Rezensionen Rezension: „Soziale“ Finanzdienstleister

Risikofaktor Social Web BuchcoverTitel: Risikofaktor Social Web; Autoren: Achim Kinter und Ulrich Ott; Verlag: Bank-Verlag 2014, 240 Seiten; 24,99 Euro; ISBN-13: 978-3865564061
Denke ich an den Finanzsektor, fällt mir privat nicht viel gutes ein. Wenn ich dann gedanklich noch den Faktor Kommunikation hinzufüge, kräuselt sich meine Stirn. An einem schlechten Tag kommt ein Augenrollen hinzu.
Kurze Story: Mein Konto wurde gehackt – sagt man das heute noch so? – und es fehlte eine nicht unbeträchtliche Summe. Zwei Tage nach diesem – wohlgemerkt noch nicht gelösten Fall! – rief mich die überfreundliche Stimme des Kundenberaters an. Er wolle mit mir über meine Finanzlage sprechen, ob ich demnächst Interesse an einem Kredit hätte, ob ich den Kauf von Immobilien plane, ob ich nicht demnächst einmal Zeit hätte. Montags bis freitags von 9:30 bis 16 Uhr.

Ich dachte: #!@?!&$!§$%&&/=?`?!”#+**/9! Sagte: „Nein.“ Und legte auf.
Aber unabhängig von meinen Privatproblemen: Wie sieht es eigentlich mit der modernen Kommunikation in der Bankenwelt aus? Sind die neuen Medien im Sektor der Finanzdienstleistungen angekommen? Aktuelle Entwicklungen zeigt das Buch „Risikofaktor Social Web“ von Achim Kinter und Ulrich Ott.

Der kleine Branchenquerschnitt hinterfragt Basics, Tools und Perspektiven des Managements von Reputationsrisiken und -chancen und kürt die besten Beispiele aus Bank- und Beratungspraxis. Damit versuchen Kinter und Ott zu klären, wie man über Social Media Vertrauen aufbauen, mithilfe von Monitoring kritische Themen identifizieren und vor allem Reputationsschäden verhindern kann.

„Spannendes Buch für branchenfremde Social-Media-Fans“
Zunächst – wie üblich – kritisch ob der Notwendigkeit der Buches, war ich angenehm überrascht, wie schnell und tief die Autoren einsteigen. Denn Tenor ist nicht das von (kurzen) Vorträgen gelernte „Learning by Doing“, vielmehr wird die Absicherung der Rahmenbedingungen verstärkt thematisiert. Denn: „Erst sollten die internen Prozesse, Verantwortlichkeiten und Strategien klar und verfügbar sein, dann macht Aktivität im Social Web Sinn.“ „Wichtiger als große (und teure) Aktionen ist die Aufgabe, Mitarbeiter und Führungskräfte mitzunehmen, zu sensibilisieren und zu aktivieren: Denn im Social Web sind alle – nicht nur der Kommunikationschef!“ Eine echte Hilfe für Social-Media-fremde Branchenkenner und ein spannendes Buch für branchenfremde Social-Media-Fans.

Über die Autorin: Annett Helbig ist PR-Beraterin bei der MasterMedia Public Relations GmbH in Hamburg, einer Agentur für Öffentlichkeitsarbeit, die sich auf komplexe Themen spezialisiert hat. Zuvor leitete sie unter anderem die Kommunikationsabteilung eines Lebensmittelgeschäftes und unterstützte kleinere und mittelständische Unternehmen durch strategische Kommunikationsberatung.

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