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LPRS: Transparenz und Dialog als Lösung

Für die Kommunikation zu gesellschaftlichen Konfliktthemen gibt es für Unternehmen, Parteien und andere Organisationen keine Alternative zu Transparenz und Dialog – das ist eines der zentralen Ergebnisse des 6. LPRS>>Forum. Bereits zum sechsten Mal lud der LPRS - Leipziger Public Relations Studenten am 15. April hochkarätige Experten aus Kommunikationswirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nach Leipzig ein, um zu erörtern, was die PR-Branche aktuell umtreibt. Unter dem Titel „Einstimmig dafür. Mehrheitlich dagegen. Kommunikation im Konflikt mit der Gesellschaft“ diskutierten Elisabeth Schick (Leiterin Unternehmenskommunikation, BASF SE), Jens Jessen (Ressortleiter Feuilleton, "Die Zeit"), Friedhelm Hengsbach SJ (Sozialethiker) und Wolfgang Tiefensee, MdB (SPD). Die Diskussion wurde von der PR-Beraterin und LPRS-Alumna Peggy Hoy, Wien, moderiert.

Eine neue Protestkultur, forciert durch das Internet und vor allem die sozialen Medien, bringt das Gefüge aus Wirtschaft, Politik, Medien und Gesellschaft durcheinander, darin waren sich die Diskutanten einig. Zwar sei „bürgerlicher Protest an sich ja nichts Ärgerliches“, wie der Zeit-Journalist Jessen betonte, „im Gegenteil, es ist gut, wenn dadurch ein gewisser Schreck durch die Wirtschaft und die Politik geht.“ Aber professionelle Kommunikatoren stellt das vor neue Herausforderungen – spätestens seit Stuttgart 21 ist das der PR-Branche klar. Doch wie kann eine neue Kommunikationskultur aussehen, die den zahlreichen konfligierenden Interessen in der Gesellschaft gerecht wird, und welche Rolle spielen Kommunikatoren in Zukunft im Umgang mit tatsächlichen oder vermeintlichen Mehrheiten? „Vertrauensbildung, Transparenz und Dialog können davor bewahren, dass Konflikte mit der Gesellschaft entstehen und das Unternehmen ernsthafte Reputationsschäden davonträgt“, so die BASF-Kommunikationschefin Schick. Für sie besteht die Rolle von Kommunikation im Unternehmen vor allem darin, ein „Ohr an die Außenwelt“ zu legen und mögliche Konsequenzen unternehmerischer Entscheidungen aufzuzeigen.

„Wir brauchen Verfahren, die die Bürger frühzeitig in Entscheidungen mit einbeziehen“, forderte Tiefensee, dem die Diskussion mit unterschiedlichen Interessenvertretern durch seine zurückliegenden Tätigkeiten als Leipziger Oberbürgermeister und Bundesverkehrsminister bekannt ist. Auch die Rolle der Medien beleuchtete die Runde. Im Kampf um Aufmerksamkeit  schränkten sie sich in ihrem ökonomischen Überlebenskampf ihrer Rolle als vierte Gewalt oft ein und „vernachlässigen dabei manchmal ihre Aufgabe, komplexe Themen und Konflikte hinreichend reflektiert darzustellen“, kritisierte Jessen.

Hengsbach sieht ein weiteres Problem für die künftige Kommunikation bei Gesellschaftskonflikten: Seiner Auffassung nach lasse sich die Politik vor den Karren von Lobbyisten spannen. Für ihn liegt deshalb die zentrale Herausforderung für zukünftige Kommunikation vor allem darin, Kommunikationsasymmetrien und damit Vermittlungsprobleme zu überwinden. Dabei seien die neuen Medien eine Möglichkeit, ein Gegengewicht gegen die wirtschaftlichen und politischen Eliten zu erzeugen, ist er überzeugt. Wenngleich Tiefensee und Schick die Kritik des Sozialethikers am Zusammenspiel von Wirtschaft und Politik nicht teilten, so pflichteten sie ihm doch bei, dass Facebook & Co. ein großes Potenzial für die Vermittlung zwischen wirtschaftlichen und politischen Organisationen und ihren gesellschaftlichen Anspruchsgruppen darstellen. Einig waren sich die Experten abschließend immerhin auch im folgenden Punkt: Künftig kommt niemand umhin, transparent zu kommunizieren und durch Dialog für mehr Beteiligung der Bürger an politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen zu sorgen. → www.lprs.de

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