Studien Laut internationaler Studie Mehr als die Hälfte der Social-Media-Manager fühlt sich überlastet
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- von Joris Duffner, Dortmund
Social-Media-Manager stehen häufig unter hohem Arbeitsdruck und fühlen sich in ihrer Rolle nicht ausreichend verstanden. Das zeigt der Social Media Well-Being Report 2026 des Social-Media-Tools Metricool. Für die Untersuchung wurden weltweit knapp 1.000 Social-Media-Verantwortliche aus Unternehmen, Agenturen und Selbstständigkeit zu ihrem Arbeitsalltag und ihrem Wohlbefinden befragt.
Viele Aufgaben, hohe Arbeitsbelastung
Ein zentrales Ergebnis: 75 Prozent der Befragten haben das Gefühl, zu viele Aufgaben gleichzeitig übernehmen zu müssen. Social-Media-Manager verantworten demnach häufig nicht nur Content-Produktion und Veröffentlichung, sondern auch Strategie, Analyse, Community-Management, Copywriting, Videobearbeitung oder Influencer-Kooperationen.
Die Folge ist eine hohe Belastung im Arbeitsalltag. 57 Prozent der Befragten geben an, sich häufig überlastet zu fühlen, weitere 30 Prozent zumindest gelegentlich. Gleichzeitig berichten viele von kurzfristigen Anforderungen und ständigen Reaktionen auf aktuelle Entwicklungen auf den Plattformen. Das hat drastische Folgen: 46 Prozent haben bereits Burnout- oder Beinahe-Burnout-Erfahrungen gemacht, 69 Prozent sprechen von mentaler Erschöpfung.
Grafik: Metricool
Fehlendes Verständnis für die Rolle
Hinzu kommt, dass Social-Media-Verantwortliche ihre Arbeit häufig als wenig verstanden wahrnehmen. Nur rund zehn Prozent der Befragten geben an, dass Vorgesetzte oder Auftraggeber ihre Tätigkeit sehr gut nachvollziehen können. „Viele Social-Media-Manager übernehmen strategische Aufgaben, werden aber noch immer hauptsächlich als operative Content-Produzenten wahrgenommen“, heißt es in der Studie. Dadurch entstehe häufig eine Diskrepanz zwischen Verantwortung und Anerkennung.
Anerkennung und Vergütung bleiben oft aus
Auch bei Vergütung und Anerkennung sehen viele Befragte Verbesserungsbedarf. Nur etwa ein Viertel erhielt innerhalb der vergangenen zwölf Monate eine finanzielle Anerkennung wie Gehaltserhöhung oder Bonus. Entsprechend gemischt fällt die Bewertung der Bezahlung aus: 42 Prozent halten sie für angemessen, während rund ein Drittel sie als nicht fair empfindet. Nahezu die Hälfte hat ernsthaft erwogen, die Branche zu verlassen.
Kleine Teams, große Verantwortung
Strukturell arbeiten Social-Media-Manager häufig in kleinen Teams oder sogar allein. 59 Prozent der Befragten geben an, ihre Aufgaben ohne Team zu erfüllen. Weitere 33 Prozent arbeiten in Teams mit zwei bis 15 Personen. Dabei betreut ein großer Teil der Befragten mehrere Accounts oder Marken parallel. Gleichzeitig ist der Arbeitskontext stark digital geprägt: 42 Prozent arbeiten vollständig remote, weitere 34 Prozent in hybriden Arbeitsmodellen.
Die Arbeitsbedingungen verbessern könnte laut Studie, Social-Media-Verantwortlichen mehr Ressourcen, klarere Zuständigkeiten und stärkere Einbindung in strategische Entscheidungsprozesse zu geben.
Die gesamte Studie steht hier zum Download bereit.
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