„Das PR-Interview" wird realisiert von K1 Gesellschaft für Kommunikation.

Minwegen Norbert Fotoaltengarten deMit dem „DPRG-Zukunftsforum 2015“ am 12. Juni initiierte der DPRG-Vorstand ein neues Format, das die inhaltliche Arbeit des Berufsbandes in den Fokus stellt. Sowohl gestandene PR-Größen als auch Studenten nutzten die Chance, gemeinsam aktuelle Fragestellungen und Entwicklungen der Branche zu diskutieren. Wir sprachen mit Norbert Minwegen (Foto, (c) altengarten.de) über die Zukunft der PR.
PR-Journal: Die einleitende Keynote am DPRG-Zukunftstag hatte den provokanten Titel „Vom Ende der PR: Unternehmenskommunikation in Zeiten der Postmoderne“. Was kommt nach der PR?
Norbert Minwegen: Die PR ist kein Dinosaurier, der irgendwann ausstirbt. Solange die Menschen kommunizieren, wird es auch PR und das dazugehörige Management geben. Allerdings werden sich die Kommunikationsplattformen zunehmend verändern. Doch um es mit den Worten von Christof E. Erhart, Kommunikationschef der Deutschen Post DHL und Referent des Vortrages, zu sagen: Jeder hat das Recht, sich zu verändern, um zu bleiben, wer er ist.

PR-Journal: Welche Veränderungen bringt die Digitalisierung für die PR und Kommunikation?
Minwegen: Sie gibt uns die Möglichkeit, uns ganz neu zu organisieren und flexibler in unserer Arbeitsplanung zu sein. Für mich als Familienvater hat das durchaus seine Vorteile. Ich kann mein Büro verlassen, es aber in kleinerer, technischer Ausführung mitnehmen. Das ermöglicht es mir, auch von Zuhause aus zu arbeiten. Natürlich ist es auch wichtig, die richtige Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden – sprich: Man darf auch mal guten Gewissens nicht erreichbar sein. Für mich bedeutet Digitalisierung auch eine verstärkte Form von Führungsdisziplin. Deren Qualität liegt letztendlich auch in der Verantwortung des Arbeitgebers, darauf zu achten, dass die Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes auch mal abschalten.

PR-Journal: Der Zukunftskongress soll zukünftig jährlich stattfinden. Welches Ziel verfolgen Sie damit?
Minwegen: Das Forum ist eine Art Praxistest der geleisteten Arbeiten aus den Landesgruppen und Arbeitskreisen. Die diskutierten Inhalte werden im Vorfeld mit Hilfe einer Bestandsaufnahme festgelegt: ‚Was haben wir erarbeitet?‘ ‚Wo gibt es noch Diskussionsbedarf?‘ und ‚Was bringt einen Mehrwert für die Arbeit der DPRG?‘ Indem wir unsere Arbeitskreise und deren Kenntnisstand offenlegen, enthüllen wir natürlich auch Schwachstellen. Diese sollen auf dem Forum diskutiert werden. Es geht also nicht nur darum, Wissen aus dem Fachverband zu vermitteln, sondern sich auch das Know-how und die Expertise von außen einzuholen.

PR-Journal: Sind neben dem Zukunftskongress weitere Maßnahmen geplant, um die DPRG fit für eine erfolgreiche Zukunft des PR-Standes zu machen?
Minwegen: Als Berufsverband der PR-Schaffenden setzen wir uns intensiv mit aktuellen Themen auseinander. Auch die einzelnen Arbeitskreise in den Landesgruppen sind sehr aktiv. Die NRW-Landesgruppe beispielsweise traf sich erst am 18. Juni mit Andreas Tyrock, dem Chefredakteur der ‚WAZ‘, um über die Zukunft der Zeitung zu diskutieren. Auch zum Thema Lobbying haben wir uns bei einer Kooperationsveranstaltung mit dem Berliner Tagesspiegel zu Wort gemeldet und damit unsere Position in die bundesweite Debatte eingebracht.

PR-Journal: Sie sind jetzt seit ziemlich genau einem Jahr im Amt. Wie fällt die erste Zwischenbilanz aus?
Minwegen: Die bisherigen Veranstaltungen und Formate liefen alle sehr gut an und die nächsten sind bereits in Planung. So findet am 26. Juni als nächster Höhepunkt die 21. „inkom. Grand Prix“-Preisverleihung in Frankfurt am Main statt. Aber auch der Schulterschluss zu anderen Verbänden wie BdP, GPRA oder DeGePol ist ein toller Erfolg, denn dadurch eröffnen sich neue Themen und Projekte für die Kommunikationsbranche. All das lässt mich positiv in die Zukunft blicken.


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