In welchem Maße nichtfinanzielle Faktoren in Unternehmen zur Wertschöpfung beitragen und wie diese sich im Einzelnen auf dem Unternehmensertrag auswirken, ist eine der drängenden Fragen in der Ergebnisdarstellung. Aktualität hat das Thema durch die EU-Richtlinie erfahren, wonach künftig über bestimmte nichtfinanzielle Faktoren regelmäßig zu berichten ist. Denn bisher ist es, trotz einiger vielversprechender Ansätze, nicht gelungen, einen einheitlichen berichtsgeeigneten Ansatz zu finden. Die in das HGB übernommene EU-Richtlinie 240/95/EU sagt lediglich aus, zu welchen Themen Aussagen zu treffen sind, lässt aber bezüglich der Darstellung als auch bezüglich der Begründung zahlreiche Wahlmöglichkeiten zu. Das macht es nicht allein dem Rechnungswesen schwer. Auch Controller, Betriebsprüfer und Investor Relations stehen alle vor demselben Dilemma.

Wieder sind es Unternehmen, welche die Initiative ergreifen und begonnen haben, ein standardisiertes Modell zu entwickeln, mit dem erstmalig ganzheitlichen die positiven und negativen Auswirkungen von Unternehmenstätigkeiten in die Berichterstattung integriert werden können. Zu diesem Zweck schlossen sich im Juni vorigen Jahres ursprünglich acht international tätige Unternehmen zur „Value Balancing Alliance e.V“ zusammen. Seither sind weitere Konzerne der Initiative beigetreten – sichtlich ein Zeichen für das große Interesse an einer Standardisierung. Derzeit wird die Value Balancing Alliance e.V. von folgenden Unternehmen getragen: BASF, Bosch, Deutsche Bank, Lafarge Holcim, Novartis International, Philip Morris International, SAP, Schäffler, SK Holdings, Porsche und Mitsubishi Chemicals Holding. Unterstützung erfährt die Value Balancing Allianz e.V. von den vier größten Professional Services Netzwerken – Deliotte, EY, KPMG, PwC –außerdem von der OECD.

Ziel der Value Balancing Allianz e.V. ist es, einen Standard zu erarbeiten, der den ökologischen, humanitären, gesellschaftlichen und finanziellen Beitrag von Unternehmen messbar macht und Regeln für die Berichterstattung festlegt. Die Alliance will die Ergebnisse ihrer Arbeit der Öffentlichkeit zugänglich machen, um möglichst weitere Unternehmen in das Projekt mit einzubinden. Der Standard soll ferner Leitlinien dafür bereitstellen, wie diese Auswirkungen in die Unternehmensteuerung integriert werden können. Langfristig ist daran gedacht, Bilanzierungsstandards mit Standardsetzern für die Rechnungslegung wie das International Accounting Board (IASB) zu vereinbaren. Die EU unterstützt die Value Balancing Alliance e.V. finanziell, um zusammen mit Partnern allgemein anerkannte Grundsätze der Rechnungslegung von Umweltauswirkungen von Unternehmen zu entwickeln.


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