Rezension: Erfolgsfaktor Resilienz
Der Resilienz-Begriff hat Konjunktur. Er hat in dem Maß an Fahrt aufgenommen, in dem sich die Krisen der letzten Jahre verdichtet haben. Der Begriff ist deswegen so schillernd, weil er in verschiedenen Human-, Sozial- und Geisteswissenschaften diskutiert und reflektiert wird. Dabei werden unterschiedliche Perspektiven diskutiert. Mal ist es die persönliche Stress-Resistenz, mal meint es die Anpassungsfähigkeit von Systemen.
Wie „psychopathisch“ geht es in Führungsetagen zu? Und was kann die Interne Kommunikation im besten Fall dagegen tun? Annett Bergk, Romy Frandrup und Christopher Morasch sind diesen Fragen nachgegangen. Die Ergebnisse sind im Buch „Corporate Psychopathy“ zusammengefasst, das im Springer Gabler Verlag erschienen ist. Es richtet sich an Menschen, die in Teams arbeiten, selbst als Führungskräfte im Einsatz sind oder sich mit der Optimierung von Teamwork beschäftigen.
Wie steht es um den Purpose? Wer hat das Thema aufgebracht und wie ist die Beschäftigung mit der überzeugenden Darstellung des Unternehmenszwecks heute in den Unternehmen verankert? Eine Bestandsaufnahme liefert der hier anzuzeigende Sammelband von Schaeffer-Poeschel, herausgegeben von Andreas Baetzgen, Professor für Wirtschaftskommunikation an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, der zuvor schon mit interessanten Marketing- und Marken-Publikationen aufgefallen ist. Er hat für diesen Band 20 Beiträge aus der Marketing-Praxis zusammengestellt. Klare Empfehlung, aber die PR-Perspektive fehlt.
Social-Media-Influencer waren zwischenzeitlich schon einmal ins Gerede gekommen. Die üblichen Verdächtigen der Szene waren mit zu vielen Produkten gleichzeitig unterwegs. Inzwischen, so scheint es, sind sie bei vielen Unternehmen ein gern gewählter Kommunikationskanal, der da funktioniert, wo andere Medien ausfallen oder an Bedeutung oder an Glaubwürdigkeit verlieren. Das Spannungsfeld, in dem sich solche Influencer bewegen, ist das Thema eines F.A.Z.-Sammelbandes. Aus unterschiedlichen Perspektiven wird das Wirken der Influencer beleuchtet.
Über Influencer Marketing ist schon vieles publiziert und gesagt. Und die Spur der Studien und Publikationen fließt unablässig weiter. Vieles davon sind Momentaufnahmen und nicht alles basiert auf der Grundlage verlässlicher Studien. Insofern ist derjenige, der das Phänomen verstehen und in der eigenen professionellen Kommunikation verankern will, vielleicht gar nicht schlecht beraten, einen Schritt zurückzutreten. Und nach einem etwas älteren, dafür aber sehr systematischen und wissenschaftlich validen Sammelband zu greifen, der bereits vor fünf Jahren erschienen ist.