Carola Herckelrath

Schwerpunkt Verbandskommunikation Verbandskommunikation ist nicht mehr verstaubt. Sie ist eine Mischung aus Agentur und Unternehmen. Sie ist spannend und thematisch unerschöpflich. Das jedenfalls sagt Carola Herckelrath, Leiterin der Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Tiefkühlinstituts e.V. (dti), die mit „PR-Journal“-Redakteurin Annett Bergk gesprochen hat. Herckelrath ist mittlerweile im elften Jahr für die Verbandskommunikation zuständig und kann von Blogger-Kooperationen ebenso berichten wie von der Organisation einer Vielzahl von Events für das dti.

PR-Journal: Das Deutsche Tiefkühlinstitut definiert sich als Interessenvertretung und Kommunikationsplattform der deutschen Tiefkühlwirtschaft. Wie genau sind die Ziele der kommunikativen Arbeit des Vereins definiert?

Herckelrath: Die externe Kommunikation ist in erster Linie ganz klar eine Verbraucherkommunikation. Wir wollen Tiefkühlprodukten ein positiveres Image verschaffen, was natürlich ein sehr breit gestecktes Ziel ist. Unsere Markenneutralität verschafft uns eine hohe Glaubwürdigkeit. Konkret räumen wir mit Mythen und Falschinformationen auf und stellen die Vorteile auf wissenschaftlicher Grundlage heraus. Produktvielfalt ist ein großes Thema und auch die Konservierung als solche. In der politischen Kommunikation richten wir unser Augenmerk auf Berlin und bieten z.B. die Frühstücksdebatte „KOSTBAR“ zum Austausch mit Stakeholdern über aktuelle Lebensmittel- und Verbraucherthemen an.

PR-Journal: Eine Zielgruppendefinition ist dabei sicherlich schwierig …

Herckelrath: Richtig. TK isst jeder. TK verwendet jeder. Und so definieren wir den Verbraucher grundsätzlich. Abstufungen gibt es in Bezug auf Lebenserfahrung, Produkt-Verwendungsdauer und auch den Grad der Aufklärung. In Bezug auf unsere Themen können wir auf Grundlage von Umfragen klar sagen, dass der Wissensvorsprung mit dem Alter immer größer wird.

PR-Journal: Wie kann man sich typische Aufgaben der dti-Pressestelle vorstellen? Gibt es mehr Ähnlichkeiten zu Agenturen oder ist der Verein von der Kommunikationsarbeit her eher mit einem Unternehmen zu vergleichen?

Herckelrath: Im Grunde genommen sehe ich uns wie eine Agentur im Verband. Wir wollen für unsere derzeit 146 Mitglieder Impulsgeber sein und setzen Projekte um. Wir halten ständig nach Trends Ausschau – in den sozialen Netzwerken, im Gespräch mit Bloggern, über den losen Austausch mit Agenturen aus unserem Netzwerk und natürlich auch mit Blick für die Aktivitäten einzelner Mitglieder. Im Vergleich zur Agentur ist die Arbeit jedoch um einiges selbstbestimmter. Natürlich haben wir das Vier-Augen-Prinzip, aber im PR-Ausschuss, d. h. dem Arbeitskreis mit Kommunikationsverantwortlichen größerer Mitgliederunternehmen, besprechen wir einen Jahresplan mit festgeschriebenem Budget und holen uns dann punktuell – ähnlich einem Unternehmen – Agentursupport für einzelne Aktionen.

PR-Journal: Wie sieht es mit der internen Kommunikation aus?

Herckelrath: Die interne Kommunikation mit den Mitgliedern besteht vorrangig aus Newsletter, der übrigens auch von Nicht-Mitgliedern abonniert werden kann, Mitglieder-Rundschreiben und Netzwerkplattform durch Veranstaltungen. Dazu gehören Jahrestagung, Arbeitskreistreffen, Mitgliederversammlungen, Konferenzen, wie die Tiefkühltagung, Tiefkühlstar-Verleihung mit Abendgala, Messestand auf der Anuga oder auch unser QM-Forum. Aufgrund der Corona-Krise setzen wir uns auch intensiv mit digitalen Lösungen auseinander und haben schon die ersten Webinare erfolgreich durchgeführt. Wir organisieren jährlich ca. 10 bis 15 Veranstaltungen. Das ist eine ganze Menge.

PR-Journal: Gibt es ein rotes Telefon für einen branchenrelevanten Krisenfall?

Herckelrath: Kein rotes Telefon, aber einen direkten Draht zu den Hauptentscheidern in den Mitgliedsunternehmen – meist eine persönliche E-Mail-Adresse und direkte Telefonnummer. Wir sind sehr schnell handlungsfähig.

PR-Journal: Können diese auch im Sinne des dti als Corporate Influencer genutzt werden?

Herckelrath: Alle Aktiven in unseren Gremien sind natürlich auch Botschafter für das dti und die Branche insgesamt. Wir wollen geschlossen und mit einer Stimme Position beziehen zu bestimmten Themen – getreu dem Motto: Gemeinsam ist man stärker. Erst wenn Wissen geteilt wird, kann man etwas bewegen und so entsteht aus dem Diskurs und dem Austausch ein Gemeinschaftsgefühl. Im Grunde genommen sind wir eine große „Tiefkühlfamilie“ (lacht).


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