Social Media + Web 2.0
Tippen oder Telefonieren? Über Sinn und Unsinn von Social Media-Kampagnen
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 23. August 2010 um 18:56 Uhr Montag, den 23. August 2010 um 18:46 Uhr
Verglichen mit den USA hält sich die Zahl der hiesigen Unternehmen, die Twitter & Co. langfristig in ihre Kommunikations- und Marketingstruktur integrieren, noch in überschaubaren Grenzen. Laut einer aktuellen Studie der Deutschen Bank nutzen zwar etwa 40 Prozent der deutschen Unternehmen Social Media-Anwendungen – über den Experimentierstatus gelangen sie jedoch oft nicht hinaus. Vielerorts wird daher geraten, die Chancen im Web 2.0 endlich ernsthaft zu nutzen. Michael Maasmeier, Geschäftsführender Gesellschafter der Counterpart Group, findet den Hype um Twitter und Konsorten übertrieben und rät, auch mal wieder zum Telefonhörer zu greifen.
Die Vorteile der knackigen Facebook-Posts und Twitter-Einträge liegen auf der Hand: Die kompakten Botschaften erreichen ihre Zielgruppe unmittelbar. Zumindest wenn diese weiß, wo der PC an- und ausgeht und was eine iPhone-App ist. Doch nicht für jedes Unternehmen lohnt eine Präsenz in Social Media-Portalen. „Grundsätzlich empfehlen wir B2C-Kunden, deren Fokus auf Verkaufsförderung liegt und die ihre Kundennähe verstärken wollen, im Netz aktiv zu werden. Denn hier bieten sich zahlreiche innovative Möglichkeiten, um Kunden- und Imagebildung voranzutreiben oder Kaufanreize zu schaffen“, berichtet Maasmeier. Kurzfristige Impulse zum Abverkauf setzen zum Beispiel Starbucks und Lufthansa: So verschenkt das Kaffeeunternehmen Rabatt-Coupons unter seinen Twitter-Followern; die deutsche Fluggesellschaft bietet Last Minute-Flugtickets an.
Virtuelle Stolperfallen
Für Maasmeier sollten klassische Tools der Kundenbindung jedoch nicht in Vergessenheit geraten: „Die ganze Aufregung um soziale Netzwerke kann ich nur bedingt nachvollziehen. Natürlich bietet das Netz neue Möglichkeiten, aber eben nicht für Jedermann. Manchmal ist ein persönliches Telefonat mit dem Kunden halt doch mehr Wert als dieses 140-Zeichen-Geschnatter“. Junge und lifestylige Unternehmen, die Präsenz bei der webaffinen Zielgruppe zeigen wollen, dürfen jedoch laut Maasmeier in sozialen Netzwerken nicht fehlen. Ihr Engagement sollte allerdings langfristig angelegt und ernsthafter Natur sein. „Wichtig ist das Einbetten in eine übergreifende Strategie. Um eine zielgenaue Ansprache zu garantieren, muss zudem eine Auswahl an relevanten Foren, Weblogs oder Blogs getroffen und entsprechend gescreent werden. Hier sollte man sich definitiv an Profis wenden, denn die Weiten des World Wide Web sind unergründlich“.
Vorteile von Social Media
Wer eine strategisch ausgerichtete und langfristige Social Media-Kampagne umsetzt, wird die Vorzüge sozialer Netzwerke schnell kennenlernen: Facebook & Co. ermöglichen es, mühelos mit einem breiten Publikum in Kontakt zu treten und dabei der Marke ein persönliches und authentisches Gesicht zu geben. „Vorraussetzung ist, mit der Web 2.0-Gemeinde einen glaubwürdigen Dialog zu führen. Nur dann kann dies langfristig positiv zur Kundenbindung beitragen. Die Kommunikation auf Augenhöhe mit der Zielgruppe zahlt dann garantiert auf das Image des Unternehmens ein“.. Manche Firmen verstehen Social Media Portale bereits als perfekte Ergänzung zum Kunden-Support. Auf Beschwerden oder auch bei Krisen kann das Unternehmen unmittelbar reagieren und somit schnell die Wogen glätten. Endverbraucher wird darüber hinaus ein echter Mehrwert geboten, indem auf Fragen und Wünsche in Echtzeit eingegangen wird.

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