in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch weitgehend unbekannte Disziplin mit großer Leichtigkeit und erfreulicher Frische. Wer wissen will, ob, wann und wie Kommunikation als strategisches Instrument bei juristischen Auseinandersetzungen sinnvoll eingesetzt werden kann, ist hier richtig.

Das Buch ist ein Einführungswerk im besten Sinn des Wortes. Eine Einführung in die Litigation PR mit Begriffsdefinitionen, einer scharfen Abgrenzung zur Krisenkommunikation, einem historischen Überblick, einem Ausblick auf Entwicklung und zunehmende Bedeutung der Litigation PR für Medien und Justiz, einer guten Übersicht über die Einsatzgebiete der Litigation sowie mit vielen praktischen Tipps zur Zusammenarbeit von Anwälten und Litigation PR Spezialisten.

Die Autoren sind langjährige Litigation PR Profis, die mit unzähligen Case Studies und gut geführten Experten-Interviews das etwas trockene Thema aufpeppen. Stephan Holzinger studierte Recht, Wirtschaft und Politik und war bereits in namhaften Unternehmen tätig. Im Gegensatz dazu blickt Uwe Wolff auf eine lange journalistische Laufbahn zurück und hat sich heute auf Litigation PR spezialisiert. Die beiden ergeben ein ideales Duo, da sie das Thema von verschiedenen Perspektiven beleuchten.

Ihre bisherigen Erfahrungen erlauben es den Autoren, die in den USA und Großbritannien groß gewordene neue PR-Disziplin mühelos auf den deutschsprachigen Raum und seine Besonderheiten umzulegen. Erfrischend, dass sich die Autoren dabei kein Blatt vor den Mund nehmen. Der Einfluss der Medien auf Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte wird an Hand konkreter Beispiele mehr als deutlich gemacht. Die Theorie zur Litigation PR wird ausreichend gewürdigt. Der Fokus des Buchs liegt aber eindeutig und dankenswerter Weise auf der Praxis: den Schwerpunkten und Einsatzgebieten der Litigation PR. Es werden die unterschiedlichen Herangehensweisen der PR zwischen Strafrecht und Zivilrecht erklärt sowie die funktionalen Seiten (Klägerseite und Beklagtenseite) behandelt. Realitätsnah und unterhaltsam schildern Holzinger und Wolff auch die Differenzen zwischen zwei Extremen: den Anwälten und den Journalisten.

Man kann das Buch von zwei Seiten her lesen: Als Kommunikationsprofi ist es interessant die Theorie kennenzulernen und die Entwicklung dieser besonderen Disziplin zu verstehen sowie die Hintergründe der Welt der Justiz kennenzulernen. Als Medienlaie oder als Jurist ist es interessant zu sehen, welche Gesetze hier herrschen und nach welchen Kriterien Öffentlichkeit funktioniert. ‚Im Namen der Öffentlichkeit' hat es geschafft, schon jetzt zu einem Standardwerk in meinen Vorlesungen zu werden. Ich kann es jedem, der sich mit diesem Thema beschäftigen will, nur wärmstens empfehlen. Wie schon James Haggerty sagte: „Litigation Communication is here to stay."

Autor der Rezension:

Dr. Alfred Autischer, Studium der Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg. Der einstige Gründer und Geschäftsführer von ikp ist heute CEO Deputy der Trimedia International, einer der größten PR Agenturen Europas. Seit etlichen Jahren arbeitet er zudem als Dozent bei der Universität Wien und der Donau-Universität Krems.  Autischer ist Experte für Litigation-PR und hat in jüngster Zeit einige der großen Streitfälle in Österreich als Kommunikationsberater und Pressesprecher mit betreut.

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12. Februar 2012 - 19:23

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