Verbände Nach Mitte-Studie DJV fordert: Journalismus gehört in die Lehrpläne

Der Deutsche Journalisten-Verband fordert die Kultusministerinnen und -minister der Länder auf, Journalismus und Medien in den Lehrplänen der Schulen zu verankern.

Foto © Kenny Eliason / heyquilia / Unsplash

Der DJV reagiert damit auf die sogenannte Mitte-Studie, die unter anderem bei jungen Menschen doppelt so viele Befürworter rechtsextremistischer Positionen ausmachte wie in der Gesamtgesellschaft. Als Grund wurde die Dauerinfiltration mit rechten Parolen und Fake news in den sozialen Netzwerken genannt.

„Es ist deshalb unverzichtbar, dass die Medien- und Nachrichtenkompetenz der Jugendlichen gestärkt wird“, sagt DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. „Das geht nur über die Schulen.“ Die Fähigkeit, zwischen Desinformation und recherchierten Fakten zu unterscheiden, sei nicht angeboren, sondern müsse vermittelt werden. „Da kommt den Lehrkräften eine Schlüsselrolle zu.“

Lehrpläne anpassen

Der DJV-Vorsitzende erinnert in dem Zusammenhang daran, dass es durchaus schon erfolgreiche Projekte zur Stärkung der Medienkompetenz gebe. So führe die Jugendpresse Deutschland den Schülerzeitungswettbewerb der Länder durch. Und in manchen Schulen werde rund um den internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai das Thema Journalismus in den Fokus gerückt. Beuster: „Das ist lobenswert, aber zu wenig.“ Notwendig sei die Verstetigung in den Lehrplänen. „Der Preis, den die Gesellschaft für verfestigte rechtsextreme Einstellungen bezahlen muss, ist allemal höher als der zusätzliche Aufwand für modifizierte Lehrpläne an den Schulen.“

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