Studien PR-Trendmonitor 2026 Unternehmen zeigen Haltung, aber mit Sicherheitsnetz
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- von Jana Pietsch, Hamburg
Klima, Nachhaltigkeit und Diversity gehören für viele Unternehmen inzwischen zur Haltungskommunikation. Bei politisch sensiblen Themen wächst dagegen die Zurückhaltung. Das zeigt der aktuelle PR-Trendmonitor von news aktuell und P.E.R. Agency.
Unternehmen in Deutschland und der Schweiz positionieren sich zwar zu gesellschaftlichen Themen, allerdings meist dort, wo die Risiken überschaubar erscheinen. Laut PR-Trendmonitor 2026 beziehen 44 Prozent der befragten Organisationen aktiv Stellung zu Klima- und Nachhaltigkeitsthemen. Dahinter folgen Diversity und Inklusion (34 Prozent) sowie Demokratie und politische Grundwerte (30 Prozent). Zu Migration und Integration oder internationalen Konflikten äußern sich dagegen deutlich weniger Unternehmen.
Zurückhaltung bei politisch sensiblen Themen
Besonders groß ist die Zurückhaltung bei Krisen und internationalen Konflikten. Fast jede fünfte befragte Kommunikationsfachkraft nennt diesen Themenbereich als besonders sensibel. Auch LGBTQIA+-Themen, Migration und Integration sowie Fragen rund um Rassismus und Antidiskriminierung werden vergleichsweise häufig gemieden. Gleichzeitig geben 61 Prozent der Befragten an, dass es in ihren Unternehmen formale, informelle oder zumindest themenabhängige Vorgaben gibt, sich bei gesellschafts- und politiknahen Themen kommunikativ zurückzuhalten.
Kaum Veränderungen gegenüber 2024
Grundsätzlich hat sich die Haltungskommunikation in den vergangenen zwei Jahren nur wenig verändert. Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) sieht keine Veränderung im Kommunikationsverhalten ihres Unternehmens. Knapp ein Drittel (29 Prozent) berichtet dagegen von einer aktiveren und sichtbareren Positionierung. Lediglich 14 Prozent beobachten eine stärkere Zurückhaltung als noch vor zwei Jahren.
Neutralität wichtig für Reputation
Wenn Unternehmen bewusst auf eine Positionierung verzichten, stehen meist strategische Überlegungen dahinter. Am häufigsten wird angeführt, dass eine öffentliche Haltung nicht zum Neutralitätsanspruch oder zu den Unternehmenswerten passe. Zudem wollen viele Organisationen keine zusätzliche Angriffsfläche bieten oder stoßen auf Widerstände innerhalb der Geschäftsführung. Die Sorge vor wirtschaftlichen Folgen, negativer Berichterstattung oder Shitstorms spielt dagegen eine deutlich geringere Rolle.
Eine Einordnung der Ergebnisse befindet sich auf dem news aktuell Blog.