Eine neue Studie der Internationalen Forschungsgruppe Krisenkommunikation an der TU Ilmenau untersucht die Krisen-PR deutscher Verbände. Erfahrungen mit Krisen, die Vorbereitung der Öffentlichkeitsarbeit auf Krisen, die Rolle des Internets in Krisen und die Voraussetzungen für erfolgreiches Management der Krisenkommunikation standen im Mittelpunkt der Studie. Sie ist mit bundesweit 122 Teilnehmern die bislang umfangreichste und repräsentativste Befragung von PR-Verantwortlichen zur Krisenkommunikation in deutschen Verbänden.

Die Befunde zeigen, dass bereits die Hälfte deutscher Verbände von Krisen betroffen war. Die Vorbereitung der Öffentlichkeitsarbeit auf diese Krisensituationen ist aber nur mäßig. Krisenpläne, Krisenteams und Krisenszenarien werden von weniger als einem Drittel der Verbände eingesetzt. Medientrainings führen weniger als ein Fünftel durch. Auch um die personellen Voraussetzungen und Ressourcen für Kommunikation ist es schlecht bestellt. Ein Viertel der Verbände verfügt über keinerlei festangestelltes Personal für Öffentlichkeitsarbeit.

Andererseits wird der Öffentlichkeitsarbeit grundsätzlich ein hoher Stellenwert in den Verbänden zugeschrieben. Reputation und Image sind hier offenbar das höchste Gut, dass insbesondere in Krisen geschützt werden soll. Auch die Rolle des Internets in der Krisenkommunikation wurde untersucht. Podcasts, Videoportale, Weblogs und Twitter sind hier nahezu irrelevant für die Verbände. Homepages und soziale Netzwerke werden allerdings als nützliche Instrumente für den Krisenfall eingestuft.

Eine detaillierte Auswertung und Diskussion der Befunde von Andreas Schwarz (Geschäftsführer der Forschungsgruppe Krisenkommunikation) und Franziska Pforr erscheint noch diesen Sommer im Verlag für Sozialwissenschaften (Handbuch Verbandskommunikation. Hrsg.: Olaf Hoffjann & Roland Stahl). www.crisis-communication.de


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