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Entwicklung der Medienlandschaft: Interview mit Thomas Pleil

pleil thomasThomas Pleil lehrt Public Relations an der Hochschule Darmstadt in den Studiengängen Online-Journalismus und Wissenschaftsjournalismus. Der Autor von zahlreichen Büchern und Artikeln ist Spezialist für Online-Kommunikation, Online-PR sowie die Entwicklung der Medienlandschaft. Nadja Amireh (Agentur get noticed! und Ressortleiterin Social Media des PR-Journals) hat ihn zu den aktuellen Veränderungen der Medienlandschaft sowie den Herausforderungen, die sich dadurch für Unternehmen ergeben, befragt.

Nadja Amireh: Fast täglich gibt es neue Social Media Netzwerke und das Mediennutzungsverhalten ändert sich gravierend. Sind die PR- und Marketingverantwortlichen darauf ausreichend vorbereitet?

Thomas Pleil: Nach meiner Beobachtung gibt es in vielen Unternehmen, Agenturen und NGOs Leute, die hervorragend mit den aktuellen Herausforderungen durch den Medienwandel und speziell die Online-Kommunikation umgehen. Gleichzeitig sehe ich bei vielen Organisationen einen großen Informationsbedarf und fehlende Erfahrung. Klar ist, dass die Ausbildung der Marketing- und Kommunikationsleute eine wichtige Rolle spielt: Wer schon seit einigen Jahren im Beruf ist, hat die Herausforderung, die Veränderungen zu antizipieren und sich gegebenenfalls weiterzubilden. Gleichzeitig haben Hochschulen und andere Anbieter von Ausbildungen ihre Lehrpläne darauf einzustellen. In beiden Fällen gilt aber, dass grundsätzliche Mechanismen der Kommunikation sich nicht verändern, nur weil es laufend neue Tools gibt.

Nadja Amireh: Eine Forderung, die immer im Zusammenhang mit Medienwandel, Social Media und Online-Kommunikation genannt wird, ist die nach Dialog und Authentizität. Diese Begriffe sind stark strapaziert. Wie authentisch und dialogbereit dürfen oder müssen Unternehmen im Netz sein?

Thomas Pleil: Ja, das stimmt, diese Begriffe sind strapaziert. Und ob sie die wichtigsten sind, ist noch eine andere Frage. Aber konkreter sehe ich dazu verschiedene Aspekte. Auf der einen Seite ändern sich grundsätzlich die Anforderungen an den Kommunikationsstil, und das betrifft nicht nur das Netz. In der Online-Kommunikation werden diese Veränderungen wahrscheinlich aber am schnellsten sichtbar, weil hier ein großer Teil des Dialogs zu diesen Fragen stattfindet. Generell denke ich, hat sich der Erwartungsrahmen an öffentliche Kommunikation in der Gesellschaft verändert. Das gilt für Werbebotschaften genauso wie für die politische Kommunikation. Und wenn zum Beispiel Verhalten und Kommunikation oder Versprechen und Produkt nicht zusammenpassen, wird dies schnell öffentlich thematisiert. Die Menschen sind nicht so dumm, wie die Kommunikationsbranche sich lange vorgelogen hat. Und sie können einfacher denn je Versprechen überprüfen. Hieraus ergeben sich Anforderungen an die Glaubwürdigkeit und an die Authentizität. Hinzu kommt, dass es Situationen gibt, in denen Stakeholder Antworten bzw. einen Dialog erwarten. Dies können sie heute natürlich im Internet viel einfacher einfordern. Geschieht dies aktiv, sind Unternehmen meist gut beraten, dialogfähig zu sein. Auf der anderen Seite muss natürlich nicht jede Kommunikationsmaßnahme auf Dialog ausgerichtet sein. Besonders wichtig ist aber, was nach dem Dialog kommt: Findet er nur um seiner selbst Willen statt, oder sind die Beteiligten im Extremfall bereit, auch etwas zu tun?

Nadja Amireh: Neben Plattformen wie Facebook, die das sozialen Netzwerk eines Nutzers abbilden, gibt es auch Dienste für bestimmte Interessen wie Pinterest. Wie schätzen Sie die Relevanz von relativ neuen Diensten wie Google+ und Pinterest ein?

Thomas Pleil: Natürlich wird alle paar Monate eine andere Plattform gehypt. Das muss man sich sehr nüchtern anschauen. Wichtig erscheint mir, dass Unternehmen solche Dienste verstehen und überlegen, inwieweit diese Relevanz für das Erreichen der individuellen Kommunkationsziele im Social Web haben können. Das setzt natürlich voraus, dass solche Ziele formuliert sind und ich unter anderem analysiere, mit wem ich mich dort überhaupt vernetzen kann. Eine solche Analyse kann ergeben, dass Pinterest für das eine Unternehmen ganz neue Möglichkeiten in der Kommunikation erschließt, für ein anderes aber ganz und gar nicht. Klar ist auch, dass Vorhersagen oft schwierig sind, denn wie sich ein Dienst tatsächlich entwickelt, ist schwer abzusehen. Aber in der Tendenz würde ich Pinterest derzeit eher in speziellen Nischen sehen.

Nadja Amireh: Wie verändert sich z. B. das TV durch Social Media? Beispiele: Zum Superbowl oder Tatort wird getwittert, andererseits zitieren Sendungen aus Facebook und Twitter.

Thomas Pleil: Ja. Ob es die Fernsehmacher wollen oder nicht: Die Kanäle rücken enger zusammen. Der Rückkanal, den TV selbst nicht bietet, wird zunehmend durch Twitter und vor allem Facebook hergestellt. Meist hat man den Eindruck, die Fernsehsender nehmen das kaum wahr, gelegentlich wird versucht, das Ganze durch Apps zu befördern oder sogar Diskussionen aus dem Web live im TV aufzugreifen.

Diese Entwicklung kann natürlich auch weitreichende Folgen für Kommunikationsabteilungen haben: Denn es wird ja nicht nur getwittert, wer gerade ein Tor geschossen hat oder was Frau Lindholm anhat, sondern auch Magazinsendungen oder Nachrichten werden so begleitet. Gerade hier experimentieren ja einige Fernsehsender damit, während oder nach der Sendung die Zuschauer mit Hilfe des Internets einzubinden. Wird dort z. B. über ein Unternehmen berichtet, kann blitzschnell online eine muntere Diskussion entstehen - und zwar zu Zeiten, in denen die PR-Abteilung meist gar nicht besetzt ist und mit einer Intensität, die erschreckend sein kann. Der WWF hatte vor einigen Monaten diese Erfahrung gemacht, aber auch versucht, live zu reagieren.

Nadja Amireh: Journalisten, die bloggen oder Blogger, die hochwertige Artikel mit journalistischem Anspruch schreiben - die Grenzen verschwimmen. Das schafft neue Herausforderungen beim Medienkonsum: Wie kann der Nutzer die Relevanz und Vertrauenswürdigkeit einer Meldung und ihres Absenders einschätzen?

Thomas Pleil: Die Lektüre eines Beitrags wird hierzu allein oft nicht ausreichen. Allerdings kann man mit einigen Mausklicks zum Beispiel ganz gut nachvollziehen, wer in einem Weblog mitdiskutiert, welche anderen Seiten das Blog verlinken und damit referenzieren oder wie etabliert das Blog bzw. sein Betreiber ist. Bei vielen (Fach-)Themen ist es üblich, dass die Autoren mit ihrem Namen auftreten und andere Online-Profile wie Xing oder Facebook verlinken. Ein anderes Indiz könnte sein, welche Qualität die verwendeten (und hoffentlich verlinkten) Quellen haben.

Sehr viel schwieriger ist es natürlich, wenn Autoren pseudonym auftreten, etwa, weil sie Repressalien fürchten. Dennoch gibt es hier mit einfachen Mitteln die Möglichkeiten, zumindest einen Eindruck des Netzwerkes zu bekommen, in dem sich ein Autor bewegt, beispielsweise, indem man schaut, wer eine Meldung weiter trägt. Allerdings: Gegen einen gut gemachten Fake ist man kaum gefeit - meist aber kommen diese trotzdem ans Licht.

Nadja Amireh: Wo sehen Sie die Medientrends der Zukunft? Geben Sie uns einen Ausblick?

Thomas Pleil: Ich denke, wir bekommen es im Alltag immer selbstverständlicher mit Medienanwendungen zu tun, die uns umhüllen und zum Beispiel auf uns reagieren, ein Stichwort: Ambient Intelligence. An unserer Hochschule haben zum Beispiel Studenten im letzten Semester einen Fahrstuhl konzipiert, in dem Musik und Beleuchtung sich automatisch an die Stimmung der Fahrgäste anpassen. Andere Erwartungen: Die digitalen Nachrichten- und Unterhaltungsangebote werden sich sicher noch stärker an die mobile Internetnutzung anpassen und es wird zwischen Plattformen und Kanälen noch mehr Verbindungen geben. Und natürlich werden wir die zunehmende Bandbreite nutzen, beispielsweise durch noch mehr Videos. Klar ist wohl auch, dass wir noch mehr Alltags- und Arbeitsprozesse im Netz abwickeln werden. Und die "alten Medien" werden vermutlich weiterhin an Nutzern bzw. Abonnenten verlieren, einige werden aber sich aber neu positionieren, so dass auch nach 2035 noch Druckerpressen laufen werden. Ob sie jeden Tag eine Zeitung ausspucken, muss man mal sehen.

Zum Blog Das Textdepot von Thomas Pleil, zur Vita von Thomas Pleil

 

 

 

 

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Personalien

Drei Neue und ein Rückkehrer für Edelman in Berlin

Die Agentur Edelman Deutschland stärkt mit drei Neueinstellungen und einem Rückkehrer ihren Berliner Standort. Peter-Alberto Behrens (46), Manuel Frank (34) und Simon Dariz (35) sind neue Mitarbeiter, Carsten la Tendresse (43) beendet sein Sabbatical.
Behrens stößt als Director und Lateinamerika-Experte zum Public Affairs Team bei Edelman Berlin und berichtet direkt an Bernd Buschhausen, Deputy Managing Director und Practice Lead Public Affairs. Behrens, der seine Beraterkarriere bei Hering Schuppener begann und später für die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. (KAS) Leiter des Auslandsbüros in Bolivien war, arbeitete zuletzt in Lateinamerika und Deutschland als selbstständiger Berater für Public Affairs und Kommunikation in einem Beraternetzwerk.

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Etats

Agentur Frau Wenk+++ gewinnt Google-Etat für Research-PR in Deutschland

Google-LogoDie Hamburger Agentur Frau Wenk+++ betreut ab sofort die Research-PR für die Google Germany GmbH. Ziel ist es, die umfangreichen Studienergebnisse und Tools zu kommunizieren sowie die Marktkompetenz von Google insbesondere für Werbekunden zu unterstreichen. Hierfür arbeitet die Agentur Frau Wenk+++ mit der erfahrenen Marktforschungsspezialistin Sandra Gärtner von mediaresearch42 zusammen.

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Agenturen

Weiterer Zuwachs bei der GPRA: insignis GmbH 35. Mitglied

Packeiser-Raik Gf-InsignisBinnen einer Woche verkündet die Gesellschaft PR- und Kommunikationsagenturen (GPRA) ihren zweiten Neuzugang. Nachdem die GPRA am 21. Juli die Aufnahme der Hamburger Agentur Faktenkontor bekanntgab, informierte der Agenturverband am 28. Juli darüber, dass die inhabergeführte insignis Agentur für Kommunikation GmbH mit Sitz in Hannover und Berlin das 35. Mitglied ist. Nach dem erfolgreichen Audit, stimmte die Aufnahmekommission einstimmig für den Neuzugang. Der Geschäftsführer von insignis, Raik Packeiser (Foto), freut sich: „Wir werden die GPRA als einzige Agentur für die Region Niedersachsen und Bremen gerne vertreten. Die Themen Qualität und Professionalität stehen für uns ganz klar im Vordergrund. Dabei liegt uns ganz besonders die Qualität der Nachwuchsausbildung am Herzen. Auch auf den Austausch mit den GPRA-Agenturen zu aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen der Branche freuen wir uns sehr.“

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Branche

Starker Zuwachs der Einreichungen beim Internationalen Deutschen PR-Preis 2014

Deutscher-PR-Preis2014Die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) wertet es als Bestätigung: Denn obwohl der Termin für Gala zur Preisübergabe noch nicht feststeht, stieg die Zahl der Einreichungen für den Internationalen Deutschen PR-Preis 2014 im Vergleich zum Vorjahr von 342 auf 404 Bewerbungen. Als Veranstalter zeigen sich die DPRG und das F.A.Z.-Institut mit der knapp 20-prozentigen Steigerung sehr zufrieden. Sie interpretieren das große Interesse als Bestätigung für die Maßnahmen, die Einreichungsfrist zu verlängern und auf eine kategorienorientierte Ansprache der Zielgruppen zu setzen. Der neue DPRG-Präsident Norbert Minwegen bewertet das so: „Ein großartiges Signal und Zeichen dafür, dass unsere Wettbewerbe als Benchmarks der Branche die hohe Wertschätzung und das Vertrauen unserer Kolleginnen und Kollegen genießen.“

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Medien

PR-Fachpresse: „prmagazin“ legt minimal zu, „PR-Report“ verliert an Boden

Nach einem mäßigen Start ins Jahr 2014 hat sich die Situation für die PR-Fachmedien im zweiten Quartal 2014 nur unwesentlich verändert. Zwar hat das in Remagen-Rolandseck erscheinende „prmagazin“ seine Verbreitung um knapp elf Prozent erhöht, doch diese Verbesserung geht im Wesentlichen auf die um knapp 20 Prozent gesteigerte Zahl der Freistücke zurück. Die verkaufte Auflage hat sich lediglich um 12 Stück (plus 0,67 Prozent) auf 1.792 Exemplare erhöht, die Zahl der Abonnenten um 15 (plus 1,28 Prozent) auf 1.189. Damit liegt die Zahl der frei verteilten „prmagazine“ mit 2.541 um 749 Stück höher als die Anzahl der verkauften Exemplare.
Die Situation für den in Hamburg herausgegebenen „PR-Report“ bleibt angespannt. Der „PR-Report“ verlor im zweiten Quartal auf niedrigem Niveau noch weiter an Boden. Sowohl die verkaufte Auflage als auch die Zahl der Abonnenten schrumpfte um mehr als vier Prozent, damit bleiben beide Werte nun unter der Marke von 900. Verkauft wurden noch 898 Exemplare, 40 weniger als im ersten Quartal. Die Zahl der Abonnenten fiel von 918 auf 875.

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Social Media

Mehr Follower für die Medien der Kommunikationsbranche in Twitter und Facebook

Knapp acht Monate ist es her, seit wir zum ersten Mal veröffentlicht haben, wieviele Follower die Medien der Kommunikationsbranche bei Twitter und Facebook haben – eine Ewigkeit für Social Media. Anlass genug, die „PR-Journal“-Abfrage vom 2. Januar zu aktualisieren und zu schauen, was sich verändert hat. Die führenden Plätze nehmen nach wie vor der „pressesprecher“, „politik & kommunikation“ und das „PR-Journal“ ein. Alle konnten zulegen. Dabei hat sich in der Rangfolge bei Twitter was getan. Dank der verstärkten Aktivitäten des „PR-Journal“-Twitter-Beauftragten Helge Weinberg, konnten wir 665 zusätzliche Follower bei Twitter gewinnen und uns damit auf den zweiten Platz schieben. Ansonsten hat sich an der Reihenfolge wenig verändert. Welches PR-Medium wieviele Follower hat, zeigen wir in der folgenden Übersicht, in Klammern die Zahl der seit Januar hinzugewonnenen Follower. 

PR-Medium Twitter Rang Twitter Follower   Facebook Rang Facebook Freunde
pressesprecher 1. 6.473
(+ 709)
  2. 4.524
(+ 418)
PR-Journal 1 2. 5.381
(+ 665)
  3. 2.840
(+ 229)
politik & kommunikation 3. 5.180
(+ 408)
  1. 8.793
(+ 536)
prmagazin 4. 2.850
(+ 665)
  5. 1.010
(+ 155)
PR Report 5. 2.763
(+ 560)
  4. 1.540
(+ 371)
medienrot 1 6. 804
(+ 234)
  6. 600
(+ 110)

Anmerkung: Stand der Abfragen: 24. Juli 2014. Hinweis: 1 Dies sind Nur-Online-Medien, alle anderen sind vor allem Printmedien mit einer Online-Präsenz.

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Reputation Management

Reputation mit System – Anregung für den guten Ruf

Griepentrog-WolfgangFür Unternehmen ist die Pflege des guten Rufs („Corporate Reputation“) eine komplexe Aufgabe. Die damit beauftragten Manager benötigen einen 360-Grad-Blick auf alle Bereiche und Entwicklungen, aber auch einen langen Atem und Beharrlichkeit, um notwendige unternehmensinterne Diskussionen über Chancen und Risiken des guten Rufs anzuregen. Die Website reputationstraining.de bietet Anregungen, worum man sich konkret kümmern muss.
Das Thema ist nicht neu, gewinnt aber zunehmend an Bedeutung. Denn in der global vernetzten Kommunikationsgesellschaft ist die Reputation von Unternehmen heute leichter und schneller gefährdet als früher. Diskrepanzen zwischen Werten, Grundsätzen oder Leistungsversprechen von Unternehmen und tatsächlich gemachten Erfahrungen der Kunden oder anderer Interessengruppen werden schneller bekannt und können die Glaubwürdigkeit und dann auch den Ruf beschädigen.
Lesen Sie den Beitrag von Wolfgang Griepentrog auf dessen Blog „Glaubwürdigkeitsprinzip.de“ weiter.

Über den Autor: Griepentrog hat viele Jahre als verantwortlicher Kommunikationsmanager auf Industrieseite, in der Unternehmensberatung und im Agenturgeschäft gearbeitet. Bis 2007 leitete er die Konzern-PR eines internationalen Handelskonzerns. Als PR- und Managementberater befasst er sich heute mit strategischen und kulturellen Aspekten erfolgreicher Kommunikation.

Das PR-Interview

PR-Interview Nr. 117: „Es geht weniger um das Was, sondern mehr um das Wie“

„Das PR-Interview im PRJ“ wird realisiert von k1 gesellschaft für kommunikation, Köln.

Kirbs-MatthiasBewegte Bilder spielen in den Medien eine immer größere Rolle. Für die Repräsentanten und Sprecher von Unternehmen heißt das: Sie müssen immer öfter vor die Kamera – für Statements, Präsentationen oder Interviews. Dabei überzeugend „rüberzukommen“, ist wichtig, fällt aber manchem schwer. Ein Interview mit Matthias Kirbs (Foto, 50), Stimmtrainer und Sprech-Coach aus Hamburg. Kirbs, früher Redakteur und Nachrichtensprecher bei verschiedenen Sendern in Norddeutschland, arbeitet seit zwölf Jahren als freier Berater für Stimme und Präsenz in Hamburg.

PR-Journal: Herr Kirbs, ab welcher Unternehmensgröße sollten Firmensprecher oder CEOs Sprechtraining nehmen?
Matthias Kirbs: Das lässt sich nicht generell beantworten. Fakt ist, dass es in vielen Großunternehmen, die mehr oder weniger regelmäßig in der Öffentlichkeit stehen, längst üblich ist. Die Kommunikationsabteilungen der Konzerne wissen sehr genau, welche Wirkung ein guter oder schlechter Auftritt vor der Kamera haben kann. Sie können davon ausgehen, dass die meisten Chefs und Sprecher von Dax-Unternehmen auf diesem Gebiet geschult sind. Bei kleineren Unternehmen, die weniger im Fokus stehen, dürfte das jedoch weitaus seltener der Fall sein.

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Kommentare

Trennung von Sarah Wiener und Peter Lohmeyer… so geht PR!

Rosenkrieg, so nennt man die Trennung von Liebenden. Wenn der Mensch trennt, was die Götter zusammengefügt haben, kommt Bitternis auf. Der Himmel auf Erden begann mit dem Versprechen, ein Herz und eine Seele zu bleiben, bis der Tod das Paar scheidet; jetzt geht es nur noch ums Scheiden.
Denn zumeist betten sich die Beteiligten dabei nicht auf den sanften Blättern edler Blumen, sondern üben sich im Hauen und Stechen. Rosenkrieg ist Dornenkrieg. Schmutzige Wäsche wird gewaschen. Und alle umstehenden Menschen erfahren Dinge, von denen sie immer hoffen durften, nie in solche Niederungen eingeweiht zu werden.

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K:KK = Kocks: Kein Kommentar

Auch daneben: Klaus Kocks zu den Betriebsunfällen der PR (15)

Und jeden Morgen grüßt der Wulff
Kocks 020-2013Man kann es nicht mehr hören. Christian Wulff, der desertierte Bundespräsident, wünscht eine Rehabilitation. Selbst Frau Illner darf das noch nachnäseln. Er wähnt sich als kühne, gar heldenhafte Provokation des Zeitgeistes und seine demolierte Reputation als Opfer einer übermächtigen Verschwörung von Medien und Justiz. Die Springer-Presse habe ihn fallengelassen und statt seiner den Ossi-Pastor Gauck wählen lassen. Er offenbart dazu despektierliche Details, der gewesene erste Staatsbürger als Nestbeschmutzer: wie klein.
Nicht nur das ZDF, auch der „Spiegel“ ist zu Gefälligkeitsinterviews bereit; von der „Zeit“ unter Giovanni di Lorenzo wissen wir das schon seit Guttenberg. Die „Süddeutsche Zeitung“ suhlt sich in Selbstkritik und der „Stern“-Kolumnist Jörges entdeckt bei sich Gewissen, ein Organ, das bisher gar nicht in der DNA von Journalisten angelegt war. Kein Staatstheater, eine Posse. Ein Perpetuum an Verlogenheit, in der Tat wie in der Reue. Krokodilstränen allenthalben.

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Rothes Rechts-Rubrik

Das Recht auf Vergessen im Internet

Rothe-Rainer RABislang war es laut höchstrichterlicher Entscheidung in Deutschland unmöglich, Berichte im Internet löschen zu lassen oder Links darauf zu verbieten, wenn diese Berichte nicht mehr aktuell waren, beziehungsweise nicht mehr der Realität entsprachen. Das öffentliche Interesse stand also einem Recht auf Vergessen entgegnen. Das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen sollte auch dann zurückstehen, wenn die Berichterstattung früher einmal aktuell und damals zulässig war, mittlerweile allerdings (das kann Jahre später sein) kein neuer Anlass mehr gegeben war.

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Norbert: Gerüchte+Gerichte

Gericht: Unser Sommermenü V - Ananas-Carpaccio mit Kokos-Parfait

(nsb) „Carpaccio“ nennt sich inzwischen vieles. Die Idee hatte vor rund 65 Jahren der Inhaber von Harry's Bar in Venedig, Giuseppe Cipriani: Er ließ angefrorenes Rinderfilet in hauchdünne Scheiben schneiden und mit einer würzigen Sauce überträufeln. Den Namen bekam das bald weltberühmte Gericht von dem Renaissance-Maler Vittore Carpaccio, der durch seine unvergleichlichen Rotnuancen die Kunstgeschichte beschäftigt.
Heute wird der Name auf alles übertragen, was in dünnen Scheiben daher kommt – egal ob Fisch, Fleisch, Gemüse oder Obst. Gehen Sie doch mal zum Metzger und verlangen Sie ein Carpaccio von der und von der Wurst. Vielleicht versteht man Sie ...  

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Lesehinweise

Mindestlohn: GPRA-Agentur Sympra bietet ab Januar 2015 keine Praktika mehr an

Mathauer-Veit SympraGfAnregungen und Lob von Kollegen und aus der Branche hat Veit Mathauer, einer von zwei Geschäftsführern der Stuttgarter GPRA-Agentur Sympra GmbH, für seine Entscheidung erhalten, ab dem 1. Januar 2015 keine Praktika mehr anzubieten. In einem ausführlichen und differenzierten Beitrag für den agentureigenen Blog begründet er, warum der Mindestlohn mit einem Stundensatz von 8,50 Euro für eine Agentur von der Größenordnung Sympras nicht mehr darstellbar sei. Die Agentur hat einen Honorarumsatz von 1,8 Millionen und 17 Mitarbeiter. Mathauer begründet seine Entscheidung nicht zuletzt mit einem Verweis auf die Erfahrungen im Ausland: „Wir halten die Mindestlohnlösung für Praktikanten für katastrophal. Sie sorgt dafür, dass ein für die Branche und ihren Nachwuchs wichtiger Ausbildungs-, Berufsfindungs- und Rekrutierungsweg praktisch wegfallen wird. Dass dem so sein wird, wissen wir von unseren Partneragenturen in Großbritannien, Frankreich und Österreich, wo ebenfalls ein Mindestlohn vorgeschrieben ist und wo es kaum noch Praktikantenplätze gibt.“ Lesen Sie selbst seinen Beitrag auf dem Sympra-Blog.

Bildung

DAPR: Neue Arbeitgeber-Formate, erweiterte Grundausbildung

DAPR-LogoEinmal im Jahr führt die Deutsche Akademie für Public Relations (DAPR) einen Qualitäts-Workshop durch, in dem sie ihr Aus- und Weiterbildungsangebot grundlegend auf den Prüfstand stellt. So auch dieses Jahr im Juni, als sich Dozenten, Geschäftsführung und das Präsidium der DAPR im Seminarzentrum in Düsseldorf getroffen hatten. Erste Maßnahmen aus dem dort beschlossenen Katalog hat die DAPR nun umgesetzt. Dabei flossen auch Erkenntnisse aus dem Weiterbilderdialog der Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) ein, an dem die DAPR Anfang Juli in Frankfurt teilgenommen hatte.

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Studien

Studie: Kommunikationselite ist kooperationsbereiter

„Exzellenz in der Unternehmenskommunikation 2014“ – der Studie zweiter Teil. Nach der Berichterstattung über die Frage wie nah ein Kommunikationschef der Unternehmensführung sein muss (siehe dazu diesen Beitrag), um gut bewertet zu werden, folgt jetzt ein zweites Teilergebnis zur Netzwerkbereitschaft von PR-Chefs. Die Resultate gehen zurück auf die Befragung von 288 Fach- und Führungskräften aus Pressestellen deutscher Unternehmen. Die Studie wurde durchgeführt von der Hamburger Agentur Faktenkontor gemeinsam mit Lothar Rolke, Professor für BWL und Unternehmenskommunikation an der Fachhochschule Mainz. Demnach ist die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit ein unterschätzter Erfolgsfaktor für PR-Manager. Die Kommunikationselite bezieht auffällig häufig Kollegen anderer Fachbereiche in ihre Arbeit ein. Sie stehen vor allem mit den Abteilungen Marketing, Personal oder Investor Relations (IR) im professionellen Austausch. Nur so können alle Stakeholder-Interessen berücksichtigt und die verschiedenen Anspruchsgruppen angemessen angesprochen werden.

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Literatur

Buchtipp für den Sommer: Poetry-Slammerin Julia Engelmann mit „Eines Tages, Baby“

EinesTagesBaby Buch Engelmann-JuliaTitel: Eines Tages, Baby; Autorin: Julia Engelmann; Verlag: Wilhelm Goldmann Verlag, München 2014; Umfang: 96 Seiten; Preis: 7,00 Euro; ISBN 97834424823-0. Originalausgabe
Jung ist sie. Und schlau. Und hübsch. Und charmant. Vor allem aber ist sie eines: eine Überraschung. Für ihre Generation, noch mehr für alle anderen. Wie schafft man es, 2013/14 die Massen mit Poesie zu begeistern? Über Nacht zum Hype zu werden? Und wie schafft man es, mit diesem Hype umzugehen? Julia Engelmann schafft all dies durch wahrhaftige Poesie, also durch nackte Gefühle eingehüllt in ruppiger Ehrlichkeit, seidenfeiner Selbstironie und virtuos-coolen Worttänzen. Mit Gedichten wie „Stille Wasser sind attraktiv“ oder „Bestandsaufnahme in 3 Teilen“ appelliert sie an das Glücklichsein, Anderssein, Selbstsein. An das Unbedingt statt nur Vielleicht. An das Hier und Jetzt statt Gestern und Morgen.

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Termine

Mit dem „PR Journal“ zum 6. Sommer Symposium nach Düsseldorf

Sommer-Symposium-CareerCenterAm 20. September findet in Düsseldorf das 6. Sommer Symposium des PR Career Centers statt. Beim diesjährigen Karrierekongress geht es um die Veränderungen in der Branche und deren Auswirkungen auf die „Karriere in Zeiten des Wandels“. Das „PR Journal“ ist Medienpartner und davon profitieren Sie als Leser: Zusammen mit dem PR Career Center verlosen wir zwei Freikarten zum Kongress inklusive Einzelcoaching.

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STAMM Medien-News

Stamm Medien-Newsletter Juli 2014

stamm-logoDer Stamm-Verlag in Essen dokumentiert seit 1947 als einziger deutscher Verlag komplett alle Medien (ca. 24.000) in Deutschland (Print/Zeitungen+Zeitschriften, Rundfunk/Radio+Fernsehen, Online (seit 2003)). Im Juni 2014 wurden 9.169 Medien aktualisiert, im letzten Quartal waren es insgesamt 18.686 Medien. Der monatliche "Stamm Medien-Newsletter" informiert über aktuelle Änderungen in der deutschsprachigen Medienlandschaft (Deutschland, Österreich, Schweiz). Mit freundlicher Genehmigung folgen hier einige Änderungen/Meldungen:

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Internes - aus der Redaktion

PR-Journal: 26.943 Besucher im Juni 2014 und 37 neue Jobangebote - Knapp 15 Prozent nutzen die Mobilversion

Unsere diversen Statistiken bilanzieren für das "PR-Journal" im Juni 2014 insgesamt 26.943 Besucher lt. Zählung der IVW Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern, Berlin. Somit errechnet sich insgesamt ein Tagesdurchschnitt von 898 Visits. Jeder Besucher schaute sich 2,4 Seiten an - daraus errechnen sich 63.677 PageImpressions für das PR-Medium Nr. 1 im Internet. Ergänzend wurde durch GoogleAnalytics im Juni festgestellt; 62,3 Prozent waren neue Besucher. 54,1 Prozent der Besucher sind männlich, 45,9 Prozent weiblich; 61 Prozent sind bis 34 Jahre alt. 14,5 Prozent der Besucher rufen die PRJ-Seiten über mobile Geräte (Smartphones und Tablets) auf.

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Kontakt

Herausgeber:
Gerhard A. Pfeffer (seit 2004/1996)
Lendersbergstrasse 86
53721 Siegburg
Telefon: +49 (0)2241 201.30.60
Telefax: +49 (0)2241 201.30.61
Mobilfon: +49 (0)160 94.63.57.77
E-Mail: redaktion[at]pr-journal.de

Verlag:
Epikeros PR-Portal Ltd., Siegburg

Monats-Statistik

April/Mai 2014:
(jeweils in Klammern kumuliert seit Januar 2014)
(i.d.R. für alle Seiten - PR-Journal, Jobbörse, Datenbanken etc.)

66.650 Visits (165.840)

1.025 Tagesdurchschnitt Besucher

62,6 % neue Besucher

54,2 % Besucher sind männlich / 45,8 sind weiblich

61% sind bis 34 Jahre alt / 15,5 % bis 44 Jahre / 23,5 % älter als 45 Jahre

85 % rufen das PRJ am Desktop auf / 15 % über mobile Geräte

162.088 PageImpressions (392.974)

07:37 Minuten Besuchszeit

2,4 Seitenaufrufe je Besucher

23 Kommentare (54)

Artikel-Klickstatistik hier.


Social Media-Kontakte (gesamt: 15.264):

8.276 Twitter-Follower (3.667 Tweets)

3.822 Facebook-Freunde

1.298 Personen-Kontakte über Google+

692 Follower bei Pinterest (3 Boards, 488 Pins)

565 LinkedIn-Kontakte

611 Xing-Direktkontakte


Newsletter-Statistik

10.528 NL-Empfänger / 15.345 im Verteiler (lt. Bounce-Management von CleverReach, Oldenburg)

26 % Newsletter geöffnet
38 % Klicks auf Meldungen im NL

669 Einzelmeldungen (1.629)
16,7 Meldungen je Arbeitstag

8 Newsletter-Ausgaben (20 / seit Nov.2004: 428 NL)

Anmerkung: Die Zugriffsstatistik zählen wir mit IVW + GoogleAnalytics.


Datenbanken-Statistik:

1.693 Einträge PR-Agenturen und PR-Berater
65 Einträge mit Linkadresse
99 Einträge mit großem Datenbank-Eintrag
19 Einträge mit Agentur-Porträt
309 Einträge Agenturen, die ausbilden
82 Einträge Agenturen, die ausbilden + nach DJV-Regeln bezahlen
149 Teilnehmer am PR-Umsatz-Ranking 2013
169 Einträge Agenturen im SoMe-Ranking "Facebook"
171 Einträge Agenturen im SoMe-Ranking "Twitter"
266 Einträge PR-WebsiteCheck 2013/2014
422 Einträge Dienstleister im PR-Bereich
124 Einträge Ausbilder im PR-Bereich

weitere Infos auf der eigenen Startseite

Jobbörsen-Statistik:

80 Stellenangebote (190)
8 Stellengesuche (25)

21 Angebote „Ausbildungsjobs“
59 Angebote alle anderen Jobs

weitere Infos auf der eigenen Startseite

Jahres-Statistik

Januar - Dezember 2013:

(i.d.R. für alle Seiten - PR-Journal, Jobbörse, Datenbanken, agenturcafe etc.)
357.592 Visits 2013
1.089 Tagesdurchschnitt
979.978 PageImpressions
2.685 Tagesdurchschnitt
08:54 Min. Besuchszeit
2,5 Seitenaufrufe je Besucher
552 Kommentare
Rang 221.334 bei alexa.com weltweit
Rang 16.927 bei alexa.com in Deutschland
369 Seiten verlinken lt. alexa.com auf pr-journal.de 

Social-Media-Kontakte gesamt: 14.541
7.611 Follower auf den 3 PRJ-Twitter-Seiten
3.397 Tweets auf den 3 Twitter-Seiten
3.664 Freunde auf den 3 PRJ-Facebook-Seiten
1.527 Kontakte auf den 3 PRJ-Seiten von Google+
657  Follower auf den 3 Boards von Pinterest (420 Pins)
476 Xing-Direktkontakte (G.Pfeffer)
606 LinkedIn-Kontakte (G. Pfeffer)

Menupunkt-Aufrufe seit Dezember 2004:

132.028 Impressum
103.120 Werbung + Medien-Infos

Newsletter-Statistik 

Jan.-Dez. 2013:
10.658 NL-Empfänger (Stand: 31.12.2013)
14.844 Empfänger im NL-Verteiler
25% Newsletter werden geöffnet (Ø)
35% Klicks auf Einzelbeiträge (Ø)
4.154 Einzelmeldungen 01.-12.2013
16,7 Meldungen je Arbeitstag (Ø)
seit Dezember 2004:
408 Newsletter-Ausgaben (110 Monate)
36.120 Einzel-Meldungen
38.468 Aufrufe Newsletter-Archiv

Anmerkung: Die Zugriffsstatistik zählen wir mit IVW + GoogleAnalytics.

Datenbanken-Statistik:

1.676 Einträge Datenbank Agenturen (per 30.12.2013)
90 Einträge mit ausführlichem Datenbankeintrag
68 Einträge mit verlinkter Adresse
17 Einträge mit Porträts
302 Einträge Agenturen, die ausbilden (Volontäre/Trainees)
83 Einträge Agenturen, die ausbilden und nach DJV-Regeln bezahlen
159 Teilnehmer Pfeffers PR-Umsatz-Ranking 2012
156 Einträge Agenturen im SoMe-Ranking "Facebook"
164 Einträge Agenturen im SoMe-Ranking "Twitter"
1.349 Einträge alter Website-Check (2010/2011)
202 Einträge neuer Website-Check (2013/2014)
422 Einträge Datenbank Dienstleister im PR-Bereich (per 30.12.2013)
124 Einträge Datenbank Ausbilder im PR-Bereich (per 30.12.2013)
weitere Daten auf der eigenen Startseite

Jobbörsen-Statistik:

562 Stellen-Anzeigen in 2013
470 Stellenangebote
92 Stellengesuche
weitere Daten auf der eigenen Startseite