Schebens Karriererat
Gegen Ignoranz und unbewusste Inkompetenz: Lest Zeitung, Leute!
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Donnerstag, 29. September 2011 12:57
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
Wenn der junge Hochschulabsolvent, auch nach ein paar Jahren beruflicher Erfahrung im PR-Bereich, Lausanne noch immer in Neuseeland liegen sieht, wenn er mit Stehsatz nichts am Hut hat, wenn Pressesprecher in englischer Sprache bei ihm bevorzugt press speaker heißt und die Rede vom Durchschuss zu kreativen Kurzschlussreaktionen führt, dann stimmt etwas mit dem Nachwuchs nicht.
Wird die „Generation Google“ zur Bedrohung für die Qualität in Kommunikationsagenturen und Pressestellen? Die Allgemeinbildung ist dahin, wenn es die Youngsters nicht kümmert, nichts zu wissen. Weil doch Google und Wikipedia vermeintlich alles „auf Taste“ liefern, und sogar Rechtschreibefehler automatisch korrigieren. Man müsse nicht alles wissen - aber man müsse wissen, wo es steht, das war früher ein wohl wahrer Spruch. Weil mit „es“ das Buch in der Bibliothek gemeint war.
Sich auf Blogs und in Facebook mit oft Entbehrlichem zu verbreiten, mag das Ego des Absenders bedienen, aber es fördert die Existenz nicht unbedingt. Plappernd die Zeit zu vertun und gleichzeitig als Rezipient nur das zu Sehen, nur das zu Hören und das zu Lesen, was von vornherein interessiert, das führt zur Verdummung mit desaströsem Ausgang: Alltagstauglichkeit und Erfolgspotential bleiben für die auf der Strecke, die auf ihrem Lebens- und Karriereweg nur auf sich schauen, anstatt nach links, nach rechts, zurück und nach vorne.
Die Special Interest-Zeitschriften waren die ersten, die dem Publikum das Cocooning versüßten, Formate-Fernsehen kam dazu, und dann das Internet mit seinen filigranen Selektionstechniken bis hin zum Suchwort. Ein Ende der selektiven Wahrnehmung von Wirklichkeit ist nicht abzusehen, die Massenmedien gibt es nur technisch noch, nicht aber in den Inhalten. So ist also Gefahr im Verzug. Nachwuchskräfte der PR: Bekämpft die Gefahr der unbewussten Inkompetenz, vertraut nicht alleine auf eure „Google-Alerts“. Lest Zeitungen, jeden Tag, und nicht nur eine. Zwingt Euch im Auto zum Anhören informativer Radiobeiträge, deren Inhalte zunächst eher befremdlich wirken, schaut im TV zumindest solche Sendungen, die eure Kunden gucken.
Die „Drei Affen - nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“, die kennt „Generation Google“ wohl nur als Film.
PS.: Wer Jauchs „Millionär“-Sendung parallel zur Zeitungslektüre laufen lässt, der sieht dort zuweilen junge Dinger, die unter des Moderators hämischen Feixen mit Null-Ahnung satte Beute machen. Ich empfehle aus o.g. Gründen, die Sendung als jugendgefährdend und „frei ab 65 Jahren“ zu deklarieren, weil sie manchen verderben könnte, der aus seinem Leben etwas Gutes machen will.
Mathias Scheben Kommunikationsberater, Rengsdorf, www.scheben-kom.de


