Volker Klenk (Mitte unten) hat mit seinen Studierenden eine Themenwebsite zu Automated Communications erarbeitet.

Gab es in 2011 gerade mal 150 Software-Lösungen für automatisierte Kommunikation, ist die Zahl der Anbieter auf inzwischen über 7.000 geradezu explodiert. Diese gigantische Armada an digitalen Helfern für die Automatisierung von Marketing und Kommunikation stellt die Branche vor neue spannende Herausforderung. Die Automatisierung kommt mit Wucht – aber sind auch alle entsprechend vorbereitet?

Volker Klenk, Honorarprofessor an der Universität Mainz für Unternehmenskommunikation, hat dieses Zukunftsthema daher auf den Lehrplan gesetzt. Das Ergebnis der Arbeiten von 23 Studentinnen und Studenten im Bachelor-Studiengang Publizistik am Institut für Publizistik ist nun online: eine Themenwebsite zu Automated Communications. Sie ist gegliedert in die drei Themenschwerpunkte „Softwares“, „Anwendungsbeispiele“ sowie „Auswirkungen auf Berufsfelder“ in Medien, Marketing und Kommunikation.

Ziele des Seminars

Das Handlungsfeld der automatisierten Kommunikation ist verwirrend vielfältig und überwältigend komplex. Trotz, oder gerade wegen dieses unübersichtlichen Füllhorns gilt: Kommunikationsexperten sollten sich damit auseinandersetzen und ein kritisches Urteilsvermögen bilden. Es braucht eine digitale Mündigkeit, die einhergeht mit der Fähigkeit, die richtigen und auch die unangenehmen Fragen zu stellen. Nur so können sie Entscheidungen in diesem Kontext versiert vorbereiten und treffen.

Automated Marketing und Communication eröffnen Chancen und Risiken gleichermaßen. Auf der einen Seite geht es um das ewige Streben, durch Innovationen und Geschwindigkeit Vorteile zu erzielen; auf der anderen darum, dabei die möglichen Nachteile und Störgeräusche zu berücksichtigen.

Es geht im Kontext von KI-gesteuerten Roboter-Kommunikatoren aber auch um große Fragen wie Haltung, Menschenbild, Unternehmensphilosophie. Es braucht dafür inhaltliche Tiefe, Auseinandersetzung, Debatten, um hierzu Orientierung und Strategien zu entwickeln.

Recherchen der Studierenden

Für die Studierenden standen daher Fragen im Mittelpunkt wie: Wie entstehen künftig die Inhalte für PR / Unternehmenskommunikation? Wie wird Kommunikation geplant, gemessen, gesteuert? Was wird dabei von Maschinen, Bots und Robotern übernommen? Wie verändern neue Formen und Methoden der automatisierten Kommunikation die Berufsfelder in der PR / Unternehmenskommunikation, im Journalismus und in den Medien?

Die engagierten Studentinnen und Studenten telefonierten mit Unternehmen, schrieben Mails an Menschen und Maschinen, führten Interviews mit unausgereiften Bots und renommierten Professoren, befragten Siri und Alexa, schrieben über ihre Erfahrungen in Afrika, machten Fotos, Visual Statements und bauten einen eigenen Chatbot.

Die entstanden Beiträge sind so vielfältig wie die Gruppe selbst. In Summe ergeben sie einen spannenden Einblick in die Wahrnehmungen und Meinungen von 23 künftigen Kommunikationsexperten zu diesem Zukunftsthema. Lesenswerte Erkenntnisse für (angehende) Journalisten, Medienmacher, Kommunikatoren sowie Kommunikationsberater.


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