Heute NEU im PR-Journal

pleil thomasThomas Pleil lehrt Public Relations an der Hochschule Darmstadt in den Studiengängen Online-Journalismus und Wissenschaftsjournalismus. Der Autor von zahlreichen Büchern und Artikeln ist Spezialist für Online-Kommunikation, Online-PR sowie die Entwicklung der Medienlandschaft. Nadja Amireh (Agentur get noticed! und Ressortleiterin Social Media des PR-Journals) hat ihn zu den aktuellen Veränderungen der Medienlandschaft sowie den Herausforderungen, die sich dadurch für Unternehmen ergeben, befragt.

Nadja Amireh: Fast täglich gibt es neue Social Media Netzwerke und das Mediennutzungsverhalten ändert sich gravierend. Sind die PR- und Marketingverantwortlichen darauf ausreichend vorbereitet?

Thomas Pleil: Nach meiner Beobachtung gibt es in vielen Unternehmen, Agenturen und NGOs Leute, die hervorragend mit den aktuellen Herausforderungen durch den Medienwandel und speziell die Online-Kommunikation umgehen. Gleichzeitig sehe ich bei vielen Organisationen einen großen Informationsbedarf und fehlende Erfahrung. Klar ist, dass die Ausbildung der Marketing- und Kommunikationsleute eine wichtige Rolle spielt: Wer schon seit einigen Jahren im Beruf ist, hat die Herausforderung, die Veränderungen zu antizipieren und sich gegebenenfalls weiterzubilden. Gleichzeitig haben Hochschulen und andere Anbieter von Ausbildungen ihre Lehrpläne darauf einzustellen. In beiden Fällen gilt aber, dass grundsätzliche Mechanismen der Kommunikation sich nicht verändern, nur weil es laufend neue Tools gibt.

Nadja Amireh: Eine Forderung, die immer im Zusammenhang mit Medienwandel, Social Media und Online-Kommunikation genannt wird, ist die nach Dialog und Authentizität. Diese Begriffe sind stark strapaziert. Wie authentisch und dialogbereit dürfen oder müssen Unternehmen im Netz sein?

Thomas Pleil: Ja, das stimmt, diese Begriffe sind strapaziert. Und ob sie die wichtigsten sind, ist noch eine andere Frage. Aber konkreter sehe ich dazu verschiedene Aspekte. Auf der einen Seite ändern sich grundsätzlich die Anforderungen an den Kommunikationsstil, und das betrifft nicht nur das Netz. In der Online-Kommunikation werden diese Veränderungen wahrscheinlich aber am schnellsten sichtbar, weil hier ein großer Teil des Dialogs zu diesen Fragen stattfindet. Generell denke ich, hat sich der Erwartungsrahmen an öffentliche Kommunikation in der Gesellschaft verändert. Das gilt für Werbebotschaften genauso wie für die politische Kommunikation. Und wenn zum Beispiel Verhalten und Kommunikation oder Versprechen und Produkt nicht zusammenpassen, wird dies schnell öffentlich thematisiert. Die Menschen sind nicht so dumm, wie die Kommunikationsbranche sich lange vorgelogen hat. Und sie können einfacher denn je Versprechen überprüfen. Hieraus ergeben sich Anforderungen an die Glaubwürdigkeit und an die Authentizität. Hinzu kommt, dass es Situationen gibt, in denen Stakeholder Antworten bzw. einen Dialog erwarten. Dies können sie heute natürlich im Internet viel einfacher einfordern. Geschieht dies aktiv, sind Unternehmen meist gut beraten, dialogfähig zu sein. Auf der anderen Seite muss natürlich nicht jede Kommunikationsmaßnahme auf Dialog ausgerichtet sein. Besonders wichtig ist aber, was nach dem Dialog kommt: Findet er nur um seiner selbst Willen statt, oder sind die Beteiligten im Extremfall bereit, auch etwas zu tun?

Nadja Amireh: Neben Plattformen wie Facebook, die das sozialen Netzwerk eines Nutzers abbilden, gibt es auch Dienste für bestimmte Interessen wie Pinterest. Wie schätzen Sie die Relevanz von relativ neuen Diensten wie Google+ und Pinterest ein?

Thomas Pleil: Natürlich wird alle paar Monate eine andere Plattform gehypt. Das muss man sich sehr nüchtern anschauen. Wichtig erscheint mir, dass Unternehmen solche Dienste verstehen und überlegen, inwieweit diese Relevanz für das Erreichen der individuellen Kommunkationsziele im Social Web haben können. Das setzt natürlich voraus, dass solche Ziele formuliert sind und ich unter anderem analysiere, mit wem ich mich dort überhaupt vernetzen kann. Eine solche Analyse kann ergeben, dass Pinterest für das eine Unternehmen ganz neue Möglichkeiten in der Kommunikation erschließt, für ein anderes aber ganz und gar nicht. Klar ist auch, dass Vorhersagen oft schwierig sind, denn wie sich ein Dienst tatsächlich entwickelt, ist schwer abzusehen. Aber in der Tendenz würde ich Pinterest derzeit eher in speziellen Nischen sehen.

Nadja Amireh: Wie verändert sich z. B. das TV durch Social Media? Beispiele: Zum Superbowl oder Tatort wird getwittert, andererseits zitieren Sendungen aus Facebook und Twitter.

Thomas Pleil: Ja. Ob es die Fernsehmacher wollen oder nicht: Die Kanäle rücken enger zusammen. Der Rückkanal, den TV selbst nicht bietet, wird zunehmend durch Twitter und vor allem Facebook hergestellt. Meist hat man den Eindruck, die Fernsehsender nehmen das kaum wahr, gelegentlich wird versucht, das Ganze durch Apps zu befördern oder sogar Diskussionen aus dem Web live im TV aufzugreifen.

Diese Entwicklung kann natürlich auch weitreichende Folgen für Kommunikationsabteilungen haben: Denn es wird ja nicht nur getwittert, wer gerade ein Tor geschossen hat oder was Frau Lindholm anhat, sondern auch Magazinsendungen oder Nachrichten werden so begleitet. Gerade hier experimentieren ja einige Fernsehsender damit, während oder nach der Sendung die Zuschauer mit Hilfe des Internets einzubinden. Wird dort z. B. über ein Unternehmen berichtet, kann blitzschnell online eine muntere Diskussion entstehen - und zwar zu Zeiten, in denen die PR-Abteilung meist gar nicht besetzt ist und mit einer Intensität, die erschreckend sein kann. Der WWF hatte vor einigen Monaten diese Erfahrung gemacht, aber auch versucht, live zu reagieren.

Nadja Amireh: Journalisten, die bloggen oder Blogger, die hochwertige Artikel mit journalistischem Anspruch schreiben - die Grenzen verschwimmen. Das schafft neue Herausforderungen beim Medienkonsum: Wie kann der Nutzer die Relevanz und Vertrauenswürdigkeit einer Meldung und ihres Absenders einschätzen?

Thomas Pleil: Die Lektüre eines Beitrags wird hierzu allein oft nicht ausreichen. Allerdings kann man mit einigen Mausklicks zum Beispiel ganz gut nachvollziehen, wer in einem Weblog mitdiskutiert, welche anderen Seiten das Blog verlinken und damit referenzieren oder wie etabliert das Blog bzw. sein Betreiber ist. Bei vielen (Fach-)Themen ist es üblich, dass die Autoren mit ihrem Namen auftreten und andere Online-Profile wie Xing oder Facebook verlinken. Ein anderes Indiz könnte sein, welche Qualität die verwendeten (und hoffentlich verlinkten) Quellen haben.

Sehr viel schwieriger ist es natürlich, wenn Autoren pseudonym auftreten, etwa, weil sie Repressalien fürchten. Dennoch gibt es hier mit einfachen Mitteln die Möglichkeiten, zumindest einen Eindruck des Netzwerkes zu bekommen, in dem sich ein Autor bewegt, beispielsweise, indem man schaut, wer eine Meldung weiter trägt. Allerdings: Gegen einen gut gemachten Fake ist man kaum gefeit - meist aber kommen diese trotzdem ans Licht.

Nadja Amireh: Wo sehen Sie die Medientrends der Zukunft? Geben Sie uns einen Ausblick?

Thomas Pleil: Ich denke, wir bekommen es im Alltag immer selbstverständlicher mit Medienanwendungen zu tun, die uns umhüllen und zum Beispiel auf uns reagieren, ein Stichwort: Ambient Intelligence. An unserer Hochschule haben zum Beispiel Studenten im letzten Semester einen Fahrstuhl konzipiert, in dem Musik und Beleuchtung sich automatisch an die Stimmung der Fahrgäste anpassen. Andere Erwartungen: Die digitalen Nachrichten- und Unterhaltungsangebote werden sich sicher noch stärker an die mobile Internetnutzung anpassen und es wird zwischen Plattformen und Kanälen noch mehr Verbindungen geben. Und natürlich werden wir die zunehmende Bandbreite nutzen, beispielsweise durch noch mehr Videos. Klar ist wohl auch, dass wir noch mehr Alltags- und Arbeitsprozesse im Netz abwickeln werden. Und die "alten Medien" werden vermutlich weiterhin an Nutzern bzw. Abonnenten verlieren, einige werden aber sich aber neu positionieren, so dass auch nach 2035 noch Druckerpressen laufen werden. Ob sie jeden Tag eine Zeitung ausspucken, muss man mal sehen.

Zum Blog Das Textdepot von Thomas Pleil, zur Vita von Thomas Pleil

 

 

 

 

Comments are now closed for this entry

Personalien

Kommunikationschef Groth verlässt Bertelsmann Stiftung

Groth Klaus Henning KomChef Bertelsmann StiftungKlaus-Henning Groth (57, Foto © Kai Uwe Oesterhelweg/Bertelsmann Stiftung), Senior Vice President Corporate Communications, wird die Bertelsmann Stiftung, Gütersloh, zum Jahresende 2016 nach eigenen Angaben im besten Einvernehmen mit dem Vorstand nach vier Jahren verlassen, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Im Namen des Vorstands bedauert der Vorsitzende, Aart De Geus, sein Ausscheiden und dankt Groth „bereits jetzt für seine äußerst erfolgreiche Arbeit“, die die Stiftung in den vergangenen Jahren in der Kommunikation sehr vorangebracht habe. Nach beruflichen Stationen mit Leitungsfunktion unter anderem beim WWF und der RAG-Stiftung hatte die Bertelsmann Stiftung Klaus-Henning Groth als neuen Kommunikationschef Anfang 2013 vom NABU geholt.

Etats

komm.passion stylt L’Oréal Paris

Makatsch Heinke Berben Ingrid kommpassion LOrealkomm.passion hat mit L’Oréal Paris einen neuen Kunden gewonnen. Bereits seit Anfang des Jahres ist die Düsseldorfer Kommunikationsberatung für den Kosmetikhersteller tätig. „komm.passion hat uns mit umfassender Brand-Erfahrung, gerade im Lifestyle-Bereich, überzeugt“, sagt Heike Leder, PR Director L’Oréal Paris, „das Team von komm.passion wird uns vor allem im operativen Tagesgeschäft tatkräftig unterstützen.“ Carina Schüßler, Director komm.passion, ergänzt: „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit und haben den Anspruch, die Sichtbarkeit von L’Oréal Paris in Deutschland noch weiter zu erhöhen.“ Im Fokus stehen die klassische PR und Medienarbeit rund um die umfangreiche Produktpalette von L’Oréal Paris sowie die prominenten nationalen und internationalen Botschafter der Marke wie Iris Berben (Foto r., © Getty Images for L‘Oréal Paris), Heike Makatsch (l.), Julianne Moore oder Lewis Hamilton. Weiterhin betreut komm.passion die Haarpflegemarke Dessange Professional Hair Luxury, die im Herbst in Deutschland gelauncht wird.

Agenturen

Bilanz 2015/2016: Serviceplan Gruppe weiter auf Wachstumskurs

Haller Florian Haupt Gf Serviceplan GruppeDie Serviceplan Gruppe hat das Geschäftsjahr 2015/2016 mit einem Umsatzplus von zwölf Prozent abgeschlossen und ein Honorarvolumen von 340 Millionen Euro erreicht. Damit liegt die größte unabhängige Kommunikationsagentur Europas auch in diesem Jahr über dem Branchendurchschnitt. International wächst die Gruppe weiterhin außerordentlich: Mit einem Wachstum von mehr als 30 Prozent ist Serviceplan International auch in diesem Jahr der wichtigste Treiber. Im 45. Geschäftsjahr, das am 1. Juli 2015 begann und am 30. Juni 2016 endete, ist die Gruppe fast doppelt so erfolgreich wie das Gros der deutschen Werbe- und Kommunikationsagenturen. Diese hatten beim diesjährigen GWA Frühjahrsmonitor mit einem Umsatzplus von 6,5 Prozent ebenfalls optimistisch in die Zukunft gesehen. Das gilt auch für die PR-Agenturen, die laut Pfeffers PR-Ranking im vergangenen Geschäftsjahr um 6,7 Prozent zulegten. Die Bilanzzahlen der Serviceplan Gruppe weisen ein Plus von zwölf Prozent aus. Der PR-Bereich von Serviceplan steigerte seinen Honorarumsatz von 14,6 Millionen Euro in 2014 auf 16,7 Millionen in 2015, das sind mehr 14 Prozent mehr.

weiterlesen

Unternehmen

Bestes Online-Angebot für Journalisten: Audi verdrängt Deutsche Post DHL von Platz 1

Media Relations Benchmark NetFed2016Die Kölner NetFederation GmbH hat auch in diesem Jahr wieder das Online-Angebot von 75 ausgewählten Unternehmen mit Konzernstruktur für Journalisten und Medienschaffende unter die Lupe genommen. Der „pressesprecher“ berichtete am 20. Juli auf seiner Website über die aktuellen Ergebnisse. Demnach hat Vorjahressieger Deutsche Post DHL seinen Spitzenplatz an die Audi AG verloren, die im Vorjahr noch den achten Platz belegte. Beide Unternehmen tauschten damit die Plätze. Anhand von 72 unterschiedlich gewichteten Kriterien hat das NetFed-Team im 3. Quartal 2015 die Media-Relations-Websites der Unternehmen analysiert. Die Kriterien sind den drei Kategorien Relationship Management, Informationsmanagement und User Experience zugeordnet. Die Ergebnisse des MR Benchmarks fließen in den Corporate Benchmark ein, den die NetFederation GmbH seit 2003 regelmäßig veröffentlichen.

 

weiterlesen

Organisationen

Deutscher PR-Rat weist Beschwerde gegen Microsoft und WMP zurück

DRPR LogolDurch eine Beschwerde beim Deutschen Rat für Public Relations (DRPR) stand seit Ende 2015 der Vorwurf im Raum, Microsoft habe in Zusammenarbeit mit der Agentur WMP Eurocom verdeckte PR gegen Google betrieben. Zu prüfen war insbesondere, ob ein Verstoß gegen das Transparenzgebot des Kommunikationskodex besteht. Jetzt hat der DRPR die Beschwerde als unbegründet zurückgewiesen. Nach schriftlicher Anhörung aller Beteiligten kam der Rat zu dem Schluss, dass eine verdeckte PR von Microsoft oder WMP nicht vorliege. In der Beurteilung des DRPR heißt es: „Microsoft hat explizit erklärt, sich dem Kommunikationskodex uneingeschränkt verpflichtet zu fühlen und keine verdeckte PR zu betreiben. Auch WMP hat sich klar und öffentlich von verdeckter PR distanziert.“

weiterlesen

Branche

#30u30: Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Nachwuchsinitiative stehen fest

30u30 GrafikGesucht und gefunden: Die Teilnehmer für die #30u30-Initiative stehen fest. 30 ambitionierte Crew-Mitglieder sollen als Team die Vielfalt moderner PR-Arbeit reflektieren. Damit geht #30u30 in diesem Jahr in die vierte Runde und funktioniert seit Beginn als kleine Kampagne, die über einen Wettbewerb in die „PR Report“-Awards mündet (22. November 2016). Die Sieger des Wettbewerbs werden auf der Bühne als „Young Professionals des Jahres“ ausgezeichnet. Doch eines macht der „PR Report“ als Träger der Kampagne klar: „#30u30 ist kein Ranking und keine Exzellenzinitiative, sondern ein buntes Spiegelbild einer heterogenen, sich weiter ausdifferenzierenden Branche und eines diffuser werdenden Berufsbilds.“ Ende April erfolgte der Aufruf an die Branche geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu nominieren. Aus 120 Nominierten kamen 80 in die engere Wahl. Aus diesem Kreis wurden dann vom früheren „PR Report“-Chefredakteur Nico Kunkel und dem aktuellen Team vom „PR Report“ 30 inspirierte Talente unter 30 Jahren ausgewählt. Die freuen sich jetzt auf das große Camp mit allen Beteiligten. In diesem Jahr findet es Anfang September in der neuen Firmenzentrale von Siemens in München statt.

weiterlesen

Medien

Media-Analyse II 2016: Zeitungen stabil, Zeitschriften mit leichten Zuwächsen

Zeitungen Lupo pixelio.deZeitschriften Rainer Sturm pixelio.deDie Nachfrage nach Tageszeitungen bleibt stabil. Zeitschriften sind so beliebt, dass knapp 90 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren Zeitschriften regelmäßig nutzt. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma), Frankfurt am Main zu den aktuellen Reichweiten von Tageszeitungen sowie von Zeitschriften, Wochenzeitungen und Zeitungssupplements. Die Gesamtreichweite aller Zeitungen liegt bei 41,2 Millionen der über 14-Jährigen, wobei mehr als ein Drittel (34,3 %) der 14- bis 29-Jährigen zur Nutzerschaft zählt. Nach der aktuellen ma liest fast die Hälfte der Bevölkerung regionale Titel (48 Prozent), was einer Reichweite von 33,4 Millionen täglichen Lesern entspricht. Bei den Zeitschriften sind die Werte höher: Die aktuell in der ma ausgewiesenen Titel erreichen rund 62,2 Millionen Leser. Der Durchschnittsbürger ab 14 Jahren liest pro Erscheinungsintervall 3,1 Titel. (Foto l.: Lupo-pixelio.de; Foto r.: Rainer Sturm-pixelio.de)

weiterlesen

Social Media

Weber Shandwick entwickelt „Influencer Score“

Lambertin Julian WeberShandwickWie einflussreich sind Influencer tatsächlich? Dieser Frage will Weber Shandwick, Berlin, auf den Grund gehen und entwickelt dazu den „Influencer Score“. Er soll es ermöglichen, den Einfluss von Influencern nach bestimmten Attributen zu bestimmen. Der Score soll Aufschluss darüber geben, ob und unter welchen Bedingungen ein Influencer Einfluss auf eine Zielgruppe ausübt. Im Gegensatz zu den in der Branche etablierten Kennzahlen Earned Media Value (EMV) und Reichweite gibt der Influencer Score laut Weber Shandwick Aufschluss darüber, in welchem Maß ein Influencer ein gewünschtes Ziel für ein Unternehmen oder eine Marke effektiv erreichen kann. Dagegen seien EMV und Reichweite lediglich Indikatoren für Effizienz, verrieten aber nicht, welchen Impact ein Influencer haben könne.

weiterlesen

Autoren-Beiträge

Neugeschäft: „Manche Agenturen neigen zur Überheblichkeit“

Schillinger Joerg KomChef Dr OetkerWie Agenturen es auch angehen, neue Kunden zu akquirieren, Selbstdarstellungen zu versenden scheint kein probates Mittel zu sein. Bei meinen Recherchen was PR-Agenturen beim New Business besser machen können, habe ich mit Jörg Schillinger gesprochen, der bei Dr. Oetker in Bielefeld die Unternehmenskommunikation leitet. Ihm fällt auf, dass die meisten Dienstleiter dazu neigen zum allergrößten Teil Selbstdarstellungen zu schicken. Schillinger: „Der Anteil dieser Post liegt bei 80 bis 90 Prozent. Mit solchen Mailings wird man aber bei uns kaum Erfolg haben.“ Eine solche Aussage wird verständlich, wenn man weiß, dass bei Dr. Oetker vieles inhouse gelöst wird. Man wechselt Agenturen auch nicht schnell, sondern strebt eine langfristige Zusammenarbeit an. Schon deswegen ist die Anzahl der potenziell möglichen Aufträge, die an neue Agenturen vergeben werden können, gering.

weiterlesen

Rezensionen

Rezension: Propaganda – ein großes, altes Buch

Propaganda Edward L Bernays CoverTitel: Propaganda; Autor: Edward L. Bernays; erschienen 1928 in New York; deutsche Ausgabe erschienen bei orange-press, 2007
Ein Lehrbuch für Kommunikationsprofis aus Politik und Wirtschaft von 1928? Lächerlich! Oder? Tatsächlich steht „Propaganda“ von Edward L. Bernays, neben Ivy Lee und anderen einer der Väter der Public Relations, wie ein Fels im Ozean voller Büchlein von Dampfplauderern. Bis heute regt das Buch wie kaum ein anderes an zur Reflektion über Begriffe wie Agitation, Manipulation und Propaganda in Werbung, PR und Kommunikationswissenschaft. Sowie über die eigene Verantwortung, wenn wir uns die Wahrheit von Kunden oder Vorgesetzten diktieren lassen – und diese dann gekonnt an die Zielgruppen bringen.

weiterlesen

Termine

Save the date: PR- und Kommunikationstermine 2016

Nachfolgend eine Liste der bisher bekannten Termine für interessante, überregionale Veranstaltungen im PR- und Kommunikationsbereich für 2016.

  • 09. September: Großer Golfcup der PR-Branche
    news aktuell und Deutscher Golf Verband, Pulheim-Stommeln, Gut Lärchenhof
  • 22./23. September: 13. Kommunikationskongress
    Bundesverband deutscher Pressesprecher und Magazin "pressesprecher", Berlin, Berliner Congress Centrum und Admiralspalast
  • 26./27. September: Zeitungskongress 2016
    BDZV Bundesverband Deutscher Zeitungs-Verleger, Berlin
  • 07. Oktober: Checkpoint 2016 - your entry to political consulting
    polisphere e.V., Berlin, KAS-Akademie
  • 03. November: GWA Effie Kongress und GWA Effie Gala mit Verleihung der GWA Effie Awards
    Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA, Frankfurt am Main, Gesellschaftshaus Palmengarten
  • 7./8. November: Publishers' Summit 2016
    VDZ Verband Deutscher Zeiktschriften-Verleger, Berlin, bcc Berliner Kongrss-Zentrum am Alexanderplatz
  • 22. November: PR-Gala "PR Report Awards"
    PR Report/Oberauer-Verlag, Berlin, "Komet"
  • 23. November: PR-Gala 2016 mit Verleihung Östereichischer Staatspreis für PR und KommunikatorIn des Jahres
    Public Relations Verband Austria PRVA, Wien, Studio 44 der Österreichischen Lotterien
  • 24. November: 43. Deutscher Marketingtag, Thema: "Marketing goes Agile" incl. Verleihung des Deutschen Marketing Preises 2016
    Deutscher Marketing Verband DMV, Leipzig, Messe
  • 19. Mai 2017: 12. LPRS-Forum
    Leipziger PR-Studenten, Leipzig

Die Liste wird laufend ergänzt. Neue Termine sind halbfett gesetzt.

Studien

Studie: Fachmedien mögen es persönlich, kurz und visuell

PR Tools Wichtigkeit Grafik PR von Harsdorf16Eine Studie der Münchner Kommunikationsagentur PR von Harsdorf „Wie PR die journalistische Arbeit der Fachmedien bestmöglich unterstützen kann“ hinterfragt die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Medienkategorien an die Zusammenarbeit zwischen PR und Journalisten. Befragt wurden Wirtschafts-, IT- sowie Branchenmedien. Das klassische PR-Tool Pressekonferenz nimmt bei diesen Medien dramatisch an Wichtigkeit ab – vor allem bei der Wirtschaftspresse –, während der persönliche Kontakt als immer wichtiger eingestuft wird. Und die Pressemitteilung nimmt bei den Fachmedien sogar einen höheren Stellenwert ein als bei der Gesamtheit der Medien. Die Studie wurde im Mai durchgeführt. PR von Harsdorf befragte rund 700 Journalisten aus Wirtschaft, IT und Branchentitel mit einer Rücklaufquote von 14 Prozent.

weiterlesen

Lesehinweise

Lesehinweis: Klaus Eck zur Studie der Otto Brenner Stiftung über „Unternehmensjournalismus“

Eck Klaus d.tales kleinerAm 9. Juni berichteten wir über eine Studie der Otto Brenner Stiftung, die sich kritisch mit den Folgen des „Unternehmensjournalismus“ oder auch des „Marketings mit journalistischen Mitteln“ beschäftigt. Der Würzburger Kommunikationsprofessor Lutz Frühbrodt kritisierte, die medialen Produkte der Unternehmen beeinflussten die öffentliche Meinung und gefährdeten den unabhängigen Journalismus. Jetzt setzte sich der Content-Marketing-Experte Klaus Eck (Foto) in seiner „Content ChECK“-Kolumne in der „w&v“ kritisch mit den Ergebnissen der Studie auseinander. Er verweist darauf, dass Content Marketing eine völlig andere Aufgabe habe als klassischer Journalismus, auch wenn mit journalistischen Methoden gearbeitet werde. Für Eck ist wichtig, dass Unternehmen mit ihren Inhalten transparent aufträten und die Verantwortung für das Content Marketing übernähmen. Eck: „Niemand sollte den Anschein erzeugen, unabhängigen Journalismus zu betreiben.“ Lesen Sie die Replik von Eck in voller Länge auf „w&v.de“.

Preise und Awards

Internationaler Deutscher PR-Preis 2017: Ausschreibung gestartet

PR Preis 2017 DPRG LogoDer Startschuss ist gefallen. Der Deutsche PR-Preis der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) ist ausgeschrieben. Bis zum 29. September können Unternehmen, Organisationen und Agenturen ihre Kampagnen und Projekte in über 20 Wettbewerbskategorien einreichen. Ein wesentliches Ziel stellt DPRG-Präsident Norbert Minwegen heraus: „Wir stiften Nutzen für die tägliche Arbeit – durch Austausch, durch Orientierung, durch Teilen von Erfahrungen und Wissen. Unser Preis zeigt erfolgreiche und in diesem Sinne exzellente Cases, an denen sich die gesamte Branche orientieren kann.“ Inwieweit das den Teilnehmern gelingt, bewertet die Jury, in diesem Jahr unter der Leitung von Peter Szyszka, Professor an der Hochschule Hannover. Ihm zur Seite stehen auch in diesem wieder mehr als 30 Kommunikationsexperten aus Unternehmen, Agenturen, Verbänden und Wissenschaft. Das mehrstufige Jurierungsverfahren wurde überarbeitet, die Einreichung vereinfacht.

weiterlesen

STAMM Medien-News

Stamm Medien-Newsletter Juli 2016

Der Stamm-Verlag in Essen dokumentiert seit 1947 als einziger deutscher Verlag komplett alle Medien (ca. 24.000) in Deutschland (Print / Zeitungen + Zeitschriften, Rundfunk / Radio + Fernsehen, Online (seit 2003)). Im Juni 2016 wurden 4.044 Medien aktualisiert, im letzten Quartal waren es insgesamt 18.658 Medien. Der monatliche „Stamm Medien-Newsletter“ informiert über aktuelle Änderungen in der deutschsprachigen Medienlandschaft (Deutschland, Österreich, Schweiz). Mit freundlicher Genehmigung folgen hier einige Meldungen:

weiterlesen

GPRA im Dialog

Burson Marsteller CEO Alexander Fink: Große internationale Unterschiede in der PR-Arbeit

Fink Alexander CEO BursonM Karner RuthFür die Gesellschaft PR-Agenturen (GPRA) sind Nachwuchsförderung und die gezielte Verbesserung des Images von Kommunikationsagenturen gegenüber Studierenden wichtige Ziele der Verbandsarbeit. Mehrfach hat der Verband betont, dass Agenturen ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern und künftig stärker im Sinne eines Employer Brandings am Markt agieren wollen. Eine konkrete Maßnahme setzt die GPRA in 2016 in Kooperation mit dem „PR-Journal“ um. Monatlich stellt sich ein Agenturchef der GPRA den Fragen von Studierenden, die sich in den Initiativen in Hannover (PRSH), Leipzig (LPRS), Mainz (kommoguntia) und Münster (campus relations) engagieren. Die haben damit die Gelegenheit, alle Fragen über das Agenturgeschäft zu stellen, die sie für relevant halten. In der siebten Folge stellte sich Alexander Fink (Foto r.), CEO von Burson Marsteller Germany in Frankfurt am Main, den Fragen von Ruth Karner (l.), Studentin des Masterstudiengangs Unternehmenskommunikation in Mainz und bei kommoguntia engagiert.

weiterlesen

Internes - aus der Redaktion

PR-Journal: 25.328 Besucher im Juni 2016; 37 neue Jobangebote; 25,5% nutzen Mobilgeräte

Unsere diversen Statistiken bilanzieren für das "PR-Journal" im Juni 2016 insgesamt 25.328 Besucher lt. Zählung der IVW Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern, Berlin. Somit errechnet sich insgesamt ein Tagesdurchschnitt von 844 Visits. Jede/r Besucher/in schaute sich 2,2 Seiten an - daraus errechnen sich 55.398 PageImpressions für das PR-Medium Nr. 1 im Internet. Ergänzend wurde durch GoogleAnalytics im Juni festgestellt: 70,1 Prozent waren neue Besucher; die durchschnittliche Verweildauer betrug 02:52 Minuten; 54,2 Prozent der Besucher sind männlich, 45,8 Prozent weiblich; 61 Prozent sind bis 34 Jahre alt. 25,5 Prozent der Besucher rufen die PRJ-Seiten über mobile Geräte (Smartphones und Tablets) auf.

weiterlesen