GWPR Logo global women in pr kleinEin neues Jahr - ein guter Zeitpunkt, die Veränderungen in der Arbeitswelt zu bewerten und einen Blick in die Zukunft zu werfen, während die Welt weiterhin auf die globale Pandemie reagiert. Dabei wird klar, dass das Jahr 2021 auch die Chance bietet, sowohl Geschäftsziele als auch langfristige Pläne neu zu bewerten. Flexibles Arbeiten wird wohl ein wichtiger Teil der Unternehmenskultur bleiben – aber trägt es auch dazu bei, die Veränderungen zu erleichtern, die nötig sind, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen? Einige wichtige Erkenntnisse dazu halten die Ergebnisse des GWPR-Jahresindex 2020 bereit. Der Index ist Teil eines Fünfjahres-Plans zur Messung und Verfolgung der Arbeitspraktiken von Frauen in der globalen PR- und Kommunikationsbranche.

In Zusammenarbeit mit der Marktforschungs- und Insight Beratung Opinium wurden PR-Fachleute auf der ganzen Welt zu ihrem Arbeitsumfeld, dem Druck, der mit der Arbeit in der PR-Branche verbunden ist, den Hindernissen, die Frauen davon abhalten, eine Führungsrolle zu übernehmen, den Auswirkungen des Elterndaseins und dem geschlechtsspezifischen Lohngefälle befragt.

Der GWPR-Jahresindex für 2020 hat unter anderem gezeigt, dass trotz eines signifikanten Anstiegs der mobilen Arbeit die Geschäftslandschaft für Frauen gleich geblieben ist. In einer Branche, die zu zwei Dritteln aus Frauen besteht, sind im Jahr 2020 immer noch 64 Prozent der Sitze in den Vorstandsetagen mit Männern besetzt.

Mehr Engagement erforderlich, um Frauen in Führungspositionen zu bringen

Eines der zentralsten Ergebnisse ist, dass 80 Prozent der PR-Fachleute der Meinung sind, die Anwesenheit von Frauen in den Führungsetagen verbessert die Arbeitsbedingungen. 89 Prozent sind der Meinung, dass mehr getan werden muss, um sicherzustellen, dass es mehr Frauen in den Führungsetagen gibt.

Die fünf wichtigsten Initiativen zum Abbau von Barrieren haben sich von 2019 auf 2020 leicht verschoben, wobei der Punkt „Mehr Frauen in Führungspositionen als Vorbilder“ (66 %) an der Spitze steht, gefolgt von „Flexiblen Arbeitspraktiken“ (63 %), „Anerkennung der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern durch Führungskräfte“ (58 %), „Mentoring“ (55 %) und „Geteilter Elternzeit“ (50 %).

Zahlreiche Hindernisse für Frauen

Das größte Hindernis auf dem Weg in die Vorstandsetage sind jedoch nach wie vor Kinderbetreuung und Pflegeaufgaben (78 %). Fast die Hälfte (47 %) der Frauen gab an, dass sich die Elternschaft negativ auf ihre Karriere ausgewirkt hat.

Weitere große Hindernisse waren die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben in Führungspositionen (70 %), das Fehlen flexibler Arbeitszeiten oder familienfreundlicher Richtlinien, mangelnde Transparenz bei der Einstellung und Beförderung (65 %) und Männer, die ähnliche Charaktere befördern (60 %).

Auswirkungen der Pandemie haben die Probleme verstärkt

Die Auswirkungen von Covid-19 haben zweifellos zu den Problemen beigetragen, mit denen Frauen aus der PR-Branche im letzten Jahr konfrontiert wurden. Fehlende Kinderbetreuung und dafür zusätzliches Home Schooling haben dazu geführt, dass viele Frauen noch länger arbeiten mussten und sogar ein Burnout erlebt haben, da die Grenzen zwischen Privatleben und Arbeit weiter verschwimmen. Trotzdem bevorzugen sie laut Studie die Möglichkeit der mobilen Arbeit, die generell zu einer besseren Work-Life-Balance führt.

Angela Oakes, Joint President des GWPR, kommentiert die Ergebnisse für 2020: „Wir können aus unserer Untersuchung erkennen, dass sich das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern in den Vorstandsetagen bis 2020 kaum verändert hat, trotz des weithin anerkannten Zusammenhangs zwischen der Vielfalt in den Vorstandsetagen und der finanziellen Leistung eines Unternehmens.“

Rege Nachfrage nach flexiblen Arbeitsbedingungen

"Die Covid-Krise hat jedoch einen Wandel herbeigeführt und den Trend zur flexiblen Arbeit schnell beschleunigt. Zwei Drittel der PR-Fachleute sind der Meinung, dass flexibles Arbeiten Frauen ermöglicht, eine Familie zu haben oder Betreuungsaufgaben zu übernehmen und trotzdem in ihrer Karriere voranzukommen. Es besteht eindeutig eine Nachfrage danach, denn 69 % sagen, dass sie sich eher für einen Job entscheiden würden, der flexibles Arbeiten anbietet, als für einen, bei dem es diese Möglichkeit nicht gibt. Arbeitgeber müssen dies verstehen und die Vorteile flexibler Arbeit anerkennen, damit wir weibliche Talente in der PR-Branche halten können."

Francis Ingham, Generaldirektor der Public Relations and Communications Association (PRCA) und Chief Executive der International Communications Consultancy Organisation (ICCO), hebt ebenfalls die positiven Auswirkungen von mehr flexibler Arbeit hervor. Er sagt: „Covid kann uns einen Reset-Moment für Frauen in der PR verschaffen. Durch die Krise und dem Einsatz von flexibler Arbeit kann der zähe Fortschritt des letzten Jahrzehnts einer echten Transformation weichen. Und wenn wir diese Krisenzeit überstanden haben, wird dies eine der positiven Veränderungen sein, die von Dauer sein werden."

Der vollständige Jahresindex ist hier via GWPR-Website abrufbar.


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