"PR-Journal"-Roadshow: GPRA im Dialog mit Studierenden der Universität Hamburg.

Sind Absolvierende eines BWL-Studiums geeignet für die Karriere in einer Kommunikationsagentur? Das war eine von zahlreichen spannenden Fragen, denen am 23. November die Studierenden der Universität Hamburg gemeinsam mit Professionals der Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen in Deutschland (GPRA) nachgingen. Zum Austausch geladen hatten Professor Michel Clement, Professor für Marketing und Media an der Universität Hamburg, und das „PR-Journal“, das schon seit vielen Jahren mit daran arbeitet, das Berufsfeld der PR – und speziell der PR-Arbeit in Agenturen – ins Bewusstsein des Nachwuchses zu bringen und breit darüber zu informieren, welche durchaus attraktiven Berufswege die Kommunikationsbranche bereithält.

BWLer in Agenturen gern gesehen

„Wir initiieren den Dialog zwischen Nachwuchs und Professionals, um mit großer Verbindlichkeit Chancen, spannende Karrierewege und Berufsprofile in der Agenturwelt zu vermitteln“, sagte Thomas Dillmann, Chefredakteur beim „PR-Journal“ gleich zu Beginn seines Eröffnungsplädoyers. Rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern legte er dar, dass sich die Branche in den letzten Jahren gewandelt habe und es sich lohnt darüber nachzudenken, einen Berufseinstieg auf Agenturseite zu wählen. 

Diese Entwicklung der Kommunikationsagenturen, im Speziellen von der „verlängerten Werkbank“ der beauftragenden Unternehmen hin zum Beratungshaus, das auf Augenhöhe kommuniziert, beschreibt Jelena Mirkovic, Geschäftsführende Gesellschafterin bei komm.passion und GPRA-Präsidiumsmitglied. „Wir wollen Menschen mit verschiedensten Hintergründen an einen Tisch bekommen, um kundenspezifisch und vielfältig einsatzbar kommunizieren zu können“, sagt sie in ihrem Impuls zur Einführung in die Veranstaltung. „Die BWLer sind dabei mit ihrem Blick für Zahlen und die einzelnen Märkte für uns von großem Interesse.“

Agile Karriereplanung in agilen Agenturen

„Die Agentur ist ein agiles System“, sagt Julian Siebert, Trainee bei komm.passion. „Ich habe schon einige verschiedene Kunden und Projekte bearbeiten dürfen in meiner Traineezeit seit Anfang Oktober. Und ich durfte direkt in verschiedene Projektrollen schlüpfen und in dieser Funktion dann beispielsweise auch Aufgaben an den Geschäftsführer geben. Eine große Verantwortung und eine tolle Möglichkeit.“ 

Doch niemand würde in der Zeit des Traineeships allein gelassen, ergänzt Mylene Geisthardt, Beraterin bei Faktor 3. „Im Rahmen des Volontariats gibt es verschiedene Academies, in denen Cases vorgestellt und auch die dahinterstehenden Arbeitsschritte beschrieben werden. Es gibt Impulsvorträge zu speziellen Themen und den neuesten Trends, ein gemeinsames Offsite und den regelmäßigen Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen sowieso.“

Interessiert zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den persönlichen Entwicklungschancen und möglichen Karrierewegen innerhalb der Kommunikationsagentur. Lana Kirchner, Account Managerin bei Achtung!, sagt dazu: „Das Schöne ist: Wenn man sich für einen bestimmten Weg entscheidet, kann man den intensiv beschreiten und verfolgen. Das muss aber nicht für alle Ewigkeit so sein. ‚Spuradaptionen‘ oder auch komplette Spurwechsel sind möglich. Zudem gibt es Fortbildungen und teils verpflichtende Trainings, wie beispielsweise zu Projektmanagement, Konzeption oder auch Kreativität. Darüber hinaus sind aber auch individuelle Weiterbildungen möglich und erwünscht, die die persönliche Entwicklung vorantreiben. Davon profitiert letzten Endes natürlich auch die Agentur.“ In der Agenturkarriere, so der Tenor der Young Professionals, ist vieles möglich.  

Agenturszene wächst mit ihren Aufgaben

Der Impuls von Jelena Mirkovic zu Beginn und die sich anschließende Diskussion zeigen, die Agenturszene hat sich in den vergangenen 15 Jahren deutlich verändert und weiterentwickelt. Das Selbstverständnis auf Agenturseite beschränkt sich schon lange nicht mehr nur auf die Umsetzung von Kampagnen und Projekten. Vielmehr geht es den Kommunikatorinnen und Kommunikatoren in der Diskussion darum, aufzuzeigen dass der Beratungsaspekt viel stärker in den Fokus gerückt ist. Das gilt auch für aktuell sehr gefragte Aufgabenfelder wie beispielsweise die Wissenschaftskommunikation, die Digitalisierung und die Kommunikation zum Thema Nachhaltigkeit. Die Ansprüche und Anforderungen an die Beratungsleistungen von Agenturen sind kontinuierlich gewachsen. Insbesondere die Mitgliedsagenturen der GPRA, das unterstreicht Mirkovic, begegnen dieser Entwicklung mit einem starken Fokus auf den Qualitätsanspruch sowie seine stete Weiterentwicklung.  

Mirkovic nutzte die Gesprächsrunde denn auch, um auch den Consultancy Management Standard (CMS III) der GPRA vorzustellen. Es handelt sich dabei um einen erweiterten Qualitätsstandard für PR- und Kommunikationsagenturen, der bescheinigt, dass diese ihre internen Prozesse, Arbeitsweisen und kaufmännischen Abwicklungen gemäß internationalen Vorgaben an das Qualitätsmanagement durchführen.

Austausch mit dem Branchennachwuchs bleibt wichtig

Professor Clement freute sich über den Schritt, den die Branche mit diesem ersten gemeinsamen Event auf die Studierenden der Universität Hamburg zu gemacht hat. Bislang spielten seiner Meinung nach für die BWL-Studierenden vorrangig die Medien- und Performance-Agenturen eine Rolle. 

Für die „PR-Journal“-Roadshow war es die letzte Station im Jahr 2021. Für das kommende Jahr sind unter anderem Stationen in München und Stuttgart in Planung.


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