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Kerlikowskys Kommentar über... die Rettung der Euro-Krisenländer, die uns in die Krise reißt

kerlikowsky1Guten Tag! Ärgern Sie sich auch, daß Ihr Geld bei einer Bank so niedrig verzinst wird? Es ist schon fast ein Glücksfall, wenn Ihr Geld höher verzinst wird als Sie durch die Inflationsrate verlieren. Wenn Sie jedoch einen Kredit brauchen, dann haben Sie Glück, wenn Sie für ihre private Anschaffung oder als Unternehmer weniger als 20 Prozent zu zahlen haben. Über die Stellung von Sicherheiten soll hier gar nicht geredet werden.

Irgendwie ist die Verzinsung von Einlagen und von Krediten verständlich. Schließlich müssen die Banken bei ihren Kunden ihre Verluste wieder einspielen, die sie durch den Kauf von Staatsanleihen von Ländern, deren Wirtschaft international nicht konkurrenzfähig ist, erlitten haben und erleiden. Pech natürlich für die so cleveren Bankiers, die nun bei einem Land wie Griechenland auf 50 Prozent des Papierwertes einer Staatsanleihe verzichten sollen. Aber zum Glück gibt es ja die Kunden in Deutschland, die mit hohen Zinszahlungen das ausgleichen.

Ich betrachte geradezu fasziniert, wie unsere Regierung die Euro- oder Bankenkrise managt. Sie läßt von der Europäischen Zentralbank ziemlich wertlose Staatsanleihen von in die Krise geschlitterten Länder aufkaufen, damit diese, so wie Griechenland, mit ihren Gläubigern, die zumeist Banken sind, keinen zu großen Ärger bekommen. Damit die Krisenländer aber weiter Schulden mit niedrigen Zinsverpflichtungen machen können, wird über Rettungsmechanismen, die hauptsächlich von Deutschland finanziert werden, indirekt Zinsen verbilligt. Aber warum, so fragt sich der deutsche Bürger und Unternehmer, sollen Länder ohne Bonität nicht sieben oder acht Prozent Zinsen Käufern ihrer Anleihen bieten? Mangelnde Bonität darf doch nicht nur bei Privaten und Unternehmen zu höheren Zinsen führen.

Wer sich die Emissionen von Großunternehmen ansieht, wird feststellen, daß je nach Bonität eines Unternehmens die Zinsen für Anleger ca. zwischen 1 und 10% schwanken. Warum sollen die Zinsen von Staaten nicht auch heutzutage marktgerecht höher oder niedriger sein? Dann würden Staaten eine solidere Finanz- und Wirtschaftspolitik betreiben. Ob sie Euro-Länder sind oder nicht, dürfte egal sein. Und so hat es auch in der Vergangenheit ganz gut funktioniert.

Nur leider haben einige Euro-Länder über ihre Verhältnisse gelebt, das heißt vereinfacht, die Löhne, Gehälter und vor allem Sozialleistungen sind in die Höhe geschossen, ohne dass die entsprechenden Leistungen der Wirtschaft erbracht wurden. Dieses Problem ist mit einer trickreichen Umschuldung nicht auszugleichen. Jeder Euro, der von uns Steuerbürgern nach dem Willen unserer Politiker in solche Länder fließt, ist bei Bürgern geklautes Geld. Und nach zweieinhalb Jahren Hilfen für Krisenländer wissen wir, dass es diese nur verleitet hat, nicht klar Schiff zu machen. Aber die Politiker glauben wohl, sie verlieren ihr Gesicht, wenn sie uns nicht weiter für Krisenländer abkassieren.

Ihr
Dr. Horst Kerlikowsky
Berlin, den 27. November 2011

Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus: ETAGE Media Selection (Copyright: Dr. Horst Kerlikowsky). Als Leser vom "PR-Journal"/"agenturcafé" können Sie kostenlos zum Kennenlernen drei Ausgaben von ETAGE MediaSelection über die E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! " data-mce-href="mailto: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! "> Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! direkt formlos bestellen. Weitere Infos über ETAGE Publikationen und Kunst; Berlin, Telefon: (030) 3 27 52 10 oder (089) 39 02 12; Telefax: (030) 3 27 53 67; etage-info.de E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! " data-mce-href="mailto: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! "> Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

In dieser Woche außerdem in "Etage Media Selection":

Kriegsgefahren: Nicht nur die USA, China und Rußland rüsten auf, sondern auch die im Streit befindlichen Länder Pakistan, Indien und die Golf-Staaten. Aber wir Deutschen rüsten ab.

Luxusgüter: Trotz der Krisenzeiten expandiert der Verkauf von Luxusgütern nicht nur in den größten Märkten USA und Japan, sondern in vielen Entwicklungsländern.

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