Drei Beispiele für ungenutzte Chancen:
1. Die Lokalpresse links liegen lassen
Lieber noch etwas auf Social Media posten oder den Lokalredakteur anrufen? Während sich der Erfolg bei den Socials direkt ablesen lässt, ist der Mehrwert bei Regionalmedien schwer einzuschätzen. Zudem kann die Lokalpresse in puncto Auflage nicht mit überregionalen Publikationen mithalten. Doch das kann durchaus ein Vorteil sein. Warum? Man kann sich so an die Medienarbeit langsam herantasten. Häufig räumen einem die Redakteure vor Ort einen “Lokal-Bonus” ein und gehen weniger kritisch heran. Kommt es zum Interview ist es zudem ein gutes Experimentierfeld für das Wording und den Feinschliff von Statements.
Tipp: Einfach mal ausprobieren!
2. Unterstützern zu wenig Beachtung schenken
Wer hat damals beim Aufbau des Start-ups mitgeholfen, etwa das Co-Working-Büro am Uni-Campus organisiert? Förderer der ersten Stunde über die Entwicklungen zu informieren, kann sich in mehrfacher Hinsicht lohnen – auch bei der Medienarbeit. Denn institutionelle Unterstützer haben oft ein Interesse, den nächsten Meilenstein des Start-ups auf ihren eigenen Kanälen zu publizieren. Oder sie spielen das Thema größer und greifen die Jungfirma als Erfolgsbeispiel in einer Pressemitteilung auf. Zugang zu spannenden Netzwerk-Events für die “Lieblings”-Start-ups inklusive Presseecho sind ebenfalls ein Benefit.
Tipp: Über einen kleinen Mail-Verteiler seine Supporter über wichtige Meilensteine informieren.
3. Es nicht über einen Pressetext hinauskommen lassen
Massen-E-Mails kann man machen, aber besser nicht als Start-up. Statt Journalisten nur Text und Bilder zu liefern, sollte man weitere Formate nutzen. So bieten sich beispielsweise exklusive Gründer-Interviews, Hintergrundgespräche oder eine (virtuelle) Produkt-Demo an.
Positiv dabei: Es lassen sich im Gespräch mögliche Vorbehalte des Journalisten ausräumen. Zudem entsteht kein langweiliger Artikel von der Stange, der nur den Mail-Inhalt des Start-ups wiedergibt ohne weiteren Mehrwert zu liefern.
Tipp: Brainstorming im Team, was man abseits von reinen Text-Infos noch anbieten kann.
Fazit: Im rasanten Start-up Alltag immer mal wieder eine PR-Chance zu sehen und zu nutzen, bietet viel Potenzial. Wer nicht so viel Zeit aufwenden möchte, kann pro Monat oder Quartal eine der (bislang) ungenutzten Möglichkeiten in Angriff nehmen. Wenn hier viele positive Reaktionen zurückkommen, die Chance künftig noch stärker ins Tagesgeschäft integrieren.
Weitere PR-Tipps für Gründerinnen und Gründer gibt es im nächsten “PR-Check-in für Start-ups" am 15. Mai. Dann gibt der Kolumnist Tipps für die Kommunikation in der Frühphase eines Start-ups.
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Über den Autor: Daniel Rottinger (31) ist gelernter Redakteur. Er hat PR in Stuttgart studiert und nebenbei in einem Tech-Start-up gearbeitet. Als freiberuflicher PR-Berater unterstützte er zuletzt Start-ups dabei, Stories über ihre Entwicklung und ihre Gründerinnen und Gründer zielgerichtet in die Medien zu bringen. Seit April 2021 kommuniziert er als Marketing Manager für das Start-up charismatischer.de.
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