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Professionelle Kommunikation und Wertschätzung sind wichtige Faktoren, wenn es darum geht, Bewerber zu gewinnen. Gaedt verweist auf Unternehmen, die im Recruiting so vorgehen, wie sie dies schon seit 20 Jahren tun. Lieblose Stellenanzeigen mit schwammigen Floskeln, wenig durchdachte Auswahlprozesse und nichtssagenden Absagen - viele Recruiter leisten sich den Luxus, Bewerber eher abzuschrecken als deren Interesse zu wecken.

Eigenmarketing mangelhaft
Im Produktmarketing würde so etwas nie passieren, meint Gaedt. Unternehmen seien gut darin, Produkte verkaufen, aber ihnen fiele es schwer, sich selber zu verkaufen. Er verweist auf Vorbilder und Leuchtturmprojekte, die zeigen, dass Unternehmen auf dem platten Land erfolgreich um Fachkräfte werben können und sich gegen die Konkurrenz aus den Ballungsräumen durchsetzen. Erstaunlich sei dabei, dass diese so wenige Nachahmer finden würden. Dies deckt sich mit meinen Erfahrungen. Gejammert wird viel, getan wird wenig.

Zeugnisse bilden nicht die komplette Realität ab
Er regt an, sich nicht nur auf Zuwanderer zu konzentrieren, sondern die nicht genutzten Potenziale im deutschen Arbeitsmarkt stärker zu berücksichtigen. Gaedt gibt zu bedenken, dass Zeugnisse niemals die komplette Realität der Fähigkeiten einer Person abbilden würden und plädiert dafür, auch auf den ersten Blick wenig attraktiven Bewerbern eine Chance zu geben. Mindestens so wichtig wie Zeugnisnoten seien schließlich Erfahrungen und Stärken. Mit dieser Sichtweise befindet er sich in zunehmend guter Gesellschaft.

Fazit
Martin Gaedt leistet mit seinem Buch einen wichtigen Beitrag, um die Diskussion über den Fachkräftemangel zu versachlichen. Seine Argumentation erscheint schlüssig, die von ihm genannten Fakten sind allgemein zugänglich und oft wohlbekannt. Gaedt räumt zu Recht mit dem Mythos Fachkräftemangel auf, denn dieser Mangel ist keineswegs belegbar.
Vielfach belegbar sind hingegen die Versäumnisse in der Personalkommunikation der Unternehmen, in Schule und Ausbildung und in der staatlichen Arbeitsvermittlung. Gaedt geht nicht ins Detail, skizziert aber, wie diese Kommunikation aussehen könnte. Entscheidern in Unternehmen und auch PR-Experten sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt.

Über den Autor: Helge Weinberg ist Inhaber des Beratungsunternehmens Strategie & Kommunikation in Hamburg. Er ist spezialisiert auf Personalkommunikation / HR-PR. Den vielfältigen „Touchpoints“ in der Kommunikation mit Bewerbern im Personalmarketing und Recruiting gilt sein Interesse. Darüber schreibt er auch als Blogger und Fachjournalist. Er ist Korrespondent Hamburg / Norddeutschland des „PR-Journals“.


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