Barbara Hans (© Michael Kappeler / „Spiegel“)

Barbara Hans (40), Mitglied der Chefredaktion des „Spiegel“, verlässt zum 30. April 2021 nach 16 Jahren das Hamburger Nachrichtenmagazin. Nach ihrem Volontariat bei „Spiegel online“ und „Spiegel“ und Jahren als Redakteurin, Reporterin und Ressortleiterin wurde sie 2014 in die Chefredaktion von „Spiegel online“ berufen. Zwei Jahre später wurde sie dort Chefredakteurin. Seit Januar 2019 gehörte sie dann der fusionierten Chefredaktion des „Spiegel“ an, gemeinsam mit Steffen Klusmann (Vorsitzender) und Clemens Höges. Nun erfolgt die Trennung „im besten gegenseitigen Einvernehmen“, wie der Spiegel-Verlag bekanntgab.

„Barbara hat den ‚Spiegel‘ und vor allem ‚Spiegel online‘ entscheidend mitgestaltet. Sie hat viele Kolleginnen und Kollegen inspiriert, das Haus hat ihr viel zu verdanken und wird sie vermissen. Ich möchte mich noch einmal für die gemeinsame Zeit in der Chefredaktion bedanken und wünsche ihr alles Gute“, sagt „Spiegel“-Chefredakteur Steffen Klusmann.

Auch Thomas Hass, der Geschäftsführer des Spiegel-Verlags, dankte Barbara Hans für ihr großes Engagement an der Spitze der zusammengeführten „Spiegel“-Redaktion und gab ihr beste Zukunftswünsche mit auf den Weg.

Laut „turi2.de“ gab es bereits seit Januar 2021 Unruhe in der Chefetage des „Spiegel“ und Gerüchte, die Chefredaktion werde umgebaut und man wolle auf Barbara Hans verzichten. Als Grund wurde mangelnde Harmonie im Führungsteam angeführt. Außerdem, so hieß es bei „turi2.de“ weiter, habe Hans „ihre Rolle“ in der fusionierten Redaktion nicht so recht gefunden.

Barbara Hans sagte zu ihrem Abschied: „Mit Freude und Stolz blicke ich auf die vergangenen 16 Jahre ‚Spiegel‘. Es war eine intensive und extrem produktive Zeit als Redakteurin, Reporterin, Chefredakteurin. Ich danke meinen Kolleginnen und Kollegen für alles, was wir gemeinsam erreicht haben: für einen Journalismus, der so erfolgreich ist wie nie zuvor, für Reichweiten- und Plusrekorde. Und vor allem für ihr Engagement, das mich beeindruckt, und für ihr Vertrauen, das die vielen Innovationen und Veränderungen erst möglich gemacht hat. Es war ein Privileg, mit so vielen klugen Menschen aus allen Teilen des Hauses daran zu arbeiten, den ‚Spiegel‘ publizistisch weiterzuentwickeln und die Redaktionen zu fusionieren.“ Auf die Dissonanzen in der Chefredaktion ging sie nicht ein.

Für ihre Arbeit als Chefredakteurin wurde Hans ausgezeichnet. Neben ihrer journalistischen Tätigkeit arbeitete sie außerdem als Kommunikationswissenschaftlerin an der Universität Hamburg und wurde mit einem Fellowship der Columbia University Graduate School of Journalism, New York, geehrt. Ihre Dissertation schrieb sie 2016 über politische Inszenierungen und das Vertrauen in Politik und Medien.


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