Der Deutsche Journalisten-Verband hat sich gegen jegliche Versuche prominenter Persönlichkeiten gewandt, Einfluss auf die kritische Berichterstattung von Medien ausüben zu wollen. Der DJV reagierte damit auf Meldungen, nach denen Bundespräsident Christian Wulff Mitte Dezember 2011 versucht haben soll, einen Bericht der Bild-Zeitung über die Finanzierung seines Privathauses zu verhindern. "Prominente müssen sich kritische Berichterstattung als Teil der Meinungsfreiheit gefallen lassen", machte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken deutlich. "Das müsste niemand besser wissen als der erste Mann im Staat."

Der Bundespräsident habe nicht nur gesetzlich geregelte Aufgaben und Pflichten, ihm komme als Staatsoberhaupt auch eine Vorbildfunktion zu. Das gelte für viele andere Prominente auch. Wulffs Versuche gegenüber Bild seien nicht vereinbar mit seiner Erklärung vom 22. Dezember, in der er die Bedeutung der Pressefreiheit ausdrücklich hervorgehoben habe. Der DJV-Vorsitzende ermutigte Journalistinnen und Journalisten dazu, sich nicht von Prominenten beeinflussen zu lassen: "Kritische Berichterstattung und Information der Öffentlichkeit sind und bleiben das Tagesgeschäft von Journalisten." (Quelle: Pressemitteilung des DJV in Berlin vom 2. Januar 2012 → djv.de )

(fff) Natürlich berichten viele Medien über dieses unsäglich dumme und würdelose Verhalten des Bundespräsidenten. Zwei Beiträge sind es wert, verlinkt und gelesen zu werden:

- ein politischer Artikel in der "Zeit.Online" am 2. Januar 2012 von Luwig Greven: "Das war's, Herr Bundespräsident"

- und ein Artikel aus Mediensicht in "Meedia" am 2. Januar 2012 von Stefan Winterbauer: "Die verlorene Würde des Präsidenten".

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