„Das PR-Interview im PRJ“ wird realisiert von k1 gesellschaft für kommunikation, Köln

krueger birgit consense-gpra-72dpiInterview mit Birgit Krüger (Foto), München, neu gewähltes Präsidiumsmitglied der GPRA, über veränderte Anforderungsprofile an Kommunikationsprofis und sinnvolle Aus- und Weiterbildungskonzepte.

PR-Journal: Frau Krüger, Sie sind seit rund 100 Tagen als Präsidiumsmitglied der GPRA im Amt. Welche Herausforderungen oder „Baustellen“ sehen Sie derzeit im Bereich Aus- und Weiterbildung?

Birgit Krüger: Die Kommunikationsbranche verändert sich rasant. Und diese Veränderung stellt Kommunikatoren vor ganz neue Herausforderungen. Bestehende Aus- und Weiterbildungsangebote geben allerdings oft keine Hilfestellung zur Bewältigung der Situation. Im Mittelpunkt der meisten Angebote steht die Vermittlung von Fachwissen und PR-Handwerk. Das Ergebnis: Sachbearbeiter für Kommunikation, die auf die komplexen Aufgaben unseres Berufes nicht ausreichend vorbereitet sind. Denn heute braucht ein Kommunikator weit mehr als das klassische PR-Handwerkszeug.  

PR-Journal: Was haben Sie sich für Ihre Amtszeit vorgenommen? Welche Themen sind Ihnen besonders wichtig?

Birgit Krüger: Verändert sich das Anforderungsprofil für Kommunikatoren auf Unternehmensseite schon deutlich, so gilt das für Beraterinnen und Berater auf Agenturseite erst recht. Das Thema „Anforderungsprofil für Agentur-Berater“ und die Konsequenzen für die Aus- und Weiterbildung stehendeshalb weit oben auf der Agenda des GPRA-Präsidiums.
Wir haben uns außerdem vorgenommen, etwas für die Arbeitgeberattraktivität von Agenturen zu tun. Wir wollen kluge Köpfe gewinnen, die sonst eher daran denken, in Unternehmensberatungen anzufangen. Die Arbeit in einer Agentur ist unglaublich vielseitig und anspruchsvoll – und dafür braucht man die entsprechenden Leute. Deshalb werden wir auch unsere Aktivitäten im Bereich Nachwuchsförderung verstärken.
Im Zusammenhang mit dem Thema Qualität, das ebenfalls in meinen Zuständigkeitsbereich fällt, liegt mir das Thema Systematisierung und Steuerung von Kommunikation auf Basis messbarer Ziele besonders am Herzen. Kommunikationscontrolling bleibt ein ungeliebtes Thema in der Branche. Aber es rückt erfreulicherweise wieder mehr in den Fokus. Nun gilt es, die theorielastige, komplexe Materie endlich in die Praxistauglichkeit zu überführen.

PR-Journal: Die GPRA setzt sich für Einheitlichkeit und Unabhängigkeit in der PR-Ausbildung und die weitere Professionalisierung der Branche ein. Wie setzen Sie das konkret um?

Birgit Krüger: Mein Schwerpunkt liegt aktuell auf dem Anforderungsprofil für Agentur-Berater und was das für die Aus- und Weiterbildung bedeutet. Im ersten Schritt diskutieren wir dieses Thema mit unseren Mitgliedern. Danach werden wir uns mit Experten aus dem Bereich Aus- und Weiterbildung an einen Tisch setzen.

PR-Journal: Was raten Sie Agentur-Inhabern in Bezug auf die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen? Mit welchen Maßnahmen fahren sie am besten, was sollten sie eher vermeiden?

Birgit Krüger: Grundsätzlich braucht jede Agentur, die qualitativ hochwertige Leistungen erbringen will, ein entsprechendes Weiterbildungskonzept. Diese Botschaft scheint immer noch nicht in allen Agenturen angekommen zu sein. Bei der GPRA ist das Thema Weiterbildung allerdings ein zentrales Prüfkriterium für neue und bestehende Mitgliedsagenturen. Wer in diesem Bereich nichts vorzuweisen hat, hat wenig Chancen, aufgenommen zu werden. Wie ein Weiterbildungskonzept dann aussieht, hängt von jeder einzelnen Agentur ab.

PR-Journal: Welche Weiterbildungsthemen sind in der PR-Branche derzeit besonders gefragt und welche Themen werden Ihrer Meinung nach noch zu wenig berücksichtigt?

Birgit Krüger: Über besonders gefragte Weiterbildungsthemen der Branche könnte ich nur spekulieren. Bei consense communications entwickeln wir sehr bedarfsspezifisch. Weil das so nirgendwo angeboten wird, haben wir zum Beispiel auf Basis von Methoden der systemischen Organisationsberatung eine Beraterausbildung aufgesetzt. Denn unsere Mitarbeiter beraten häufig Unternehmen, die sich in Veränderungsprozessen befinden. Dort ist fachliches Know-how allein nicht ausreichend.

Birgit Krüger ist Geschäftsführerin der consence communication GmbH in München und Mitglied des neuen GPRA-Präsidiums, Arbeitsbereich Aus- und Weiterbildung..


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