Norbert: Gerüchte+Gerichte

Gerücht: Si tacuisses …

schulz-bruhdoel norbert-58(nsb) Unser deutscher Mann in Brüssel ist schon oft maßlos unterschätzt worden. Günther Oettinger, als EU-Kommissar zuständig für Energiefragen, gilt als seelenloser Buchhalter, politisch erzkonservativ und unflexibel. Den Deutschlehrern hierzulande war er ein Sprachpanscher ersten Ranges, weil er Deutsch nur noch im privaten Rückzugsraum dulden wollte, Englisch sei die Sprache der Zeit. Kürzlich jedoch hat der schwäbische Pfiffikus einen Vorschlag gemacht, der uneingeschränkten Beifall verdiente – aber leider hat er sich schon erledigt.

Oettinger hat als einer von wenigen darauf verzichtet, rund um die Finanz-, Schulden- und Eurokrisen heiße Luft zu verbreiten. Das Gezänk um Eurobonds, Rettungsschirme etc. macht er nicht mit, sondern setzt eine konkrete Idee dagegen, eine Art Marshall-Plan: In Griechenland, Portugal und Spanien könnte die Sonnenenergie eingefangen werden, um dem ganzen Kontinent langfristig die Sorge um seine Energiezukunft zu nehmen. In den Schuldenstaaten errichten in- wie ausländische Investoren große Solaranlagen. Der Pachtzins für einige hundert Quadratkilometer unter südlicher Sonne und teilweise auch die Gewinne aus dem Verkauf der gewonnenen Energie fließen in die Staatshaushalte der Länder, um deren Schulden zu mindern.

Die Idee ist wirklich interessant, weil es erstmals darum gehen könnte, die Milliarden nicht zur Rettung von Banken und Privatvermögen einzusetzen, sondern den Ländern effektiv wieder auf die Beine zu helfen. Wesentliche Elemente des Plans nehmen den Gedanken von „Desertec“ auf, mit dem Unterschied, dass Südeuropa und nicht das instabile Nordafrika als Standort für Solaranlagen in den Blick genommen wird.

Eine erkennbar gute, zumindest diskussionswürdige Sache, sollte man glauben. Der Vorschlag ging vor zwei Wochen kurz durch die Medien, das war’s.

Und Günther Oettinger hat es selbst verschuldet. Wenige Tage später, im Stimmenfang kurz vor dem Volksentscheid über Stuttgart 21, hielt er es für richtig, über den Sinn und Unsinn von Kopfbahnhöfen zu sprechen: „Der Gare de l’Est in Paris ist ein Kopfbahnhof, weil es westlich von Paris keine Menschen mehr gibt, sondern nur noch Kühe und Atlantik.“ Mein Gott, Oettinger!

Er bleibt sich treu bleibt, der brave Mann. Vor einigen Jahren driftete seine Empfehlung fürs Englische in die Bereiche unvergesslicher Fernsehunterhaltung, weil er sich leichtsinnigerweise dabei filmen ließ, als er selbst einen Vortrag in englischer Sprache hielt. Millionen haben das im Fernsehen oder über Youtube miterleben dürfen – nichts war komischer seit Loriot. Der Journalist und Sprachkritiker Wolf Schneider bezeichnete Oettingers Rede als „das Grausamste, was man jemals in englischer Sprache auf der nördlichen Erdhalbkugel hören musste.“

Als er noch CDU-Ministerpräsident von Baden-Württemberg war und am Grabe seines Vorgängers Hans Filbinger redete, verdarb er’s so gründlich, dass er seine eigenen Worte wenig später „mit dem Ausdruck größten Bedauerns“ zurück nehmen musste.

Warum kann der Mann aus Ditzingen nicht ab und zu mal die Klappe halten? „Westlich von Paris gibt es nur Kühe und Atlantik.“ Die Franzosen können über so viel Unsinn in einem Satz nicht lachen. Die anderen Europäer auch nicht, weil sie gerade erst von einem Parteifreund und Landsmann Oettingers, Volker Kauder aus Singen am Hohentwiel, erfahren haben, dass „in Europa jetzt deutsch gesprochen wird.“ Und die Deutschen bekommen ungute Gefühle, wenn einer der ihren bei den Freunden rundum antideutsche Reflexe auslöst.

So kommt es, dass einer der wenigen guten Gedanken in diesen Krisenzeiten nicht die Aufmerksamkeit findet, die er verdient. Weil der Zwirn fehlt, um die Schwertgöschle zu vernähen.

Kommentar schreiben

Kontakt

Herausgeber:
Gerhard A. Pfeffer (seit 2004/1996)
Lendersbergstrasse 86
53721 Siegburg
Telefon: +49 (0)2241 201.30.60
Telefax: +49 (0)2241 201.30.61
Mobilfon: +49 (0)160 94.63.57.77
E-Mail: redaktion[at]pr-journal.de, gerhard[at]pfeffer.de

Verlag:
Epikeros PR-Portal Ltd., Siegburg

Monats-Statistik

April 2012:

(jeweils in Klammern kumuliert seit Januar 2012)

(i.d.R. für alle Seiten - PR-Journal, Jobbörse, Datenbanken etc.)

37.594 Visits (179.008 Jan.-Apr.)
1.253 Tagesdurchschnitt
103.905 PageImpressions (483.038)
06:03 Minuten Besuchszeit
2,8 Seitenaufrufe je Besucher
12 Kommentare (54)
1.102 Klicks für den meistaufgerufenen Artikel (Heiko Kretschmer: "10 Jahre nach Hunzinger – Eine Zwischenbilanz zur ethischen Normierung von Public Affairs.") Klickstatistik hier.

Social Media-Kontakte (gesamt: 9.542):

5.576 Twitter-Follower
1.838 Facebook-Freunde
754 Personen-Kontakte über Google+
1.039 Follower bei Pinterest (8 Boards, 50 Pins)
335 Xing-Direktkontakte

Newsletter-Statistik 

11.997 NL-Empfänger im Verteiler ("angekommen" lt. Bounce-Management von CleverReach, Oldenburg)
2.169 NewsL. geöffnet (= ca. 18 %)
2.179 Klicks auf Meldungen im NL (= ca. 49%)
55 Abonnenten lesen NL über ISSUU (4.613 Artikelaufrufe)
349 Einzelmeldungen (1.517)
18,4 Meldungen je Arbeitstag
3 Newsletter-Ausgaben (15)

Anmerkung: Die Zugriffsstatistik zählen wir mit IVW + GoogleAnalytics.

Datenbanken-Statistik:

1.654 Einträge PR-Agenturen und -Berater
409 Einträge Dienstleister im PR-Bereich
125 Ausbilder im PR-Bereich
137 Teilnehmer am PR-Ranking 2011
1.368 Einträge PR-WebsiteCheck

weitere Infos auf der eigenen Startseite

Jobbörsen-Statistik:

47 Stellenangebote (198)
3 Stellengesuche (31)

weitere Infos auf der eigenen Startseite

Jahres-Statistik

Januar - Dezember 2011:

(i.d.R. für alle Seiten - PR-Journal, Jobbörse, Datenbanken, agenturcafe etc.)
481.000 Visits
1.318 Tagesdurchschnitt
1.312.757 PageImpressions
3.597 Tagesdurchschnitt
13:24 Min. Besuchszeit
2,73 Seitenaufrufe je Besucher
145 Kommentare
Rang 185.248 bei alexa.com weltweit
Rang 12.169 bei alexa.com in Deutschland
421 Seiten verlinken lt. alexa.com auf pr-journal.de 
5.210 Follower auf den 3 PRJ-Twitter-Seiten
1.476 Tweets auf den 3 Twitter-Seiten
1.753 Freunde auf den 3 PRJ-Facebook-Seiten
560 Personen haben die 3 PRJ-Seiten in ihren Kreisen von Google+

Menupunkt-Aufrufe seit Dezember 2004:

102.055 Impressum
86.852 Werbung + Medien-Infos
62.418 Medien-Partner

Newsletter-Statistik 

Jan.-Dez.2011:
15.686 NL-Empfänger (Stand: 31.12.2011)
3.936 Einzelmeldungen 01.-12.2011
15,2 Meldungen je Arbeitstag
seit Dezember 2004:
318 Newsletter-Ausgaben (86 Monate)
27.637 Einzel-Meldungen
30.248 Aufrufe Newsletter-Archiv
14.183 NL-Bestellbestätig.
112.105 RSS-Newsfeeds-Bestellseite

Anmerkung: Die Zugriffsstatistik zählen wir mit IVW + GoogleAnalytics.

Datenbanken-Statistik:

auf der eigenen Startseite

Jobbörsen-Statistik:

auf der eigenen Startseite