Reputation Management
Unternehmen in der Verantwortung
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2012 10:18
- Veröffentlicht am Montag, 19. Dezember 2011 15:18
- Geschrieben von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg
Internationale CSR-Konferenz des Bundesarbeitsministeriums. Dass Unternehmen eine gesellschaftliche Verantwortung haben ist klar, nicht erst, seit wir so etwas "Corporate Social Responsibility" oder kurz "CSR" nennen. Auch international nimmt der Diskurs über die Rolle von Unternehmen in der Gesellschaft immer mehr Fahrt auf. In der EU ist CSR seit langem ein wichtiges Thema. Jetzt hat sich auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) der Thematik angenommen und zu einer der größten und sicher auch interessantesten CSR-Konferenzen eingeladen. Mehr als 1.000 Teilnehmer aus vielen Ländern der Erde trafen sich am 15. und 16. Dezember unter der imposanten Kuppel des Berliner Congress Centers.
Zentrales Motto der Veranstaltung war "CSR - Made in Germany". In zahlreichen Vorträgen und Podiumsdiskussionen präsentierten die Referenten das hohe Niveau der Sozial- und Umweltstandards international tätiger deutscher Unternehmen. Mit dem Nationalen Aktionsplan CSR hat die Bundesregierung ein breites Spektrum national wie international wirkender Maßnahmen beschlossen, die nun Zug um Zug umgesetzt werden.
Staatssekretär Gerd Hoofe vom BMAS sprach über die Unternehmensverantwortung in einer globalisierten Welt. Koos Richelle, Generaldirektor für Beschäftigung der EU-Kommission, betonte, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten in Sachen CSR-Politik an einem Strang ziehen müssten. Dies könne auch bedeuten, eine stärkere Verbindlichkeit herzustellen, etwa bei der Frage der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Anschließend diskutierten beide mit Experten aus Indien, China und Dänemark über die Rolle der Politik sowie über nationale CSR-Strategien.
In einer weiteren Diskussionsrunde stellten hochrangige Repräsentanten von Daimler, BASF, Bosch und ALSCO innovative Lösungen und Praxisbeispiele für international verantwortungsbewusstes Wirtschaften vor.
Vier Arbeitsgruppen am Nachmittag behandelten Themen wie
- Verantwortliches Wirtschaften in einer globalisierten Welt
- Transparenz und Messbarkeit
- Gesellschaftliche Verantwortung in kleinen und mittleren Unternehmen
- Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen und Green Economy
Die mehr als 50 Referenten kamen aus verschiedenen Universitäten, der EU-Kommission, vom Global Compact Büro der Vereinten Nationen, von econsense, vom europäischen Metallgewerkschaftsbund, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Transparency International, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag, von der Global Reporting Initiative (GRI), Businesseurope, der evangelischen Kirche, vom österreichischen Wirtschaftsministerium sowie vom Bundesumwelt-, vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und vom Bundeswirtschaftsministerium.
In verschiedenen Referaten wurde die neue internationale Norm ISO 26000 angesprochen, ein Leitfaden, der es Organisationen, Unternehmen und öffentlichen Institutionen ermöglicht, ihre gesellschaftliche Verantwortung systematisch zu identifizieren und priorisieren. Die ISO 26000 enthält ein umfassendes System zur Herangehensweise an CSR. Damit wird zugleich ein Bogen über die bekannten internationalen CR/SR/CSR Instrumente geschlagen, zu denen die Norm selbst künftig auch gehören wird.
Am zweiten Konferenztag wurden Fragen der Unternehmensverantwortung für Menschenrechte sowie internationale Instrumente zur Behandlung von gesellschaftlicher Unternehmensverantwortung vorgestellt und diskutiert, wie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Vereinten Nationen sowie weiterer internationaler Organisationen.
Die Konferenzteilnehmer waren sich einig, dass das aktive Eintreten von Unternehmen für die Umwelt, für die Beschäftigten und für eine nachhaltige Produktion nicht verringert werden dürfe - auch angesichts der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise. Dies liege durchaus in ihrem eigenen wettbewerblichen Interesse.
Eine ganze besondere Erwähnung verdient die Moderatorin Barbara Scherle von Pro7/Sat1. Sie führte nicht nur charmant, sondern auch überaus kompetent durch die beiden Kongresstage. Solche Moderationen sind selten.
Die Referate sowie die Ergebnisse der Tagung sollen demnächst auf der Website www.csr-in-deutschland.de veröffentlicht werden, auf der auch heute schon eine Menge an Informationen zum Thema CSR zu finden ist.
Fazit: Eine außerordentlich gelungene Veranstaltung, die sicher dazu beitragen wird, das Thema CSR in noch mehr Unternehmen zur Bedeutung zu verhelfen. Allerdings waren PR-Leute, die sich CSR ja so oft auf ihre Fahnen heften, bei der Berliner Tagung so gut wie nicht vertreten.
Thomas Achelis, München CSR-Romania


