Schebens Karriererat
Offener Brief an Bundeskanzlerin Merkel: Warum beleidigen Sie Menschen, die ein Grundrecht wahrnehmen?
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Dienstag, 20. September 2011 16:49
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
Beim Zeitungskongress 2011 des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Leistungsschutzrecht und zu Bloggern geäußert – leider muss man annehmen, dass ihre Aussagen entweder einer umfassenden Unkenntnis oder einer sturen Arroganz entspringen. Einige Zitate:
Ihre Haltung ist in meinen Augen mehr als enttäuschend. Sie können sicher sein, dass sehr, sehr viele Bürgerinnen und Bürger das genauso beurteilen. Als einen Affront gegen jeden, der sich publizistisch betätigt, ob professionell oder als Laie.
Selbstherrliche Politiker, die sich Doktortitel erschleichen (Sie kennen ein paar davon), werden durch privates Engagement als Betrüger enttarnt. Erst das Internet hat dies möglich gemacht. Welchen Anteil haben daran die Zeitungen?
Wenn Sie, Frau Merkel, entschlossen sind, das Internet und die großartigen Möglichkeiten, die es zur Meinungsbildung und -verbreitung bietet, nicht anzuerkennen, dann ist das Ihre Entscheidung. Alle Bürgerinnen und Bürger im Land haben dasselbe Recht, für sich zu entscheiden, ob sie das gut oder schlecht finden.
Die Zeitungen, denen Sie weitreichende Versprechungen in Sachen “Leistungsschutzrecht” machen, ziehen sich immer mehr aus der Fläche zurück. Die Qualität der Zeitungsinhalte wird durch Outsourcing und Sparmodelle immer schlechter. Täglich duplizieren Tageszeitungen Inhalte von Agenturen. Viele Mitarbeiter werden mies bezahlt. Ist das eine Leistung? Die Zeitungen verlieren seit Jahren Abonnenten – weil diese nicht mehr von der angeblichen Qualität der Zeitungen überzeugt sind. Willkommen in der Realität Frau Merkel.
In Berlin haben Sie gerade erleben können, dass mit den Piraten eine Partei gewählt wurde, die kein ordentliches Profil hat, aber ein Versprechen: Transparenz, Datenschutz und die digitale Gesellschaft sollen gefördert werden. Und das allein reichte für acht Prozent.
Darüber, Frau Merkel, sollten Sie sich mal den Kopf zerbrechen.
Und dann Äußerungen tätigen, die qualitativ mehr hergeben als das, was man von Ihnen in Bezug auf das Internet und die Menschen, die darüber kommunizieren, bislang von sich gegeben haben.
Den sehr guten Offenen Brief von Hardy Prothmann, Mannheim am 20. September in seinem Blog "pushthebutton.de" hier online weiterlesen. Hier konnten nur einige Auszüge wiedergegeben werden.


