pleil thomasThomas Pleil lehrt Public Relations an der Hochschule Darmstadt in den Studiengängen Online-Journalismus und Wissenschaftsjournalismus. Der Autor von zahlreichen Büchern und Artikeln ist Spezialist für Online-Kommunikation, Online-PR sowie die Entwicklung der Medienlandschaft. Nadja Amireh (Agentur get noticed! und Ressortleiterin Social Media des PR-Journals) hat ihn zu den aktuellen Veränderungen der Medienlandschaft sowie den Herausforderungen, die sich dadurch für Unternehmen ergeben, befragt.

Nadja Amireh: Fast täglich gibt es neue Social Media Netzwerke und das Mediennutzungsverhalten ändert sich gravierend. Sind die PR- und Marketingverantwortlichen darauf ausreichend vorbereitet?

Thomas Pleil: Nach meiner Beobachtung gibt es in vielen Unternehmen, Agenturen und NGOs Leute, die hervorragend mit den aktuellen Herausforderungen durch den Medienwandel und speziell die Online-Kommunikation umgehen. Gleichzeitig sehe ich bei vielen Organisationen einen großen Informationsbedarf und fehlende Erfahrung. Klar ist, dass die Ausbildung der Marketing- und Kommunikationsleute eine wichtige Rolle spielt: Wer schon seit einigen Jahren im Beruf ist, hat die Herausforderung, die Veränderungen zu antizipieren und sich gegebenenfalls weiterzubilden. Gleichzeitig haben Hochschulen und andere Anbieter von Ausbildungen ihre Lehrpläne darauf einzustellen. In beiden Fällen gilt aber, dass grundsätzliche Mechanismen der Kommunikation sich nicht verändern, nur weil es laufend neue Tools gibt.

Nadja Amireh: Eine Forderung, die immer im Zusammenhang mit Medienwandel, Social Media und Online-Kommunikation genannt wird, ist die nach Dialog und Authentizität. Diese Begriffe sind stark strapaziert. Wie authentisch und dialogbereit dürfen oder müssen Unternehmen im Netz sein?

Thomas Pleil: Ja, das stimmt, diese Begriffe sind strapaziert. Und ob sie die wichtigsten sind, ist noch eine andere Frage. Aber konkreter sehe ich dazu verschiedene Aspekte. Auf der einen Seite ändern sich grundsätzlich die Anforderungen an den Kommunikationsstil, und das betrifft nicht nur das Netz. In der Online-Kommunikation werden diese Veränderungen wahrscheinlich aber am schnellsten sichtbar, weil hier ein großer Teil des Dialogs zu diesen Fragen stattfindet. Generell denke ich, hat sich der Erwartungsrahmen an öffentliche Kommunikation in der Gesellschaft verändert. Das gilt für Werbebotschaften genauso wie für die politische Kommunikation. Und wenn zum Beispiel Verhalten und Kommunikation oder Versprechen und Produkt nicht zusammenpassen, wird dies schnell öffentlich thematisiert. Die Menschen sind nicht so dumm, wie die Kommunikationsbranche sich lange vorgelogen hat. Und sie können einfacher denn je Versprechen überprüfen. Hieraus ergeben sich Anforderungen an die Glaubwürdigkeit und an die Authentizität. Hinzu kommt, dass es Situationen gibt, in denen Stakeholder Antworten bzw. einen Dialog erwarten. Dies können sie heute natürlich im Internet viel einfacher einfordern. Geschieht dies aktiv, sind Unternehmen meist gut beraten, dialogfähig zu sein. Auf der anderen Seite muss natürlich nicht jede Kommunikationsmaßnahme auf Dialog ausgerichtet sein. Besonders wichtig ist aber, was nach dem Dialog kommt: Findet er nur um seiner selbst Willen statt, oder sind die Beteiligten im Extremfall bereit, auch etwas zu tun?

Nadja Amireh: Neben Plattformen wie Facebook, die das sozialen Netzwerk eines Nutzers abbilden, gibt es auch Dienste für bestimmte Interessen wie Pinterest. Wie schätzen Sie die Relevanz von relativ neuen Diensten wie Google+ und Pinterest ein?

Thomas Pleil: Natürlich wird alle paar Monate eine andere Plattform gehypt. Das muss man sich sehr nüchtern anschauen. Wichtig erscheint mir, dass Unternehmen solche Dienste verstehen und überlegen, inwieweit diese Relevanz für das Erreichen der individuellen Kommunkationsziele im Social Web haben können. Das setzt natürlich voraus, dass solche Ziele formuliert sind und ich unter anderem analysiere, mit wem ich mich dort überhaupt vernetzen kann. Eine solche Analyse kann ergeben, dass Pinterest für das eine Unternehmen ganz neue Möglichkeiten in der Kommunikation erschließt, für ein anderes aber ganz und gar nicht. Klar ist auch, dass Vorhersagen oft schwierig sind, denn wie sich ein Dienst tatsächlich entwickelt, ist schwer abzusehen. Aber in der Tendenz würde ich Pinterest derzeit eher in speziellen Nischen sehen.

Nadja Amireh: Wie verändert sich z. B. das TV durch Social Media? Beispiele: Zum Superbowl oder Tatort wird getwittert, andererseits zitieren Sendungen aus Facebook und Twitter.

Thomas Pleil: Ja. Ob es die Fernsehmacher wollen oder nicht: Die Kanäle rücken enger zusammen. Der Rückkanal, den TV selbst nicht bietet, wird zunehmend durch Twitter und vor allem Facebook hergestellt. Meist hat man den Eindruck, die Fernsehsender nehmen das kaum wahr, gelegentlich wird versucht, das Ganze durch Apps zu befördern oder sogar Diskussionen aus dem Web live im TV aufzugreifen.

Diese Entwicklung kann natürlich auch weitreichende Folgen für Kommunikationsabteilungen haben: Denn es wird ja nicht nur getwittert, wer gerade ein Tor geschossen hat oder was Frau Lindholm anhat, sondern auch Magazinsendungen oder Nachrichten werden so begleitet. Gerade hier experimentieren ja einige Fernsehsender damit, während oder nach der Sendung die Zuschauer mit Hilfe des Internets einzubinden. Wird dort z. B. über ein Unternehmen berichtet, kann blitzschnell online eine muntere Diskussion entstehen - und zwar zu Zeiten, in denen die PR-Abteilung meist gar nicht besetzt ist und mit einer Intensität, die erschreckend sein kann. Der WWF hatte vor einigen Monaten diese Erfahrung gemacht, aber auch versucht, live zu reagieren.

Nadja Amireh: Journalisten, die bloggen oder Blogger, die hochwertige Artikel mit journalistischem Anspruch schreiben - die Grenzen verschwimmen. Das schafft neue Herausforderungen beim Medienkonsum: Wie kann der Nutzer die Relevanz und Vertrauenswürdigkeit einer Meldung und ihres Absenders einschätzen?

Thomas Pleil: Die Lektüre eines Beitrags wird hierzu allein oft nicht ausreichen. Allerdings kann man mit einigen Mausklicks zum Beispiel ganz gut nachvollziehen, wer in einem Weblog mitdiskutiert, welche anderen Seiten das Blog verlinken und damit referenzieren oder wie etabliert das Blog bzw. sein Betreiber ist. Bei vielen (Fach-)Themen ist es üblich, dass die Autoren mit ihrem Namen auftreten und andere Online-Profile wie Xing oder Facebook verlinken. Ein anderes Indiz könnte sein, welche Qualität die verwendeten (und hoffentlich verlinkten) Quellen haben.

Sehr viel schwieriger ist es natürlich, wenn Autoren pseudonym auftreten, etwa, weil sie Repressalien fürchten. Dennoch gibt es hier mit einfachen Mitteln die Möglichkeiten, zumindest einen Eindruck des Netzwerkes zu bekommen, in dem sich ein Autor bewegt, beispielsweise, indem man schaut, wer eine Meldung weiter trägt. Allerdings: Gegen einen gut gemachten Fake ist man kaum gefeit - meist aber kommen diese trotzdem ans Licht.

Nadja Amireh: Wo sehen Sie die Medientrends der Zukunft? Geben Sie uns einen Ausblick?

Thomas Pleil: Ich denke, wir bekommen es im Alltag immer selbstverständlicher mit Medienanwendungen zu tun, die uns umhüllen und zum Beispiel auf uns reagieren, ein Stichwort: Ambient Intelligence. An unserer Hochschule haben zum Beispiel Studenten im letzten Semester einen Fahrstuhl konzipiert, in dem Musik und Beleuchtung sich automatisch an die Stimmung der Fahrgäste anpassen. Andere Erwartungen: Die digitalen Nachrichten- und Unterhaltungsangebote werden sich sicher noch stärker an die mobile Internetnutzung anpassen und es wird zwischen Plattformen und Kanälen noch mehr Verbindungen geben. Und natürlich werden wir die zunehmende Bandbreite nutzen, beispielsweise durch noch mehr Videos. Klar ist wohl auch, dass wir noch mehr Alltags- und Arbeitsprozesse im Netz abwickeln werden. Und die "alten Medien" werden vermutlich weiterhin an Nutzern bzw. Abonnenten verlieren, einige werden aber sich aber neu positionieren, so dass auch nach 2035 noch Druckerpressen laufen werden. Ob sie jeden Tag eine Zeitung ausspucken, muss man mal sehen.

Zum Blog Das Textdepot von Thomas Pleil, zur Vita von Thomas Pleil

 

 

 

 

Comments are now closed for this entry

Personalien

Eicher neuer Geschäftsführer bei Cyrano und Leiter des neuen Standorts in München

Eicher Markus Gf CyranoMarkus Eicher (44, Foto) ist seit dem 1. Juli neues Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafter bei der Münsteraner Agentur Cyrano. Die Hauptaufgabe Eichers ist es, den neuen Standort in München zu entwickeln, den Cyrano zeitgleich eröffnet. Mit dem neuen Geschäftsführer und einem fünfköpfigen Team in München stärkt die Full-Service-Agentur für PR und Öffentlichkeitsarbeit insbesondere die Bereiche Krisenkommunikation und Change Communication. Eicher kommt von der Münchner Agentur wbpr, wo seit 2005 als Geschäftsführer für das operative Geschäft verantwortlich war. Der neue Gesellschafter ergänzt die bestehende Geschäftsführung um Alexander Springensguth und Reinald Meyer. Zeitgleich steigt Jost Springensguth aus der Cyrano-Geschäftsführung aus. Der ehemalige Chefredakteur des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages, der „Westfälischen Nachrichten“ und der „Kölnischen Rundschau“ bleibt als Berater aktiv und betreut seine bestehenden Mandate weiterhin.

weiterlesen

Etats

Kampagne „eFlotte – elektromobil unterwegs“ nach Sachsen-Anhalt ausgedehnt

E Flotte LogoDie laufende Kampagne „eFlotte – elektromobil unterwegs“ wird nach dem Start in Hessen und Mecklenburg-Vorpommern nun auch nach Sachsen-Anhalt ausgedehnt. Das Ministerium für Landesentwicklung hat die Agentur PP:Agenda beauftragt, die Aktionen für mehr Elektromobilität nun auch in Sachsen-Anhalt zu starten. Die Kampagne „eFlotte– elektromobil unterwegs“ ist in Sachsen-Anhalt unter anderem auch in das Projekt „Grüne Mobilitätskette“ eingebettet. Die Kampagne macht Elektromobilität branchenübergreifend auch für kleine und mittelständische Unternehmen in Sachsen-Anhalt (SAH) erlebbar. Denn Unternehmen, Selbständige und öffentliche Verwaltungen dürfen vom 27. September bis 7. Oktober 2016 kostenfrei und umfassend ein Elektroauto im Arbeitsalltag testen.

weiterlesen

Agenturen

Ketchum beruft internationales Führungsteam – ohne Popp, mit Wagner

Wagner Victoria Geschftsfhrende Gesellschafterin BrandzeichenPopp Dirk CEO KetchumPleonKetchum, eine der weltweit führenden PR- und Kommunikationsagenturen, hat ein neues, internationales Führungsteam zusammengestellt. 20 Manager wurden Mitglied im neuen Global Leadership Council (GLC), das das internationale Netzwerk operativ mit verbessertem Kundenservice und strategisch mit neuen Wachstumsimpulsen voranbringen soll. Das neue Gremium setzt sich zusammen aus den Köpfen der wichtigsten Regionen, Units, Etats, Corporate Funktionen sowie aus anderen Bereichen mit strategischer Bedeutung. Es ersetzt und erweitert das bisher maßgebliche Executive Committee. Aus Deutschland wurde überraschenderweise Victoria Wagner (Foto l.) berufen, CEO der Düsseldorfer Agentur Brandzeichen. Dirk Popp (r.), CEO von Ketchum Pleon, gehört dem GLC nicht an. Und das, obwohl Ketchum Pleon als Nr. 2 der Agenturen in Deutschland für das internationale Ketchum Netzwerk eine deutlich gewichtigere Rolle spielt als die Agentur Brandzeichen, die 2013 von Ketchum Pleon gekauft wurde. Prompt führte das zu Spekulationen. Nicht nur für „PR Report“-Chefredakteur Daniel Neuen mutet es merkwürdig an, dass Wagner und nicht Popp dem Gremium angehört. Popp wiederum reagierte gelassen.

weiterlesen

Unternehmen

Dell und BVMW starten Kampagne für „Mission: Mitarbeiter“

Mission Mitarbeiter Dell u BVMWIm Zeitalter der Digitalisierung benötigt auch der Mittelstand ein neues Verhältnis zu Mitarbeitern. Gemeinsam mit dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), Berlin, und Business-Neudenker Edgar K. Geffroy setzt die Dell GmbH, Frankfurt am Main, die „Mission: Mitarbeiter“ auf die Agenda. Um die internationale Stellung des deutschen Mittelstands in der Ära der Digitalen Transformation zu festigen, ist weiterhin viel Innovationskraft notwendig. Dafür sind kompetente und engagierte Mitarbeiter unerlässlich. Qualifizierte Mitarbeiter sind ein klarer Wettbewerbsvorteil. Doch die besten Köpfe werden mehr und mehr zu einem knappen Gut. Die demografische Entwicklung, aber auch Versäumnisse in der Bildungspolitik, setzen Unternehmen unter Druck: Sie müssen um jeden einzelnen Mitarbeiter kämpfen. Damit verschieben sich die Machtverhältnisse in den Firmen – haben sich bisher Mitarbeiter bei Unternehmen beworben, so müssen sich jetzt die Unternehmen bei qualifizierten Mitarbeitern bewerben. Der Kampf um die besten Köpfe wird zu einer entscheidenden Voraussetzung für die Digitalisierung.

weiterlesen

Organisationen

ABDA plant neue Öffentlichkeitsarbeit ab 2017: Eigener Newsroom soll kommen

Kern Reiner Pressesprecher ABDAEine neue Vollzeitstelle, der Ausbau der Online-Präsenz und ein „Newsroom“, der tagesaktuell über die Arbeit der Organisation berichtet: Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) will ihre Öffentlichkeitsarbeit deutlich verstärken. Das geht aus dem Entwurf für den ABDA-Haushalt 2017 hervor. Unter der Leitung von Reiner Kern (Foto) hat die Stabsstelle Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der ABDA aktuell acht hauptamtliche Vollzeitstellen, verteilt auf zehn Personen. Die Aufgaben der Stabsstelle umfassen die klassische Pressearbeit, also beispielsweise den Kontakt mit Journalisten. Es geht aber auch um Öffentlichkeitsarbeit: Dazu gehören etwa die Koordination von PR-Aktionen und Kampagnen mit externen Agenturen. Alleine bestimmen kann die ABDA die Leitlinien der Öffentlichkeitsarbeit allerdings nicht. Seit einigen Jahren gibt es einen PR-Ausschuss, in dem alle Presse- und Öffentlichkeitsbeauftragte der 34 Mitgliedsorganisationen zusammenkommen.

weiterlesen

Branche

Interview mit PR-Jurymitglied H. Kempe: „Wer sich mit den Besten messen will, muss nach Cannes“

CannesFestival LogoKempe Henning GfFleishmanHillardDie diesjährige Bilanz zum Kreativitätsfestival in Cannes fällt aus deutscher Sicht mager aus (Siehe dazu den Bericht anderer Stelle im „PR-Journal“). Statt 74 Löwen im Vorjahr gewannen deutsche Teilnehmer 2016 über alle Disziplinen hinweg nur 64 Awards. Speziell in der PR-Kategorie gelangten nur acht deutsche Einreichungen auf die Shortlist, davon wurden zwei von der Jury mit einem bronzenen Löwen bedacht. Mit entschieden hat Hanning Kempe, CEO von FleishmanHillard in Deutschland. Zum ersten Mal war er in Cannes dabei. Im Interview mit dem „PR-Journal“ erklärt er, warum PR-Agenturen insgesamt mäßig abgeschnitten haben und warum es sich dennoch lohnt in Cannes dabei zu sein.

weiterlesen

Medien

Becker löst Baumann als ARD-Chefredakteur ab

Becker Rainald Chefred ARD 2016Rainald Becker (56, Foto © ARD) wird zum 1. Juli neuer Chefredakteur der ARD und die Bereiche Politik, Gesellschaft und Kultur im Ersten koordinieren. Er tritt die Nachfolge von Thomas Baumann (54) an, der wiederum Beckers Aufgaben als stellvertretender Chefredakteur im ARD-Hauptstadtstudio Berlin übernimmt. Baumann war zehn Jahre lang Chefredakteur der ARD. Nachfolger Becker begann seine Karriere 1982 als Fernsehjournalist beim WDR, war später unter anderem Fernsehkorrespondent im ARD-Hauptstadtstudio Berlin, Leiter der Redaktion Weltspiegel beim Südwestrundfunk und schließlich seit 2009 in seiner jetzigen Position. Er ist den Zuschauern außerdem als einer der Moderatoren des „Berichts aus Berlin“ und als Kommentator in den „Tagesthemen“ bekannt.

CSR + Reputation

Studie: Soziales Engagement zahlt sich für Unternehmen aus

Infografik CSR Monitor 2016Kaufen auch Sie lieber Produkte von Unternehmen, die soziales Engagement für Umwelt und Gesellschaft nicht nur versprechen, sondern vorleben? Einer aktuellen repräsentativen Umfrage zufolge ändern die Deutschen bewusst ihr Konsumverhalten, um verantwortungsvolles Handeln von Unternehmen zu würdigen. Das Hamburger Marktforschungsinstitut Dr. Grieger & Cie. hat im April 2016 im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 1.017 Verbraucher zwischen 18 und 69 Jahren zu verantwortungsvollem Unternehmertum und Corporate Social Responsibility (CSR) online befragt. Dabei wurden unterschiedliche Aspekte wie Erwartungen von Verbrauchern an CSR-Aktivitäten von Unternehmen sowie die Auswirkungen solcher Maßnahmen auf das Kaufverhalten untersucht. Die Studie identifiziert unterschiedliche Konsumententypen, denen Unternehmen mit einem passenden CSR-Portfolio begegnen müssen, um Glaubwürdigkeit und Unternehmenserfolg beeinflussen zu können. Die Grafik von Dr. Grieger & Cie. zeigt, dass 76 Prozent der Studienteilnehmer bereit sind, für ein identisches Produkt einen höheren Preis zu zahlen, sofern es von einem sozial engagierten Unternehmen hergestellt wurde.

weiterlesen

Social Media

Online-Studie zu Social Media- und Community-Management

Ellermann Ben BVCMWagner David GGSSocial Media- und Community-Manager gehören zu einer Berufsgruppe, die erst seit einigen Jahren existiert und noch kaum erforscht ist. Wie das Arbeits- und Organisationsumfeld dort aussieht und welche Aufgaben ein Social Media- und Community-Professional zu bewältigen hat, untersucht die Studie „Status von Social Media- und Community Management in D-A-CH 2016“. Außerdem erhebt das Forscherteam um Ben Ellermann (Foto), Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Community Management (BVCM), und David Wagner, German Graduate School of Management and Law (GGS), beide Heilbronn, die Wirkung von Community-Management auf den Erfolg von Organisationen. Die Online-Studie findet nach 2015 zum zweiten Mal statt. „Durch das dynamische Social Media-Umfeld und den fortschreitenden digitalen Wandel versprechen wir uns dieses Jahr zahlreiche neue Erkenntnisse“, sagt Wagner, der die Studie leitet.

weiterlesen

Autoren-Beiträge

Autorenbeitrag zum Thema Kulturwandel: Warum Kommunikationsmanager auf VW schauen

Griepentrog Wolfgang Foto„Culture eats strategy for breakfast“. Vielleicht haben dem Vorstandschef von Volkswagen Matthias Müller letzte Woche bei der Verkündung seiner neuen Konzernstrategie (siehe dazu den Beitrag „Neue Struktur und Verantwortlichkeiten in der Volkswagen Konzernkommunikation“ im „PR-Journal“) diese berühmten Worte im Ohr geklungen, die dem Management-Guru Peter Drucker zugeschrieben werden. Fest steht jedenfalls, dass der Kulturwandel eines der Top-Themen in allen großen Konzernen ist. „Der Kulturwandel ist zum Leitbegriff einer sicher verändernden Unternehmenswelt geworden“, meint auch „PR-Journal-Autor“ Wolfgang Griepentrog (Foto) in einem aktuellen Beitrag. Seiner Meinung nach setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass eine strategische Neuausrichtung von Unternehmen den Kulturwandel nicht nach sich zieht, sondern voraussetzt. Griepentrog beschreibt, warum sich vor allem größere Konzern mit dem Kulturwandel schwer tun.

weiterlesen

Kommentare

Kommentar zum DPRG ZukunftsForum 2016: Die DPRG erneuert sich

Dillmann Thomas FotoDie Deutsche Gesellschaft für Public Relations (DPRG) modernisiert sich. Wer die Berichterstattung zum DPRG-Zukunftsforum in Gelsenkirchen liest, der stößt auf positive Resonanz zur Veranstaltung und zum Bemühen des Verbandes, neue Akzente zu setzen. Mit dem Thema „Digitalisierung“ hat die DPRG einen Nerv getroffen. „Digitalisierung“ brennt vielen Kommunikationsmanagern unter den Nägeln, die Unsicherheit in der Herangehensweise wird allerorten geteilt. Da tut es gut, sich im Kreise von Kollegen, die vor den selben Herausforderungen stehen, einen offenen Austausch zu pflegen. Die vielen positiven Tweets bei Twitter (#ZukuFo) schon während der Veranstaltung am 9. und 10. Juni zeugen davon. Berichte von Studierenden aus Münster (campus relations) und Hannover (PRSH) im „DPRG-Journal“ zeigen zudem, dass sich die jüngere Generation vom Angebot des ältesten Kommunikationsverbandes angesprochen fühlt. Natürlich zieht auch DPRG-Vorstandsmitglied Thomas Zimmerling in eigener Sache eine positive Bilanz („DPRG-Journal“), geschenkt!

weiterlesen

Termine

Edelman.ergo feiert Fusion im Münchner Domizil

Garrels Christian ADAC Marell Susanne Sievers Bjoern Edelman.ergo Fink Johanna ADACMan muss die Feste feiern, wie sie fallen. Gerade mal 21 Monate ist es her, dass Edelman, die größte unabhängige PR-Firma der Welt, zu einer Grillparty nach München einlud. Anlass war damals der Umzug in ein neues Domizil, in einem hochmodernen Bürogebäude, direkt neben dem Olympia Einkaufszentrum (OEZ) in der Pelkovenstraße 147. Im vergangenen Dezember ist aus Edelman Edelman.ergo geworden, Anlass genug für ein neuerliches "office opening", das am 23. Juni wieder mit einem Grillfest begangen wurde. Thematischer Aufhänger der Veranstaltung war das Edelman Trust Barometer, eine in jährlichem Turnus durchgeführte Studie, die das Vertrauen in Regierungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Unternehmen und Medien misst. Sie wurde in diesem Jahr zum 16. Mal von der „hauseigenen“ Marktforschungsfirma Edelman Intelligence durchgeführt.
Auf dem Foto von links: ADAC-Kommunikationschef Christian Garrels, Edelman.ergo CEO Susanne Marell und Managing Director Björn Sievers sowie ADAC Online-Chefin Johanna Fink.

weiterlesen

Bildung

depak bietet einjähriges „Studium Kommunikationsmanagement“ an

Depak LogoDie Deutsche Presseakademie (depak) in Berlin bietet ab dem 12. September 2016 das einjährige „Studium Kommunikationsmanagement“ (KMS) an. Es bietet eine Grundlagenausbildung für alle, die professionelle Kommunikationsarbeit erlernen und vertiefen möchten. In zwei intensiven Präsenzphasen in Berlin und vier Webinaren besprechen und vertiefen die Teilnehmer zentrale Kenntnisse in gemeinsamen Übungen. Im Vordergrund des Studiums stehen komplexe Kommunikationskonzepte, tragfähige Social Media-Strategien, Change- und Krisenkommunikation, aber auch klassische Medienarbeit und die Beziehungen zu Influencern. Hinzu kommen Strategien des Kommunikationsmanagements und Content Marketings. Umfangreiches Lehrmaterial ergänzt das gemeinsame Lernen. Audio- und Video-Trainings stehen ebenso wie zahlreiche Studienbriefe online zum Abruf.

weiterlesen

Studien

Wien: Studie des PR-Ethik-Rats zeigt ethische Risiken und mögliche Glaubwürdigkeitsverluste – Moral für Kommunikationsbranche nicht mehr leistbar?

PRVA PR Ethik Rat Faber Wiener Einwiller Mhlbauer 300x200Die Kommunikationsbranche steht vor immensen unternehmensethischen Herausforderungen. Ökonomisierung, Wettbewerbs- und Erfolgsdruck und immer kurzfristigeres Denken führen immer öfter zu Grenzüberschreitungen. Hinzu kommen Entwicklungen der Kommunikation, die diese Abkehr verstärken: Abbau des objektiven Journalismus zugunsten von Content Marketing und vor allem die noch großteils rechtlich ungeregelten Mechanismen und Anwendungsbereiche der digitalen Medien stellen Kommunikatoren in Unternehmen wie auch Agenturen vor große Herausforderungen.
Dies sind nur einige Ergebnisse einer qualitativen Befragung und Analyse des österreichischen PR-Ethik-Rats (Foto: v.l.n.r.: Gabriele Faber-Wiener, Sabine Einwiller, Brigitte Mühlbauer). Ziel war und ist es, einen Überblick über die größten ethischen Herausforderungen, Dilemmata und Probleme zu erhalten, um einerseits einen öffentlichen Diskurs anzuregen, den es so in Österreich derzeit nicht gibt, und andererseits geeignete Hilfestellungen für einen besseren Umgang zu geben.

weiterlesen

Lesehinweise

ARD und ZDF: Professionelle PR geht nur mit Vertrauen und nicht mit Vertraulichkeit

Von Gagen bis Sportrechten - die Dauer-Dementierer: ARD/ZDF und das liebe Geld. Die ARD sieht sich in Sachen Transparenz in finanziellen Dingen ganz weit vorn, wie auch die ARD-Vorsitzende Karola Wille in der "FAZ" gerade wieder betonte. Konkrete Zahlen gibt's häufig trotzdem nicht, weshalb man aus dem Dementieren gar nicht raus kommt. Dazu hat Uwe Mantel im Medienmagazin DWDL einen lesenswerten Beitrag geschrieben.
Es geht uns nicht darum, wer nun bei den Honoraren etc. recht hat. Es geht darum, dass die Öffentlich-Rechtlichen endlich lernen, professionelle Pressearbeit und PR zu machen. Und Vertrauen in der Öffentlichkeit gewinnt man nicht durch falsch vorgeschobene Vertraulichkeit sondern durch Offenheit. Oder hat es sich bis zu den ARD-/ZDF-Verantwortlichen noch nicht rumgesprochen, dass in den heutigen Internetzeiten irgendwann doch alles rauskommt? Haben beitragsfinanzierte Sender etwa Sonderrechte? Dürfen Beitragszahler nicht wissen, was z.B. die Bundesligarechte kosten? Der Privatsender Sky nennt offen alle Zahlen - die peinliche ARD-Volker-Herres-Begründung: Sonderrechte als Aktiengesellschaft. Geht's bitte etwas intelligenter?! -fff-
Hier geht's zum DWDL-Artikel.

Preise und Awards

eco Gala: Vordenker der Internetbranche mit eco Internet Awards geehrt

Eco Internet Award 2016 Preistraeger u NominierteAm 23. Juni ehrte eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. zum 16. Mal Unternehmen der Internetbranche für außergewöhnliche Leistungen. In sechs Kategorien zeichnete die Fachjury in Köln innovative Lösungen aus, die künftig in Bereichen wie Mobility, Entertainment, Sicherheit und Infrastruktur unerlässlich sind. Unter den Preisträgern des eco Internet Award finden sich namhafte Unternehmen wie die DPD Dynamic Parcel Distribution, aber auch junge Unternehmen wie das deutsch-amerikanische Start-up Hashplay. Den Sonderpreis des Landes NRW für die Digitale Wirtschaft erhielt auxmoney.

Das Foto (© „eco“) zeigt Preisträger und Nominierte des eco Internet Award 2016.

weiterlesen

STAMM Medien-News

Stamm Medien-Newsletter Juni 2016

Der Stamm-Verlag in Essen dokumentiert seit 1947 als einziger deutscher Verlag komplett alle Medien (ca. 24.000) in Deutschland (Print / Zeitungen + Zeitschriften, Rundfunk / Radio + Fernsehen, Online (seit 2003)). Im Mai 2016 wurden 3.567 Medien aktualisiert, im letzten Quartal waren es insgesamt 19.942 Medien. Der monatliche „Stamm Medien-Newsletter“ informiert über aktuelle Änderungen in der deutschsprachigen Medienlandschaft (Deutschland, Österreich, Schweiz). Mit freundlicher Genehmigung folgen hier einige Meldungen:

weiterlesen

GPRA im Dialog

Bei consense communications zählt Haltung – Agenturchefin Birgit Krüger erklärt, warum das wichtig ist

Krueger Birgit Consense Com Interview LPRS IIIFür die Gesellschaft PR-Agenturen (GPRA) sind Nachwuchsförderung und die gezielte Verbesserung des Images von Kommunikationsagenturen gegenüber Studierenden wichtige Ziele der Verbandsarbeit. Mehrfach hat der Verband betont, dass Agenturen ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern und künftig stärker im Sinne eines Employer Brandings am Markt agieren wollen. Eine konkrete Maßnahme setzt die GPRA in 2016 in Kooperation mit dem „PR-Journal“ um. Monatlich stellt sich ein Agenturchef der GPRA den Fragen von Studierenden, die sich in den Initiativen in Hannover (PRSH), Leipzig (LPRS), Mainz (kommoguntia) und Münster (campus relations) engagieren. Die haben damit die Gelegenheit, alle Fragen über das Agenturgeschäft zu stellen, die sie für relevant halten. In der sechsten Folge stellte sich Birgit Krüger (Foto r.), Inhaberin und Geschäftsführerin von consense communications in München, den Fragen von Jasmin Weber (M.) und Sebastian Weber (l.), beide Studenten des Masterstudiengangs Communication Management in Leipzig, und im LPRS e.V. engagiert.

weiterlesen