Lesehinweise
Merkels Politik: Zerstörerische Macht des Misstrauens
- Details
- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Dienstag, 20. Dezember 2011 17:43
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
Wie innen, so außen: Angela Merkel setzt auf Macht und Kontrolle, zu wenig auf ein Vertrauen, das doch für demokratische Gemeinwesen die Grundlage sein müsste. Misstrauen untergräbt zurzeit unsere Demokratie und die Europäische Union gleich mit. Nach neuesten Umfragen trauen weniger als zehn Prozent der Deutschen der Politik zu, dass sie unsere Problem lösen kann, drei Viertel misstrauen ihr. 85 Prozent misstrauen auch den „Experten“. Können wir achselzuckend darüber hinweggehen? Die Ursachen sind vielfältig. Angesichts der Bedeutung von Regierungshandeln in der Krise und ihrer Aufgabe, begründete Ziele und Wege dahin zu entwickeln, scheint mir aber ein Aspekt zentral, der nicht sofort auf der Hand liegt, aber zurzeit ausschlaggebend ist: das tiefsitzende Misstrauen der Kanzlerin gegenüber den Bürgern in Deutschland und gegenüber den europäischen Nachbarn. Bei allem Realismus in Bezug auf die menschliche Natur braucht Demokratie ein kleines Übergewicht an Vertrauen in die Verantwortungs- und Kooperationsfähigkeit der Bürger.
Den Artikel von Gesine Schwan am 20. Dezember in "FAZ.Net/Feuilleton" hier online weiterlesen. Gesine Schwan ist Präsidentin der Humboldt-Viadrina School of Governance in Berlin. 2004 und 2009 war sie Kandidatin von SPD/Bündnis90DieGrünen für das Amt der Bundespräsidentin gegen Horst Köhler (Kandidat von CDU/CSU/FDP).


