Thomas Rabe, Vorsitzender des Vorstands von Bertelsmann und CEO der RTL Group, bezeichnet die Übernahme von G+J durch RTL Deutschland als Meilenstein der eigenen „National-Champions-Strategie“.

Nun ist es offiziell: Was in den vergangenen Tagen mehr und mehr durchsickerte, ist bestätigt. Die Zusammenführung von Gruner + Jahr (G+J) und RTL Deutschland ist vollzogen. Damit entsteht ein cross-mediales Medienunternehmen, das in den Bereichen Fernsehen, Streaming, Magazine, Radio und digitale Medien tätig ist. RTL Deutschland hat mit dem Bertelsmann-Konzern – G + J ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen von Bertelsmann – die fast vollständige Übernahme der deutschen Magazingeschäfte und -marken von Gruner + Jahr vereinbart. Nicht Teil des Deals sind die DDV Mediengruppe („Sächsische Zeitung“), die Agentur Territory, die AppLike Group sowie die 25-Prozent-Beteiligung von G+J an der Spiegel Gruppe. Der Kaufpreis beträgt 230 Millionen Euro (ohne Barmittel und Schulden). G+J bringt damit seine Marken „Stern“, „Brigitte“, „Geo“, „Capital“, „Schöner Wohnen“, „Eltern“ und „Art“ sowie seine umfassende journalistische Expertise ein.

RTL Gruner u Jahr Logos 2021In den vergangenen Jahren haben RTL Deutschland und G+J ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Werbevermarktung (Ad Alliance), Inhalte-Entwicklung und -Produktion (Bertelsmann Content Alliance) sowie Forschung und Daten (Data Alliance) ausgebaut. Die Zusammenführung beider Unternehmen baut auf diesen erfolgreichen Allianzen auf. Sie soll die Position von RTL Deutschland als führenden Partner für kreative Talente weiter stärken und zudem das dynamische Wachstum von RTL+ (TV Now) beschleunigen – dabei – so heißt es von Seiten der RTL Group – werde RTL Deutschland die Investitionen in lokale Inhalte, unabhängigen Journalismus, Technologien und Daten erhöhen. Ein gemeinsames redaktionelles Team mit mehr als 1.500 Journalistinnen und Journalisten bilde ein „journalistisches Powerhouse“ für verlässliche Nachrichten, investigative Berichte und Reportagen in allen Genres – und dies über alle Plattformen Fernsehen, Audio, Magazine hinweg. Beispiele dafür seien hochwertige Wissensdokumentationen für Familien von Geo sowie das neue TV-Format Stern Investigativ.

Thomas Rabe, CEO der RTL Group, sagt: „Nach den geplanten Konsolidierungsschritten in Frankreich und den Niederlanden ist die Zusammenführung von RTL Deutschland und Gruner + Jahr der dritte Meilenstein im Jahr 2021 bei der Umsetzung unserer National-Champions-Strategie. Im wachsenden Wettbewerb mit den globalen Tech-Plattformen sind exklusive, lokale Inhalte der Schlüssel zum Erfolg – insbesondere, um das Wachstum unserer Streamingdienste weiter zu beschleunigen.“ Rabe verspricht darüber hinaus weiteres Wachstum und Investitionen in journalistische Inhalte: „Mit einem deutlichen Zuwachs an Größe, Ressourcen und Kreativität werden RTL Deutschland und G+J ihre Investitionen in jene Bereiche erhöhen, die den Unterschied machen: Premium-Inhalte und journalistische Exzellenz. Das erweiterte RTL Deutschland wird dem Publikum in Deutschland das breiteste Spektrum an hochwertiger Unterhaltung und unabhängiger Information bieten – gleichzeitig werden unsere Werbekunden von den modernsten adressierbaren Werbeformen profitieren.“

Die Transaktion wurde jeweils einstimmig vom Vorstand und Aufsichtsrat von Bertelsmann genehmigt und soll zum 1. Januar 2022 abgeschlossen werden. Das erweiterte RTL Deutschland hätte nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 2,63 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von 496 Millionen Euro erzielt. Die potenziellen Synergien der Zusammenführung werden auf rund 100 Millionen Euro pro Jahr geschätzt, die im Jahr 2025 vollständig realisiert werden sollen. Gruner + Jahr Deutschland wird auch in Zukunft seinen Sitz in Hamburg haben.


Wir haben die Kommentarfunktion wegen zu vieler Spam-Kommentare abgeschaltet. Sie können uns aber trotzdem Ihre Meinung zu diesem Artikel als Leserbrief direkt zusenden. Falls Sie wünschen, dass wir Ihren Leserbrief als Kommentar dem Artikel hinzufügen, vermerken Sie dies bitte in der Mail an uns.
leserbrief@pr-journal.de