Fachbeiträge GEO Decoded Drei Begriffe, die PR-Verantwortliche jetzt kennen sollten
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- von Magdalena Mues, Berlin
KI-gestützte Suchsysteme wie ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews verändern grundlegend, wie Menschen an Informationen gelangen – und damit auch, wie Marken, Unternehmen und Expert:innen sichtbar werden. Für PR-Verantwortliche wird es deshalb zunehmend wichtig, die Mechanismen hinter dieser neuen Sichtbarkeit zu verstehen. In der Fachbeitrag-Reihe "GEO Decoded" wollen wir die Funktionsweisen der sogenannten Generative Engine Optimization (GEO) aufdecken und grundlegend erklären. Drei Begriffe bilden dabei die zentralen Zielgrößen: Citations, Mentions und Sentiment.
Mentions – Wirst du genannt?
Eine Mention liegt vor, wenn eine Marke, ein Unternehmen oder eine Person in der Antwort eines KI-Systems namentlich erwähnt wird. Die entscheidende Frage lautet also: Taucht dein Name überhaupt auf, wenn jemand ChatGPT, Perplexity oder Gemini eine Frage zu deinem Themenfeld stellt?
Beispiel: Jemand fragt ChatGPT: „Welche Agenturen sind führend im Bereich Unternehmenskommunikation in Deutschland?“ Wenn deine Agentur in der Antwort namentlich genannt wird, ist das eine Mention. Wird sie nicht genannt, existiert sie in diesem Kontext für die fragende Person schlicht nicht – egal wie stark die klassische Medienpräsenz ist.
Für die PR bedeutet das: Mentions in KI-Antworten werden zu einer neuen Währung der Sichtbarkeit. Wer regelmäßig in relevanten Medien, Fachbeiträgen und auf vertrauenswürdigen Plattformen vorkommt, erhöht die Wahrscheinlichkeit, auch von KI-Systemen erwähnt zu werden.
Citations – Wirst du als Quelle zitiert?
Eine Citation geht einen Schritt weiter als die bloße Erwähnung: Sie bedeutet, dass ein KI-System in seiner Antwort einen Link setzt, der auf eine Quelle verweist, in der deine Marke vorkommt. Dabei wird zwischen zwei Arten unterschieden:
- Direkte Citation: Das KI-System verlinkt direkt auf zum Beispiel deine eigene Website oder dein persönliches LinkedIn-Profil. Das ist die wertvollste Form, weil Nutzer:innen mit einem Klick bei dir landen.
- Indirekte Citation: Das KI-System verlinkt auf eine Drittseite – etwa einen Fachartikel, ein Branchenportal oder einen Medienbeitrag – auf der deine Marke, dein Produkt oder deine Dienstleistung erwähnt wird.
Beispiel: Jemand fragt Perplexity: „Wie können Unternehmen ihre Sichtbarkeit in KI-Systemen verbessern?“ Wenn Perplexity direkt auf einen Blogbeitrag deiner Unternehmenswebsite verlinkt, ist das eine direkte Citation. Verlinkt Perplexity stattdessen auf einen Fachartikel im Horizont, in dem dein Unternehmen als Experte zitiert wird, ist das eine indirekte Citation.
Für die PR bedeutet das: Beide Formen sind wertvoll – und PR-Verantwortliche können auf beide einzahlen. Eigene Inhalte wie Blogbeiträge, Studien oder Whitepaper stärken die Chance auf direkte Citations. Klassische PR-Arbeit wie Gastbeiträge, Interviews und Fachplatzierungen in Drittmedien schaffen die Grundlage für indirekte Citations. Gerade letzteres zeigt: Gute PR-Arbeit ist auch im KI-Zeitalter ein zentraler Hebel für Sichtbarkeit.
Sentiment – Wie wirst du erwähnt?
Sentiment beschreibt den Kontext und die Tonalität, in der eine Marke oder Person in KI-Antworten auftaucht. Es reicht also nicht, genannt oder zitiert zu werden – entscheidend ist auch, wie man dargestellt wird: positiv, neutral oder kritisch.
Beispiel: Jemand fragt ein KI-System: „Was sind Erfahrungen mit Unternehmen X?“ Wenn die Antwort überwiegend auf positiver Berichterstattung basiert, fällt auch die KI-Antwort positiv aus. Dominieren hingegen kritische Berichte oder negative Rezensionen, spiegelt sich das direkt in der Darstellung wider.
Für die PR bedeutet das: Die Qualität der Berichterstattung wird noch relevanter als bisher. KI-Systeme aggregieren und verdichten die verfügbaren Informationen – und geben den vorherrschenden Ton wieder. Wer dauerhaft positive, substanzielle Berichterstattung erzeugt, beeinflusst damit nicht nur die klassische Medienwahrnehmung, sondern auch das Bild, das KI-Systeme von der Marke zeichnen.
Fazit: PR als Hebel für KI-Sichtbarkeit
Mentions, Citations und Sentiment bilden zusammen das Fundament der Sichtbarkeit in KI-gestützten Suchsystemen. Sie beantworten drei aufeinander aufbauende Fragen: Wirst du genannt? Wirst du als Quelle verlinkt? Und in welchem Licht wirst du dargestellt? Wer heute also strategische PR betreibt, baut damit nicht nur Reputation in klassischen Medien auf, sondern sichert sich Sichtbarkeit in der Informationsinfrastruktur von morgen.
Über die Autorin: Magdalena Mues ist Mitgründerin und Geschäftsführerin von Claneo, einer der führenden deutschen Online-Marketing-Agenturen für internationales Search- & Content-Marketing sowie Generative Engine Optimization (GEO). Sie ist zudem Co-Autorin von „Generative Engine Optimization: Inhalte optimieren für ChatGPT & Co.“.
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