Awards IDW würdigt Pressemitteilungen Schrumpfende Dorsche gewinnen Preis für Wissenschafts-PR

Der Informationsdienst Wissenschaft (IDW) hat mit dem Preis für Wissenschaftskommunikation die besten Pressemitteilungen des Jahres 2025 ausgezeichnet. Den ersten Platz erreichte die Pressestelle des Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel für eine Pressemitteilung über genetische Veränderungen bei Dorschen infolge von Überfischung. Insgesamt hatten sich 98 Pressestellen von Wissenschaftseinrichtungen an dem Wettbewerb beteiligt.

Da staunt er nicht schlecht: Der Dorsch ist Thema der vom IDW prämierten Pressemitteilung. Der Anlass der Berichterstattung ist für den Gadus morhua allerdings weniger erfreulich. (Foto: IDW, slomotiongli / Getty Images)

Platz eins für Mitteilung über genetische Veränderungen bei Fischen

Die prämierte Pressemitteilung mit dem Titel "Schrumpfende Dorsche: Wie der Mensch das Erbgut der Fische verändert" beschreibt Forschungsergebnisse, nach denen Überfischung nicht nur Bestände reduziert, sondern auch das Erbgut der Tiere verändert. Die Jury lobte insbesondere die verständlichen Erklärungen und die gelungene Einbindung von methodischen Details und Hintergrundinformationen. Jurymitglied Mike Zeitz (Spektrum der Wissenschaft) sagt: "Die Mitteilung gibt sich nicht damit zufrieden, eine dramatische Erkenntnis zu verkünden. Sie verleiht ihr Nachdruck mit vorbildlich klarem Aufbau." Ergänzende Materialien – etwa Bildmaterial zur Studie – hätten zusätzlich zur journalistischen Verwertbarkeit beigetragen. Die Pressestelle des Geomar erhält für den ersten Platz ein Preisgeld von 3.000 Euro.

Forschung zu KI-Wahlhilfen und Willkommensklassen auf den weiteren Plätzen

Den zweiten Platz belegte die Hochschulkommunikation der Technischen Universität Dortmund. Ihre Pressemitteilung zeigte kurz vor der Bundestagswahl 2025, dass KI-gestützte Wahlhilfen bei Fragen zu Parteipositionen häufig fehlerhafte Antworten liefern. Die Jury hob hervor, dass der Text schnell Aufmerksamkeit wecke, die gesellschaftliche Relevanz des Themas klar herausarbeite und Hintergrundinformationen verständlich einordne. Die TU Dortmund erhält 2.000 Euro Preisgeld.

Auf Rang drei landete die Stabsstelle Zentrale Kommunikation der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit einer Pressemitteilung über den begrenzten Nutzen sogenannter Willkommensklassen für geflüchtete Schüler:innen beim Erwerb der deutschen Sprache. Der Text überzeugte laut Jury durch eine prägnante Darstellung der Ergebnisse, transparente Angaben zu Methodik und Datengrundlage sowie eine klare Einordnung der Studie in den gesellschaftlichen Kontext. Der dritte Platz ist mit 1.000 Euro dotiert.

Preis für journalistische Qualität von Wissenschafts-PR

Der Preis würdigt Pressemitteilungen aus Wissenschaftseinrichtungen, die sich durch handwerkliche Qualität, hohen Nachrichtenwert und hilfreiche Zusatzmaterialien auszeichnen. Bewertet werden die Beiträge nach journalistischer Professionalität (50 Prozent), Nachrichtenwert (40 Prozent) sowie ergänzenden Materialien wie Bildern oder weiterführenden Links (10 Prozent).

Der Informationsdienst Wissenschaft verbreitet jährlich rund 20.000 Pressemitteilungen aus mehr als 1.000 wissenschaftlichen Einrichtungen. Ziel des Wettbewerbs ist es, hochwertige Wissenschaftskommunikation sichtbar zu machen und Pressestellen zur Weiterentwicklung ihrer Arbeit zu motivieren. Die Preisverleihung fand online im Rahmen der Mitgliederversammlung des IDW statt.

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