Branche EU-Vorgaben zur Nachhaltigkeitskommunikation Weber Shandwick startet KI-Tool für EmpCo-Check

Die Kommunikationsagentur Weber Shandwick reagiert auf neue EU-Vorgaben zur Nachhaltigkeitskommunikation und bringt ein KI-gestütztes Prüfangebot auf den Markt. Der "Green Claims AuditPro" soll Unternehmen helfen, ihre Aussagen rechtssicher auszurichten und Risiken zu erkennen.

Jan Dirk Kemming, Head of Sustainability bei Weber Shandwick, reagiert mit "Green Claims AuditPro" auf Herausforderungen der Nachhaltigkeitskommunikation. (Foto: privat)

Neue Regeln erhöhen Druck auf Kommunikation

Mit der "Empowering Consumers Directive" (EmpCo) verschärft die EU die Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Die Richtlinie muss bis Ende März in nationales Recht überführt werden und gilt ab dem 27. September 2026 europaweit. In Deutschland erfolgte die Umsetzung bereits über eine Novelle des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).

Die Vorgaben untersagen pauschale oder unbelegte Aussagen wie "klimaneutral" oder "umweltfreundlich". Verstöße können künftig abgemahnt werden und ziehen Bußgelder sowie Reputationsrisiken nach sich. Für Unternehmen entsteht damit ein hoher Prüfaufwand, insbesondere bei umfangreicher Kommunikationsarbeit. „Die Komplexität der neuen Vorschriften schafft enorme Unsicherheit. Die Folge sind Greenhushing auf der einen und unabsichtliche Verstöße auf der anderen Seite – ab September rechtlich anfechtbar“, sagt Jan Dirk Kemming, Head of Sustainability bei Weber Shandwick.

KI analysiert Claims und priorisiert Risiken

Der "Green Claims AuditPro" setzt auf automatisierte Analyse. Eine spezialisierte KI identifiziert Nachhaltigkeits-Claims auf Websites und in Dokumenten. Diese werden mit der Wissensdatenbank "KnowLex" abgeglichen, die gemeinsam mit der Wirtschaftskanzlei Noerr aufgebaut wurde und rechtliche Vorgaben sowie relevante Urteile bündelt. Das System erstellt daraus einen strukturierten Risiko-Report. Er priorisiert Handlungsbedarf und liefert konkrete Empfehlungen. Fachleute aus Kommunikation und Nachhaltigkeit prüfen die Ergebnisse und ordnen sie strategisch ein. Bei komplexen Rechtsfragen bindet Weber Shandwick zusätzlich juristische Expertise ein.

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