Studien Auf Streife im Feed Polizei München führt Social-Media-Ranking an
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- von Joris Duffner, Dortmund
Die Polizei erreicht in Deutschlands Großstädten mehr als neun Millionen Follower – doch die Verteilung bleibt ungleich. Die Influencer-Agentur Netzschreier hat die Social-Media-Präsenz der Ordnungshüter in Deutschlands 50 größten Städten analysiert. Die Studie zeigt: Einige Präsidien erzielen hohe Reichweiten, während andere Städte ganz auf eigene Social-Media-Kanäle verzichten. München liegt im Verhältnis zur Einwohnerzahl vorn.
Mit rund 1,34 Millionen Followern bei etwa 1,49 Millionen Einwohnern kommt München auf knapp 900 Follower je 1.000 Einwohner. Damit liegt die Stadt deutlich über dem Durchschnitt der 50 größten Städte (399,7). Es folgen Osnabrück (835,6) und Frankfurt am Main (773,5). Berlin erzielt mit über 2,2 Millionen die größte absolute Reichweite, liegt pro Kopf jedoch auf Rang vier.
Freiburg im Breisgau erreicht mit 415,3 Followern je 1.000 Einwohner einen Platz im oberen Mittelfeld. Am unteren Ende des Rankings stehen Magdeburg (78,2), Halle (85,7), Rostock (98,6) und Kiel (149,9), die vergleichsweise geringe Reichweiten erzielen. In neun Städten, darunter Leipzig, Dresden und Saarbrücken, betreibt die Polizei keine eigenen Social-Media-Accounts.
Plattformmix entscheidet über Reichweite
X bleibt der wichtigste Kanal: 38 von 41 aktiven Polizeibehörden nutzen die Plattform. Facebook (37) und Instagram (32) folgen. LinkedIn, YouTube und Threads spielen eine geringere Rolle. TikTok setzen bislang nur wenige Standorte wie München, Berlin und Hamburg ein, erreichen dort aber hohe Followerzahlen.
Einige Behörden testen zusätzliche Formate. Die Polizei Berlin ist auch auf Spotify und Snapchat präsent, Hannover betreibt einen Twitch-Kanal, zuletzt jedoch ohne aktuelle Inhalte.
Bundesländer mit unterschiedlichen Modellen
Auf Landesebene führen die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen das Ranking nach Followern pro Einwohner an. Flächenländer wie Bayern oder Baden-Württemberg erreichen geringere Werte. Ein Grund: In mehreren Regionen kommunizieren eigenständige Präsidien und bündeln ihre Reichweiten nicht auf zentralen Accounts.
Social Media dient auch dem Recruiting
„Social-Media-Plattformen sind für die Polizei längst nicht nur ein Werkzeug, um lokale Meldungen oder Fahndungsaufrufe zu kommunizieren“, sagt Netzschreier-CEO Marlon Giglinger. Behörden zeigten dort zunehmend Einblicke in den Berufsalltag, stärkten Vertrauen und sprächen gezielt potenzielle Bewerber an.
Erfolgreiche Auftritte kombinierten Information und persönliche Ansprache. „Für reichweitenstarke Beiträge reichen oft einfache Einblicke in den Arbeitsalltag“, so Giglinger. Entscheidend sei der passende Plattformmix: Während X oder Facebook vor allem der schnellen Information dienten, setzten Instagram und TikTok stärker auf Nähe und Persönlichkeit.
Die Studienergebnisse samt methodischer Details sind auch hier zu finden.
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