Branche Vielfalt und Chancengerechtigkeit in der Arbeitswelt „Dann spende nicht an uns!“
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- von Annett Bergk, Hamburg
Mit einer selbstbewussten Botschaft stellt Queermentor die Mechanik klassischer Spendenkampagnen auf den Kopf. Unter dem Motto „Dann spende nicht an uns!“ kontert die gemeinnützige Organisation typische Vorbehalte und strukturelle Barrieren für LGBTQIA+ Personen im Jobkontext und rückt sie mit provokanten Statement-Visuals im Retro-Pop-Art-Look – etwa “Oh Gott, eine Lesbe als Chefin?“ oder “Scheiße, ein Schwuler im Team?” – in den Mittelpunkt der Kommunikation. Kreiert und umgesetzt wurde die Kampagne gemeinsam mit der Agentur #helloyou. studio.
Wer noch “im Vorgestern” lebt und Vielfalt und Chancengerechtigkeit in der Arbeitswelt ablehnt, soll nicht spenden. Alle anderen sind eingeladen, zu unterstützen. Herzstück der Kampagne sind fünf Statement-Visuals wie „Bah! Coming-Out im Büro?” oder „Pronomen bereiten Dir Angst?” Sie zeigen typische Formen von Abwertung und struktureller Benachteiligung, die queere Menschen in der Arbeitswelt bis heute erleben, und machen sie pointiert zum kommunikativen Kern.
Die Statements in Kombination mit der deutlichen Botschaft „Dann spende nicht an uns!“ sind ein Haltungstest. Sie sprechen – über die LGBTQIA+ Community hinaus – explizit diejenigen an, die aktiv Teil des gesellschaftlichen Wandels sein wollen, darunter Allies, Unternehmen und Entscheider:innen.
„Als queere Person habe ich selbst erfahren, wie Vorbehalte im Berufsleben wirken können. Deshalb setzen wir bewusst auf Provokation, um vorherrschende Biases und Barrieren für LGBTQIA+ Personen im Jobkontext sichtbar zu machen, und gleichzeitig zu zeigen, wie wichtig Verbündete in der Arbeitswelt sind, “ sagt Pavlo Stroblja, Gründer von Queermentor.
Mit der Kampagne hebt sich Queermentor bewusst von positiven Wohlfühl-Narrativen, wie sie im Pride-Marketing häufig dominieren, ab. Stattdessen legt die gemeinnützige Organisation den Fokus auf Unterstützung aus Überzeugung, bewusster Haltung und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Die Kampagne schafft die Grundlage dafür, dass das Angebot von Queermentor auch 2026 kostenlos bleibt. Jeder Beitrag fließt direkt in Mentoring-Programme, Workshops und Weiterbildungsangebote für queere Menschen ab 16 Jahren, in inklusive Networking-Formate, das Empowerment von LGBTQIA+ Role Models sowie in sichere Räume für Austausch und Community-Building.
Die Spendenkampagne haben Queermentor und die Dortmunder Design- und Kreativagentur #helloyou. studio gemeinsam entwickelt und umgesetzt. Die Agentur hat ihre Leistung pro bono bei Strategie, Kreation, Grafik und Implementierung eingebracht.
„Die Kampagne ist stark, weil sie nicht Zustimmung einsammelt, sondern Vorurteile und Ausschlüsse klar benennt, die Diskussion dahin trägt, wo sie oft verdrängt wird, und mit Haltung die klassische Fundraising-Logik umkehrt“ , sagt Melanie Esser, Geschäftsführerin von #helloyou. studio. „Wir unterstützen Queermentor mit unserer Expertise dabei, diese Haltung konsequent zu übersetzen – visuell, sprachlich und ohne Kompromisse. “
Seit dem 5. Dezember veröffentlicht Queermentor die fünf Statement-Visuals über drei Wochen hinweg als Karussell-Posts auf LinkedIn und Instagram. Verstärkt wird die Social-Media-Aktivierung durch PR-Maßnahmen sowie auf der Website und im Newsletter von Queermentor.
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