Paid-Nutzung regionaler Tageszeitungen im Web nimmt zu. (Quelle: Score Media Group)

Lässt sich qualitativ hochwertiger Lokaljournalismus trotz sinkender Abozahlen und geringer Bezahlbereitschaft für redaktionelle Online-Inhalte refinanzieren? Die sechste Auflage der Gattungsstudie „Zeitungsfacetten 2022“, durchgeführt von der Score Media Group, nationaler Vermarkter regionaler Tageszeitungen, zieht vor allem mit Blick auf die Online-Inhalte verhalten optimistische Schlüsse: Paid-Nutzung nimmt zu.

Die im Januar 2022 durchgeführte, repräsentative Online-Befragung (n = 5.406 im Alter von 15-69 J.) zeigt, dass die regionale Tageszeitung nach wie vor ein Massenmedium ist. 64 Prozent der Bundesbürger lesen mindestens wöchentlich eine Abozeitung. Die Print-Nutzung rangiert auf hohem Niveau (42 %), verzeichnet im Zweijahresvergleich allerdings ein Minus von zehn Prozent. Inzwischen nutzen 18 Prozent der Befragten mindestens wöchentlich ein kostenpflichtiges Online-Angebot ihrer regionalen Tageszeitung, was einem Plus von 53 Prozent im Vorjahresvergleich entspricht.

Bei der Nutzung der bezahlten Web-Angebote ist die Gruppe der „Millennials“ am stärksten vertreten. 33 Prozent der E-Paper-Leserschaft sind zwischen 22 und 35 Jahre alt, bei der Nutzung exklusiver Inhalte hinter der Paywall gehören sogar 36 Prozent zu dieser Altersgruppe. Zum Vergleich dominieren die „Generation X“ (36-53 J.) mit 33 Prozent und die „Baby Boomer“ (54+ J.) mit 32 Prozent unter den zahlenden Print-Abonnenten. 

Kontakthäufigkeit und -intensität höher bei bezahlter Online-Nutzung

Über alle Altersgruppen hinweg begründet eine deutliche Mehrheit (64 % der Paid-Leserschaft) ihre Zahlungsbereitschaft für Online-Inhalte der regionalen Tageszeitung mit dem Bewusstsein, dass guter Journalismus auch im Web seinen Preis hat. So geben bereits 65 Prozent der Online-Abonnenten mehr als 10 Euro monatlich für ihre regionale Tageszeitung aus, 40 Prozent sogar über 20 Euro.

Paid-Nutzer schenken Inhalten – und das gilt für redaktionelle wie werbliche – eine andere Aufmerksamkeit: 44 Prozent steuern das Web-Angebot mindestens einmal täglich an (im Vgl. zu 39 % der Gratisnutzenden) und 65 Prozent lesen mindestens 15 Minuten (im Vgl. zu 43 % der nicht-zahlenden Leserschaft). Aber nicht nur redaktionelle Inhalte interessieren die zahlenden Nutzer, auch werblicher Content ist stärker nachgefragt: So bekunden sie ein deutlich höheres Interesse als Gratis-Online-User an Beilagen und Prospekten (60 vs. 47 %), an Kleinanzeigen (59 vs. 45 %) wie auch an Werbeanzeigen örtlicher Unternehmen (52 vs. 34 %).

„Das wahre Pfund der regionalen Medienhäuser ist und bleibt der relevante lokale Content – das gilt für alle Kanäle. Die deutlich wachsende Zahlungsbereitschaft für digitale Inhalte verspricht, auch in Internet über Abos einen entscheidenden Beitrag zur Refinanzierung von hochwertigem Lokaljournalismus leisten zu können“, kommentiert Carsten Dorn, Geschäftsführer der Score Media Group, die Ergebnisse. Die Score Media Group zählt mit einem Portfolio von mehr als 420 regionalen Tageszeitungstiteln, dazugehörigen digitalen Portalen, E-Paper-Angeboten und Anzeigenblättern zu den größten Crossmedia-Vermarktern Deutschlands. 


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