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Kerlikowskys Kommentar über... das Scheitern der Marktwirtschaft in Europa

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Guten Tag! Angela Merkel hätte nach ihrer Ausbildung in der pleite gegangenen DDR und nach ihrem Wechsel in die bundesrepublikanische Politik, vielleicht auch etwas von Erhardt und den Autoren von Büchern über die soziale Marktwirtschaft lesen sollen "Scheitert der Euro, dann scheitert Europa", sprach Bundeskanzlerin Angelika Merkel zu Beginn der Eurokrise. Sie hätte im Sinne der Marktwirtschaft sagen sollen, Europa scheitert, wenn der Euro die Währung von EU-Mitgliedsländern ist, deren Wirtschaft sich unterschiedlich entwickelt, und die bewusst gegen die Verschuldungskriterien verstoßen.

Nach dem Vertrag von Maastricht verstößt auch die Bundesrepublik bereits einige Jahre gegen den Vertrag. Bei einer Staatsverschuldung von über 83 Prozent bei erlaubten 60 Prozent bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt, hätte  Deutschland der Logik nach die Euro-Zone verlassen müssen. Doch heraus zu kommen ist schwieriger als hinein; denn dafür gibt es kein Procedere.

Wie glücklich können die 10 EU-Länder sein, die noch nicht den Euro als Währung haben. Großbritannien kann unabhängig über seine Finanz- und Wirtschaftspolitik entscheiden, und deshalb die Probleme im Land schneller beseitigen als es mit den Euro als Währung möglich wäre. Tschechien und Polen verzeichnen viel höhere Wachstumsraten als alle Euroländer. Müsste das nicht auch die Politiker, die um den Erhalt des Euro kämpfen, zum Nachdenken bringen? Müssten sie nicht auch einmal den Gründen nachgehen, warum das Wachstum und die Verschuldung in Euro-Ländern so unterschiedlich sind? Haben sie noch nie davon gehört, dass Länder viel exportieren, wenn ihre Währung gegenüber starken Währungen schwach ist? Registrieren sie nicht, dass China den Yuan schwach hält und dadurch so erfolgreich im Export ist?

Merkel müsste doch langsam wissen, dass die ganzen Hilfspakete für die Krisenländer Griechenland, Portugal, Spanien und Irland prosperierende EU-Länder nach unten ziehen. Wo sollen in Deutschland die 465 Milliarden Euro herkommen, mit denen laut Ifo unser Land durch die Haftung für den neuen Euro-Rettungsschirm im Risiko ist? Deutschland hat zwar auf Grund der 80 Millionen Einwohner die größte Wirtschaft in Europa; doch kaufkraftbereinigt liegen wir beim Bruttoinlandsprodukt hinter der Schweiz, den Niederlanden, Irland, Österreich, Dänemark und Großbritannien. Frankreich folgt einen Platz hinter Deutschland.

Ihr
Dr. Horst Kerlikowsky
Berlin, den 19. September 2011

Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus: ETAGE Media Selection (Copyright: Dr. Horst Kerlikowsky). Als Leser vom "PR-Journal"/"agenturcafé" können Sie kostenlos zum Kennenlernen drei Ausgaben von ETAGE MediaSelection über die E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! direkt formlos bestellen. Weitere Infos über ETAGE Publikationen und Kunst; Berlin, Telefon: (030) 3 27 52 10 oder (089) 39 02 12; Telefax: (030) 3 27 53 67; etage-info.de E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

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