ECM LogoKommunikationsmanager in Europa nehmen aktuelle Trends und Entwicklungen wahr, stehen aber vor der Herausforderung, diese in ihre tägliche Arbeit zu integrieren. So lautet das etwas allgemein anmutende Fazit des European Communication Monitor (ECM) 2015, der am 25. Juni in Brüssel veröffentlicht wurde. Ein tieferer Blick in die von der European Association of Communication Directors (EACD) durchgeführte Befragung von mehr als 2.200 Kommunikationsprofis in 41 Ländern zeigt aber durchaus interessante Ergebnisse. So nutzen nur 43 Prozent der Befragten aus Befragungen und Messungen gewonnenes Datenmaterial, um Kommunikationsabteilungen zu führen oder Agenturen zu steuern. Immerhin 58 Prozent vertrauen auf Ergebnisse aus Datenerhebungen, wenn sie ihre Kommunikationsstrategien erarbeiten. 63 Prozent setzen Erkenntnisse ein, um Maßnahmen zu planen. Zusammengefasst bedeutet das: Daten zu ermitteln, auszuwerten und mit ihrer Hilfe Kommunikationsprozesse zu managen, gilt laut ECM als die Herausforderung für Kommunikationsprofis in Europa.

Die Studie, die unter der wissenschaftlichen Leitung des Leipziger Kommunikationsprofessors Ansgar Zerfass durchgeführt wurde, belegt nach Aussage der Macher, dass exzellente Kommunikationsabteilungen sich durch eine intensivere Nutzung von Befragungs- und Messergebnissen hervortun. Sie sind außerdem eher dazu in der Lage, mit anderen Funktionen in einem Unternehmen zu kooperieren und externe Agenturen für unterschiedliche Aufgaben einzusetzen.

Welchen Wert hat Kommunikation?
Auch was die Bemühungen von Kommunikationsprofis angeht, den Wert ihrer Arbeit unter Beweis zu stellen, hat der ECM Erkenntnisse geliefert. So berichten rund 80 Prozent der Befragten ihren CEOs, welch‘ positive Einflüsse Kommunikation auf die Reputation, die Marken und die Kultur im Unternehmen hat. 55 Prozent versuchen ökonomische Effekte aufzuzeigen, die von der Kommunikation ausgehen. Aber nur 36 Prozent der befragten Kommunikationschefs haben Instrument, um diese ökonomischen Effekte auch zu messen. Professor Zerfass dazu: „Die Studie zeigt, dass es eine enorme Diskrepanz gibt zwischen den Ambitionen der Kommunikationsprofis, den Wert ihrer Arbeit für ihr Unternehmen darzustellen, und der Praxis, diesen Wert zu ermitteln.“

Missverhältnis zwischen Senden und Empfangen
Geht es für Kommunikationsprofis darum, ihre Stakeholder mit ihren Botschaften zu erreichen, können 78 Prozent auf etablierte Strategien und Maßnahmen zurückgreifen. Geht es aber darum, die öffentliche Meinung oder das Feedback der Stakeholder abzufragen, verfügen nur rund 50 Prozent über entsprechende Instrumente.

Der Präsident der EACD, Herbert Heitmann, im Hauptberuf Kommunikationschef der Bayer AG, fasst die Erkenntnisse aus dem ECM so zusammen: „Die Ergebnisse bieten einen direkten Einblick in das Mindset von Kommunikatoren in Europa. Die dynamische Entwicklung der Kommunikationsfunktion während des digitalen Zeitalters hat viele neue Kanäle eröffnet, um Stakeholder zu erreichen. Die Mehrheit der befragten Kommunikatoren glaubt, dass die Integration der neuen Kanäle entscheidend ist für eine erfolgreiche Kommunikationsstrategie ist. Durch einen kontinuierlichen Austausch mit unseren Mitgliedern wollen wir sie darin unterstützen, neue Content-Strategien und Datenanalysen zu implementieren.“

Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse findet sich auf der ECM-Website in englischer Sprache. Zusätzlich steht dort und bei YouTube ein Kurzvideo (3:20 min.) zur Ansicht.


Wir haben die Kommentarfunktion wegen zu vieler Spam-Kommentare abgeschaltet. Sie können uns aber trotzdem Ihre Meinung zu diesem Artikel als Leserbrief direkt zusenden. Falls Sie wünschen, dass wir Ihren Leserbrief als Kommentar dem Artikel hinzufügen, vermerken Sie dies bitte in der Mail an uns.
leserbrief@pr-journal.de


Werbung

Heute NEU im PR-Journal