Studien Führungskommunikation Generation Z erwartet mehr Dialog von Führungskräften
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- von Joris Duffner, Dortmund
Junge Beschäftigte wollen keine Ansagen von oben, sondern Sinn, Transparenz und regelmäßiges Feedback. Eine Auswertung von Markus Kiefer zeigt: Führungskommunikation muss sich stärker auf Dialog und Beteiligung ausrichten.
Die Generation Z, geboren je nach Auslegung ab 1995, stellt andere Erwartungen an Führung als frühere Beschäftigtengenerationen. Junge Mitarbeitende wollen verstehen, warum Entscheidungen getroffen werden, welchen Sinn ihre Arbeit hat und welchen Beitrag sie zum Unternehmen leisten. Reine Top-down-Kommunikation, seltene Mitarbeitergespräche und unklare Erwartungen passen dazu immer weniger.
Zu diesem Ergebnis kommt Markus Kiefer in einem Beitrag über Erwartungen der Generation Z an Führung und Kommunikation. Grundlage sind aktuelle Literaturauswertungen zur Gen Z im Arbeitsleben sowie eine Einordnung anhand klassischer Managementansätze.
Sinn, Feedback und Mitsprache im Fokus
Besonders wichtig sind der Gen Z demnach Flexibilität, Work-Life-Balance, Entwicklungsmöglichkeiten und sinnvolle Arbeit. Führungskräfte sollen nicht nur Aufgaben verteilen, sondern erklären, einordnen und Orientierung geben.
Auch die Kommunikation verändert sich: Junge Beschäftigte erwarten regelmäßige, offene und ehrliche Informationen. Feedback soll zeitnah erfolgen – nicht erst im jährlichen Beurteilungsgespräch. Entscheidungen sollen nachvollziehbar begründet werden. Rückfragen, Kritik und eigene Vorschläge müssen ausdrücklich möglich sein. Ignorieren Unternehmen diese Erwartungen dauerhaft, kann das Folgen haben: Laut Beitrag steigen dann Unzufriedenheit und Wechselbereitschaft.
Weg von der reinen Chefrolle
Für Führungskräfte bedeutet das einen Rollenwechsel. Gefragt ist weniger die klassische Chefrolle, die Anweisungen gibt und Ergebnisse kontrolliert. Wichtiger wird eine Rolle, die zuhört, Orientierung gibt, Entwicklung ermöglicht und Verantwortung überträgt. Kiefer betont dabei fünf zentrale Prinzipien moderner Führungskommunikation: Respekt und psychologische Sicherheit, Klarheit über Sinn und Erwartungen, Selbstverantwortung statt Bevormundung, dialogische Kommunikation sowie eine stärkere Feedback- und Entwicklungskultur.
Mehr Gespräche, weniger Jahresritual
Praktisch heißt das: Führungskräfte sollten häufiger mit ihren Mitarbeitenden sprechen. Statt seltener Jahresgespräche braucht es regelmäßige kurze Feedback- und Entwicklungsgespräche. Dabei sollte Kommunikation nicht nur von oben nach unten laufen. Auch Führungskräfte müssen Rückmeldungen aus dem Team zulassen.
Digitale Formate können das unterstützen, etwa kurze Pulsbefragungen zur Zufriedenheit oder Bindung ans Unternehmen. Entscheidend bleibt jedoch das persönliche Gespräch. Denn die Gen Z erwartet nicht nur digitale Tools, sondern echte Aufmerksamkeit und ernst gemeinten Dialog.
Führungskommunikation wird wichtiger
Der Beitrag macht deutlich: Die Erwartungen der Gen Z sind kein Randthema für junge Beschäftigte. Sie zeigen vielmehr, wohin sich Führung insgesamt entwickeln muss. Unternehmen, die Nachwuchskräfte gewinnen und halten wollen, müssen Führungskommunikation gezielt trainieren. Dazu gehört, dass Führungskräfte lernen, besser zuzuhören, klare Erwartungen zu formulieren, Feedback konstruktiv zu geben und Beteiligung zu ermöglichen. Kommunikation wird damit ein noch stärkerer Bestandteil von Personalentwicklung.
Mehr Hintergründe in: Prof. Dr. Markus Kiefer: „Erwartungen der Generation Z an Führung und Kommunikation – Antworten aus Klassikern der Management-Literatur“, erschienen in „PersonalEntwickeln“, Juni 2026.