Branche Deutscher PR-Rat DRPR mahnt Beyond Fluorid und Publishing Group
- Details
- von Joris Duffner, Dortmund
Der Deutsche Rat für Public Relations hat eine Mahnung gegen die Initiative Beyond Fluorid und die Münchner PR-Agentur Publishing Group ausgesprochen. Der Rat sieht Verstöße gegen die Prinzipien der Absendertransparenz und Professionalität im Deutschen Kommunikationskodex.
Unternehmensbezug wurde nachträglich ergänzt
Beyond Fluorid versteht sich nach eigener Darstellung als Plattform für eine offene wissenschaftliche Diskussion über Fluoridexposition und Kariesprävention. Der DRPR hält die anfängliche Positionierung als neutrale Aufklärungsplattform jedoch für zweifelhaft. Nach Auffassung des Rates trat die Initiative zunächst ohne Nennung von Unternehmen als Finanzierer und Unterstützer an die Öffentlichkeit.
Die Verbindung zu Dr. Kurt Wolff sowie zu dessen Forschungsleiter wurde erst nachträglich im Impressum und im Beirat ergänzt. Dass diese Unternehmensverbindung beim ersten Auftritt fehlte, bewertet der Rat als unzureichend im Sinne einer proaktiven Absenderdarstellung. In der Begründung heißt es: „Die Absendertransparenz ist ein zentrales Element jeder PR-Arbeit und Voraussetzung für eine glaubwürdige Diskussion und eine eigenständige Einordnung durch Rezipierende.“
DRPR verlangt Offenlegung von Beginn an
Das Argument der Agenturleitung, den Auftritt fortlaufend zu „präzisieren“, weist der Rat zurück. Ein professioneller Auftritt erfordere, Hintergründe von Anfang an offenzulegen, statt Informationen erst nachträglich zu ergänzen.
Aus Sicht des DRPR rückt ohne diese Klarheit der Inhalt in den Hintergrund. An seine Stelle trete die Frage, wem die Kommunikation letztlich nütze. Damit betont das Gremium die Bedeutung einer transparenten Absenderdarstellung bei Initiativen, die sich als Plattformen für sachliche oder wissenschaftliche Debatten positionieren.
Rat belässt es bei Mahnung
Da Beyond Fluorid den Auftritt inzwischen korrigiert hat, verzichtet der DRPR auf eine Rüge und belässt es bei einer Mahnung. Zugleich verweist das Gremium auf einen weiteren Widerspruch: Das Ausstellen konkreter Produkte bei Veranstaltungen der Initiative stehe dem eigenen Anspruch entgegen, auf Produktwerbung zu verzichten.