Branche Neuordnung des Spitzenfelds Scholz & Friends übernimmt Platz eins im PR-Kreativranking

Platz eins wechselt, bleibt jedoch in Hamburg. Im aktuellen PR-Kreativranking des PR-Journals verändert sich die Reihenfolge an der Spitze. Scholz & Friends verbessert sich von Rang fünf auf Rang eins und löst damit Jung von Matt als bisherigen Spitzenreiter ab. Die Kreativen aus St. Pauli fallen auf Platz acht zurück. MSL Germany behauptet sich auf Rang zwei. Auf Platz drei folgt Fischer-Appelt, die sich um einen Rang verbessert und an Serviceplan vorbeizieht. Auch Neueinsteiger sind unter den Top 10 vertreten.

Das PR-Journal veröffentlicht das PR-Kreativranking gemeinsam mit dem österreichischen Medienbeobachter Observer als Analysepartner. Grundlage sind die Erfolge von Kommunikationsagenturen bei nationalen und internationalen Branchenwettbewerben. Die Qualität des Rankings samt Auswahl der Awards und Gewichtung überwacht der Beirat, bestehend aus Storytelling-Expertin Petra Sammer, Exhausting-Inhaber Robert Hoyer, Observer-CCO Simon Gebauer sowie PR-Journal-Chef Nico Kunkel. Insgesamt waren 184 Agenturen Teil der Bewertung.

Das vollständige PR-Kreativranking 2026 ist hier in der PRJ-Datenbank zu finden. Dort ist auch eine genaue Erklärung des Punktesystems hinterlegt.

Die aktuelle Rangliste zeigt somit, welche Agenturen im zurückliegenden Wettbewerbszeitraum mit ihren Arbeiten besonders häufig in den maßgeblichen Awards vertreten waren. Oder aber, wer mit einzelnen Cases besonders stark punkten konnte. Deutlich wird, dass sich die Zusammensetzung der Spitzengruppe gegenüber dem Vorjahr an einigen Stellen verändert hat.

Das Treppchen: Scholz & Friends vor MSL Germany und Fischer-Appelt.

 

Scholz & Friends erreicht Spitzenplatz mit konstanter Qualität mehrerer Arbeiten

Dem ersten Platz von Scholz & Friends liegt ein Jahr zugrunde, in dem die Agentur mit zahlreichen Cases über verschiedene Wettbewerbe hinweg kontinuierlich präsent war. Die prämierten Kampagnen bewegen sich dabei in unterschiedlichen Themenfeldern. Gesellschaftliche Themen wurden ebenso umfasst wie markenbezogene und digitale Kommunikationsansätze. Stefan Wegner, Geschäftsführer von Scholz & Friends Agenda, verweist unter anderem auf die Kampagne „Unsilence the violence“, mit der die Agentur für Terre des Femmes auf die Folgen sexueller Gewalt gegen Frauen aufmerksam machte. Die Idee: In verschiedenen Städten wurden weibliche Bronzestatuen mit Hinweisen versehen. Herausgestellt wurde, dass bestimmte Körperstellen durch ständiges Anfassen blank gerieben sind. Die Kampagne nutzte genau dieses Phänomen als starkes Bild für die Botschaft: Sexuelle Gewalt hinterlässt Spuren.

Foto: Scholz & Friends "Das PR-Kreativranking ist für uns eine wichtige Auszeichnung, weil es die DNA von Scholz & Friends Agenda sehr gut trifft. Wir sind aus einer Kreativagentur heraus gewachsen und haben das PR-Gen ergänzt. Die Orchestrierung - die Verbindung beider Gehirnhälften in der Kommunikation - ist bis heute unsere besondere Stärke.

Die Auszeichnungen im vergangenen Jahr spiegeln dies wider. Im Mittelpunkt steht eine klare Idee, die wir über alle Kanäle orchestrieren: "Unsilence the violence" - ein eindringliches Medienbild gegen sexuelle Belästigung für Terre des Femmes, Skintimacy - die ungewöhnliche Kooperation von AOK und Amorelie zum Thema Hautkrebs, der Ruhezeiten-Index für den "lauten" Mc Crispy von McDonald’s oder Katharina von Württemberg - die virtuelle Influencerin für die Landesbank Baden-Württemberg.

Die Preise für diese Arbeiten zeigen, dass die Wertschätzung von Kreativität wächst. Und das nicht nur in der Welt der Awards, sondern auch in der Wirklichkeit, in der sich diese Ideen bewähren müssen. Wer heute durchdringen und im Social Media- und KI-Getöse nicht untergehen will, braucht den Mut zu starken und ungewöhnlichen Kampagnen.“

Foto: Scholz & Friends

"Das PR-Kreativranking ist für uns eine wichtige Auszeichnung, weil es die DNA von Scholz & Friends Agenda sehr gut trifft. Wir sind aus einer Kreativagentur heraus gewachsen und haben das PR-Gen ergänzt. Die Orchestrierung - die Verbindung beider Gehirnhälften in der Kommunikation - ist bis heute unsere besondere Stärke.

Die Auszeichnungen im vergangenen Jahr spiegeln dies wider. Im Mittelpunkt steht eine klare Idee, die wir über alle Kanäle orchestrieren: "Unsilence the violence" - ein eindringliches Medienbild gegen sexuelle Belästigung für Terre des Femmes, Skintimacy - die ungewöhnliche Kooperation von AOK und Amorelie zum Thema Hautkrebs, der Ruhezeiten-Index für den "lauten" Mc Crispy von McDonald’s oder Katharina von Württemberg - die virtuelle Influencerin für die Landesbank Baden-Württemberg.

Die Preise für diese Arbeiten zeigen, dass die Wertschätzung von Kreativität wächst. Und das nicht nur in der Welt der Awards, sondern auch in der Wirklichkeit, in der sich diese Ideen bewähren müssen. Wer heute durchdringen und im Social Media- und KI-Getöse nicht untergehen will, braucht den Mut zu starken und ungewöhnlichen Kampagnen.“

MSL verteidigt Rang zwei mit besonders punktstarkem Case

MSL Germany hält sich auf Rang zwei. Im Unterschied zum Erstplatzierten ist die Platzierung hier eng mit einem einzelnen Case verbunden, der im Ranking eine besonders hohe Punktzahl erreicht. Auch Wigan Salazar, CEO von MSL Germany, hebt die Kampagne „Michael Bommer macht sich unsterblich“ hervor. Im Mittelpunkt steht ein realer, todkranker Protagonist, dessen Persönlichkeit, Stimme und Wissen mithilfe von KI-Technologie konserviert und über den Tod hinaus zugänglich gemacht werden. Die Kommunikation verknüpft den technologischen Ansatz mit Fragen nach Erinnerung, Identität und dem Umgang mit dem eigenen Vermächtnis.

Foto: MSL "Für uns bei MSL sind Awards ein zentraler Gradmesser für Relevanz, Wirkung und handwerkliche Qualität unserer Arbeit. Sie zwingen uns, unsere Projekte präzise zu reflektieren - und zeigen, ob es gelingt, komplexe Themen strategisch zu durchdringen und Kommunikation messbar wirksam zu machen. Zugleich sind Auszeichnungen ein wichtiger Motivationsfaktor für unser Team: Sie schaffen Stolz, Anerkennung und Orientierung für exzellente Arbeit. Besonders wichtig sind für uns Awards, die strategische Exzellenz und Impact bewerten - also nicht Kreativität isoliert, sondern im Zusammenspiel mit Haltung, Beratung und Ergebnis.

Der Case "Michael Bommer macht sich unsterblich“ für Eternos Life steht dafür exemplarisch: ein ethisch hoch sensibles Thema, klar positioniert und mit großer öffentlicher Wirkung umgesetzt. Ebenso prägend war unsere Arbeit für die Initiative DNA of Democracy, die demokratische Werte zum Jubiläum des Grundgesetzes pointiert sichtbar gemacht und gesellschaftliche Relevanz mit strategischer Kommunikation verbunden hat."

Foto: MSL

"Für uns bei MSL sind Awards ein zentraler Gradmesser für Relevanz, Wirkung und handwerkliche Qualität unserer Arbeit. Sie zwingen uns, unsere Projekte präzise zu reflektieren - und zeigen, ob es gelingt, komplexe Themen strategisch zu durchdringen und Kommunikation messbar wirksam zu machen. Zugleich sind Auszeichnungen ein wichtiger Motivationsfaktor für unser Team: Sie schaffen Stolz, Anerkennung und Orientierung für exzellente Arbeit. Besonders wichtig sind für uns Awards, die strategische Exzellenz und Impact bewerten - also nicht Kreativität isoliert, sondern im Zusammenspiel mit Haltung, Beratung und Ergebnis.

Der Case "Michael Bommer macht sich unsterblich“ für Eternos Life steht dafür exemplarisch: ein ethisch hoch sensibles Thema, klar positioniert und mit großer öffentlicher Wirkung umgesetzt. Ebenso prägend war unsere Arbeit für die Initiative DNA of Democracy, die demokratische Werte zum Jubiläum des Grundgesetzes pointiert sichtbar gemacht und gesellschaftliche Relevanz mit strategischer Kommunikation verbunden hat."

Fischer-Appelt schafft es mit Kampagne über unbekanntes Mozart-Stück aufs Treppchen

Auf Platz drei liegt Fischer-Appelt. Die Agentur verbessert sich gegenüber dem Vorjahr um einen Rang und zieht an Serviceplan vorbei. Diese Platzierung basiert ebenfalls auf Sichtbarkeit über den gesamten Wettbewerbszeitraum hinweg, verbunden mit einem Projekt, das besondere Aufmerksamkeit erhielt. Auch Fischer-Appelt-Vorständin Eugenia Lagemann nennt die Kampagne „The Mozart Drop“. Dabei wurden das digitale Köchel-Musikverzeichnis und ein bis dahin unbekanntes Mozart-Stück in der Dramaturgie eines zeitgenössischen Musik-Releases inszeniert. Der Fund wurde damit nicht allein in einem musikwissenschaftlichen Zusammenhang erzählt, sondern als popkulturelles Ereignis für ein breiteres Publikum aufbereitet.

Foto: Fischer-Appelt „Awards messen kreative Exzellenz, Wirksamkeit und Handwerk und ob unsere Arbeit für Marken und Unternehmen messbaren Impact erzielt. Sie sind kein Selbstzweck, sondern auch ein Qualitätskompass. Awards motivieren Teams, fördern disziplinübergreifende Zusammenarbeit und helfen uns auch, Talente für uns zu gewinnen. Für unsere Kund:innen sind sie ein glaubwürdiger Nachweis, dass sich Investitionen in mutige Kommunikation messbar bezahlt machen. Jede Disziplin unserer Agenturgruppe hat ihre relevanten Awards und Plattformen, die für unsere Units und ihre Kund:innen entscheidend sind. Wir priorisieren Awards deshalb auch danach, wo unsere Arbeiten fachlich richtig eingeordnet und gesehen werden. Das kann ein großer, renommierter Award sein oder ein spezialisiertes Format, das für eine Unit deutlich mehr Relevanz und Resonanz erzeugt.

Unser vielfach ausgezeichnetes und nominiertes Projekt “Mozart Drop” für die Internationale Stiftung Mozarteum zeigt, wie wir digitale Innovation, PR, Event und Tech verbinden. Die Veröffentlichung einer bis dato unbekannten Mozart-Komposition als kulturelles Live-Digital-Erlebnis hat weltweit Buzz erzeugt und komplexes Wissen für ein breites Publikum zugänglich, relevant und sharable gemacht. Die Verbindung aus kultureller Relevanz, kreativer Inszenierung, starker PR-Mechanik und technologischer Umsetzung macht den Case so erfolgreich.“

Foto: Fischer-Appelt

„Awards messen kreative Exzellenz, Wirksamkeit und Handwerk und ob unsere Arbeit für Marken und Unternehmen messbaren Impact erzielt. Sie sind kein Selbstzweck, sondern auch ein Qualitätskompass. Awards motivieren Teams, fördern disziplinübergreifende Zusammenarbeit und helfen uns auch, Talente für uns zu gewinnen. Für unsere Kund:innen sind sie ein glaubwürdiger Nachweis, dass sich Investitionen in mutige Kommunikation messbar bezahlt machen. Jede Disziplin unserer Agenturgruppe hat ihre relevanten Awards und Plattformen, die für unsere Units und ihre Kund:innen entscheidend sind. Wir priorisieren Awards deshalb auch danach, wo unsere Arbeiten fachlich richtig eingeordnet und gesehen werden. Das kann ein großer, renommierter Award sein oder ein spezialisiertes Format, das für eine Unit deutlich mehr Relevanz und Resonanz erzeugt.

Unser vielfach ausgezeichnetes und nominiertes Projekt “Mozart Drop” für die Internationale Stiftung Mozarteum zeigt, wie wir digitale Innovation, PR, Event und Tech verbinden. Die Veröffentlichung einer bis dato unbekannten Mozart-Komposition als kulturelles Live-Digital-Erlebnis hat weltweit Buzz erzeugt und komplexes Wissen für ein breites Publikum zugänglich, relevant und sharable gemacht. Die Verbindung aus kultureller Relevanz, kreativer Inszenierung, starker PR-Mechanik und technologischer Umsetzung macht den Case so erfolgreich.“

Jung von Matt verliert sieben Plätze, neue Namen rücken vor

Für den ehemaligen Spitzenreiter Jung von Matt fällt die Platzierung im Vergleich zum Vorjahr deutlich schwächer aus. Nach Rang eins im vergangenen Ranking belegt die Agentur nun Platz acht. Auch andere Namen aus dem oberen Feld verlieren Positionen. Edelman fällt aus den Top 10 und steht auf Rang 14. Segmenta sowie Ressourcenmangel, inzwischen unter dem Namen RYSM, rutschen ebenfalls mehrere Plätze nach unten.

Abseits der neuen Top drei zeigt das PR-Kreativranking 2026 vor allem Bewegung im erweiterten Spitzenfeld: Agentur Blaulicht ist als Aufsteiger neu in die Top 10 vorgestoßen und verbessert sich von Rang 11 auf Platz 9. Serviceplan bleibt mit Rang 4 dicht an der Spitze, Navos Public Dialogue Consultants verbessert sich von Platz 6 auf 5. Ketchum verteidigt mit Platz 10 ebenfalls einen Platz im Spitzenfeld.

Gleichzeitig rücken weitere Agenturen sehr stark vor. Wildstyle Network verbessert sich von Platz 27 auf Rang sechs. Die Wildstyle-CEOs Dirk Popp und Steve Nitzschner berichten demnächst im PR-Journal-Interview über die Hintergründe ihres Ranking-Erfolgs. Mit Presence schafft zudem ein neuer Name den Einstieg in die Spitzengruppe und belegt auf Anhieb Platz sieben. Die Gründer:innen der Berliner Agentur, die erst Anfang des Jahres mit einem Management-Buyout neugestartet sind, erzählen im PR-Journal-Interview über den herausragenden Erfolg ihrer Paralympics-Kampagne.

Ranking verweist auf breitere Verschiebungen im Markt

Über die Einzelplatzierungen hinaus verweist das diesjährige Ranking auf eine breitere Entwicklung im Markt. Kreative Sichtbarkeit verteilt sich nicht mehr nur auf große, international geprägte Netzwerkagenturen mit breiter Aufstellung. Auch spezialisierte Anbieter und Agenturen mit PR-DNA rücken in der Gesamtwertung weiter nach vorn.

Die Rangliste dokumentiert veränderte Kräfteverhältnisse innerhalb der Branche. Manche Agenturen erzielen ihre Platzierung über eine Reihe erfolgreicher Einreichungen in unterschiedlichen Wettbewerben. Andere profitieren von einem klaren Profil und einzelnen Arbeiten, die in vielen Jurys und Kategorien Resonanz finden. Darin liegt die übergeordnete Aussage des Rankings: Kreative Anerkennung entsteht heute auf unterschiedlichen Wegen – durch Kontinuität, Spezialisierung oder einzelne Projekte mit hoher Sichtbarkeit.

 

Observer ist Analysepartner bei allen Veröffentlichungen zum PR-Kreativranking. Die Systematik der Bewertung wurde von Observer mitentwickelt, das Ranking vom Analyse-Team erstellt. Observer ist ein führender Medienbeobachter im DACH-Raum und bietet innovative, datenbasierte Lösungen für Kommunikationsprofis und PR-Agenturen.

 

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