PR-Plan für Start-ups: Es muss kein Masterplan sein, er sollte schnell erstellt und vor allem nützlich sein. (© Dil on Unsplash)

Kaum hat das Jahr begonnen, geht es für Gründer wieder mit Hochdruck an neue Projekte, Pitches und Aufträge. Direkt ins „daily Business“ einzusteigen, sei dabei keine Empfehlung. Der gelernte Journalist und Kommunikator Daniel Rottinger regt an, einen PR-Plan zu erstellen. Damit dieser funktioniert und zu erfolgreicher Medienarbeit führt, bietet sich das Prinzip Sammeln, Priorisieren und Umsetzen an.

Vorab noch eine kurze Checkliste, um herauszufinden, ob ein solcher PR-Plan gerade gut reinpasst und warum er sich lohnt:

  • Der Plan soll bereits in der Erstellung einfach und unkompliziert sein.
  • Damit er nicht zu überladen ist, muss priorisiert werden, um weniger wichtige Aspekte auszuklammern.
  • Weiterhin ist es zentral, dass sich der Plan jederzeit schnell einsehen – und umsetzen lässt.

Alles abgehakt? Dann kommt es dazu, dass die Medienarbeit nicht zu kurz kommt, besser vorbereitet ist und punktgenau erfolgt – auch in hektischen Phasen.

Schritt 1: Termine sammeln

Was für Anlässe können wir in diesem Jahr nutzen, um gezielt in die Medien zu kommen? Auch 2022 haben bestimmte Themen Saison: Für einige Start-ups kann etwa der Beginn der Sommerferien oder der Radsaison interessant sein. Für andere ist es vielleicht eine bevorstehende Gesetzesänderung, die Auswirkungen auf die Branche hat.

Um auf gute Einfälle und Ideen zu kommen, bietet sich ein Brainstorming im Team an.

Dabei kann man auch einen Blick auf Jahrestage und wiederkehrende Events wie Ostern, Halloween oder Großveranstaltungen wie etwa die Fußball WM werfen. Zudem ist es sinnvoll mit einzubeziehen, welche Anlässe man im vergangenen Jahr zur Medienansprache verpasst hat. Und auch Ideen, die man bei der Social-Media-Planung entwickelt hat, oder geplante Messeteilnahmen, sind ein guter Input. Pro Event lassen sich zudem erste Einfälle aufschreiben, wie man es einem Journalisten vorstellen würde.

Ist die Liste gut gefüllt, können die Termine den einzelnen Quartalen zugeordnet werden.

Schritt 2: Events priorisieren

Steht die Liste mit Ideen, erfolgt die Priorisierung. Im Wesentlichen kann man die Priorisierung entlang der Antworten auf Fragen wie “Wie sehr zahlt das auf meine Business Ziele ein?” oder “Wie spannend ist das Thema voraussichtlich für die Medien?” festmachen. Wenn beispielsweise ein wichtiger Produktlaunch ansteht und sich ein Anlass dafür besonders anbietet, kann man diesen priorisieren. Zudem bietet es sich an, Termine, bei denen man mit seinem Start-up als Pionier gesehen werden möchte, voranzustellen. Weiterhin kann man abschätzen, wie groß der PR-Druck bei dem Event durch die Branche ausfallen wird.

Im besten Fall schafft man es pro Quartal einen Highlight-Termin zu fixieren, den man per Medienarbeit voranbringen möchte. Die weiteren Termine mit geringer Priorität lassen sich als Backup aufnotieren.

Abschließend bietet es sich an zu überschlagen, wie viel Zeit die Umsetzung in Anspruch nimmt und wie viel Vorlaufzeit oder Puffer benötigt wird.

Zur besseren Organisation die PR-Termine samt Prio in einen digitalen Kalender überführen und jeweils die Vorlaufzeit durch eine Termin-Wiedervorlage berücksichtigen.

Perfekt, der PR-Plan 2022 steht!

Schritt 3: Priorisierte Termine ausarbeiten

Die im Jahresverlauf etwas ruhigeren Phasen sollte man nun gezielt nutzen, um die Termine im PR-Kalender auszugestalten und neu zu bewerten. Dafür monatlich einen ein- bis zweistündigen Zeitslot setzen.

Fortlaufend Einträge im Kalender optimieren, wenn einem beispielsweise beim Surfen im Web oder dem Lesen einer Zeitschrift Ideen kommen, wie man das Event möglichst interessant und somit berichtenswert für die Medien aufbereiten kann. Diese Vorbereitung hilft ungemein und nimmt den Stress raus, wenn die heiße Phase beginnt und einen der Kalender benachrichtigt, dass man in wenigen Tagen mit der Journalistenansprache beginnen sollte.

Fazit:

Rottinger Grafik Blackbox Januar 2022Um es kurz zu machen: Ein Plan muss auch umgesetzt werden. Daher auf wenige Events fokussieren, um diese mit mehr Power und Zeit in den Medien zu platzieren. Ohnehin sollte noch etwas Spielraum vorhanden sein, um spontan Story-Einfälle umzusetzen oder bereits geplante Termine an neue Gegebenheiten anzupassen.

Der große Vorteil an einem PR-Plan ist, dass man unter dem Jahr nicht bei Null beginnt, sondern in regelmäßigen PR-Zeitslots an bereits bestehenden Ideen weiterarbeiten kann.

Die nächste Kolumne erscheint am 15. Februar. Dann zeigt der Kolumnist wie man noch mehr aus dem Potenzial eines Medienberichts herausholt.

Über den Autor: Daniel Rottinger (31) ist gelernter Redakteur. Er hat PR in Stuttgart studiert und nebenbei in einem Tech-Start-up gearbeitet. Als freiberuflicher PR-Berater unterstützte er zuletzt Start-ups dabei, Stories über ihre Entwicklung und ihre Gründerinnen und Gründer zielgerichtet in die Medien zu bringen. In dem neu erschienenen Fachbuch "Wie kommunizieren Start-ups?" von Lydia Prexl teilt er zudem sein Know-how. Seit April 2021 kommuniziert Rottinger zudem als Marketing Manager für das Start-up charismatischer.de.


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