Aktueller Report legt dar, dass allein bei Habeck und Baerbock die Zahl derer überwiegt, die mit der Kommunikation zufrieden sind. (Grafik: APCO)

Die neue Bundesregierung konnte in den ersten sechs Monaten ihrer Amtszeit kommunikativ nicht überzeugen: Nur 30 Prozent der Deutschen sind mit ihrer Kommunikation zufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Report von APCO Worldwide. Was für die Deutschen zählt sind Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit, Sachlichkeit und Transparenz in der Kommunikation. Am besten noch gelingt es Robert Habeck, diese Werte zu vereinen.

„Den meisten Minister*innen fällt es schwer, auf Social Media einen eigenen Stil zu finden, mit dem sie dem Wunsch der Bürger*innen nach Ehrlichkeit und zugleich Sachlichkeit entsprechen“, sagt Stefanie Schulz-Rittich, Director bei APCO Worldwide und Co-Autorin des Reports. „Überträgt man den Titel des aktuellen Koalitionsvertrags ‚Mehr Fortschritt wagen‘ auch als Anspruch auf die Kommunikation der Bundesregierung, so wird sie diesem bislang nicht gerecht. Wenn sie künftig überzeugen will, muss sie transparent kommunizieren und Mut zur Selbstkritik aufbringen”, lautet ihr Appell. 

In den ersten sechs Monaten musste die neue Bundesregierung in ihrer Kommunikation vor allem auf die aktuelle Nachrichtenlage (Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg) reagieren. Sie konnte nur selten selbst Akzente setzen. Entsprechend waren der Bundeskanzler, Karl Lauterbach, Robert Habeck und Annalena Baerbock medial am präsentesten. Dank Twitter und Instagram gelang es einigen durchaus, auch selbst Themen zu setzen, wie Annalena Baerbocks Video zu feministischer Außenpolitik mit über 1,5 Millionen Aufrufen deutlich macht. Insgesamt kann die Bundesregierung jedoch nicht mit ihrem Kommunikationsstil überzeugen. 

Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den einzelnen Bundesministerinnen und Bundesministern ab. Die Kommunikation von Bundeskanzler Scholz bewerten gerade einmal 21 Prozent der Befragten als gut. Den schlechtesten Wert erhält Christine Lambrecht. Eine deutliche Ausnahme Robert Habeck, der nicht nur von Anhängern der Grünen (97 Prozent), sondern auch von Anhängern der SPD (64,1 Prozent), FDP (51, 3 Prozent) und CDU/CSU (43,7 Prozent) hohe Zustimmungswerte bekommt. Und das gilt auch für sein Ministerium: Kein anderes nutzt Twitter mehr als Diskussionsplattform als das Bundesministerium für Wirtschaft & Klima. In den ersten sechs Monaten antwortet das BMWK über 5.000 Mal auf Twitter-Fragen – das macht knapp 30 Antworten pro Tag. Die anderen Ministerien nutzen den Kanal hauptsächlich zum Senden von Informationen. 

Wer sich im Detail mit der Studie beschäftigen will, kann die Ergebnisse hier einsehen


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