pleil thomasThomas Pleil lehrt Public Relations an der Hochschule Darmstadt in den Studiengängen Online-Journalismus und Wissenschaftsjournalismus. Der Autor von zahlreichen Büchern und Artikeln ist Spezialist für Online-Kommunikation, Online-PR sowie die Entwicklung der Medienlandschaft. Nadja Amireh (Agentur get noticed! und Ressortleiterin Social Media des PR-Journals) hat ihn zu den aktuellen Veränderungen der Medienlandschaft sowie den Herausforderungen, die sich dadurch für Unternehmen ergeben, befragt.

Nadja Amireh: Fast täglich gibt es neue Social Media Netzwerke und das Mediennutzungsverhalten ändert sich gravierend. Sind die PR- und Marketingverantwortlichen darauf ausreichend vorbereitet?

Thomas Pleil: Nach meiner Beobachtung gibt es in vielen Unternehmen, Agenturen und NGOs Leute, die hervorragend mit den aktuellen Herausforderungen durch den Medienwandel und speziell die Online-Kommunikation umgehen. Gleichzeitig sehe ich bei vielen Organisationen einen großen Informationsbedarf und fehlende Erfahrung. Klar ist, dass die Ausbildung der Marketing- und Kommunikationsleute eine wichtige Rolle spielt: Wer schon seit einigen Jahren im Beruf ist, hat die Herausforderung, die Veränderungen zu antizipieren und sich gegebenenfalls weiterzubilden. Gleichzeitig haben Hochschulen und andere Anbieter von Ausbildungen ihre Lehrpläne darauf einzustellen. In beiden Fällen gilt aber, dass grundsätzliche Mechanismen der Kommunikation sich nicht verändern, nur weil es laufend neue Tools gibt.

Nadja Amireh: Eine Forderung, die immer im Zusammenhang mit Medienwandel, Social Media und Online-Kommunikation genannt wird, ist die nach Dialog und Authentizität. Diese Begriffe sind stark strapaziert. Wie authentisch und dialogbereit dürfen oder müssen Unternehmen im Netz sein?

Thomas Pleil: Ja, das stimmt, diese Begriffe sind strapaziert. Und ob sie die wichtigsten sind, ist noch eine andere Frage. Aber konkreter sehe ich dazu verschiedene Aspekte. Auf der einen Seite ändern sich grundsätzlich die Anforderungen an den Kommunikationsstil, und das betrifft nicht nur das Netz. In der Online-Kommunikation werden diese Veränderungen wahrscheinlich aber am schnellsten sichtbar, weil hier ein großer Teil des Dialogs zu diesen Fragen stattfindet. Generell denke ich, hat sich der Erwartungsrahmen an öffentliche Kommunikation in der Gesellschaft verändert. Das gilt für Werbebotschaften genauso wie für die politische Kommunikation. Und wenn zum Beispiel Verhalten und Kommunikation oder Versprechen und Produkt nicht zusammenpassen, wird dies schnell öffentlich thematisiert. Die Menschen sind nicht so dumm, wie die Kommunikationsbranche sich lange vorgelogen hat. Und sie können einfacher denn je Versprechen überprüfen. Hieraus ergeben sich Anforderungen an die Glaubwürdigkeit und an die Authentizität. Hinzu kommt, dass es Situationen gibt, in denen Stakeholder Antworten bzw. einen Dialog erwarten. Dies können sie heute natürlich im Internet viel einfacher einfordern. Geschieht dies aktiv, sind Unternehmen meist gut beraten, dialogfähig zu sein. Auf der anderen Seite muss natürlich nicht jede Kommunikationsmaßnahme auf Dialog ausgerichtet sein. Besonders wichtig ist aber, was nach dem Dialog kommt: Findet er nur um seiner selbst Willen statt, oder sind die Beteiligten im Extremfall bereit, auch etwas zu tun?

Nadja Amireh: Neben Plattformen wie Facebook, die das sozialen Netzwerk eines Nutzers abbilden, gibt es auch Dienste für bestimmte Interessen wie Pinterest. Wie schätzen Sie die Relevanz von relativ neuen Diensten wie Google+ und Pinterest ein?

Thomas Pleil: Natürlich wird alle paar Monate eine andere Plattform gehypt. Das muss man sich sehr nüchtern anschauen. Wichtig erscheint mir, dass Unternehmen solche Dienste verstehen und überlegen, inwieweit diese Relevanz für das Erreichen der individuellen Kommunkationsziele im Social Web haben können. Das setzt natürlich voraus, dass solche Ziele formuliert sind und ich unter anderem analysiere, mit wem ich mich dort überhaupt vernetzen kann. Eine solche Analyse kann ergeben, dass Pinterest für das eine Unternehmen ganz neue Möglichkeiten in der Kommunikation erschließt, für ein anderes aber ganz und gar nicht. Klar ist auch, dass Vorhersagen oft schwierig sind, denn wie sich ein Dienst tatsächlich entwickelt, ist schwer abzusehen. Aber in der Tendenz würde ich Pinterest derzeit eher in speziellen Nischen sehen.

Nadja Amireh: Wie verändert sich z. B. das TV durch Social Media? Beispiele: Zum Superbowl oder Tatort wird getwittert, andererseits zitieren Sendungen aus Facebook und Twitter.

Thomas Pleil: Ja. Ob es die Fernsehmacher wollen oder nicht: Die Kanäle rücken enger zusammen. Der Rückkanal, den TV selbst nicht bietet, wird zunehmend durch Twitter und vor allem Facebook hergestellt. Meist hat man den Eindruck, die Fernsehsender nehmen das kaum wahr, gelegentlich wird versucht, das Ganze durch Apps zu befördern oder sogar Diskussionen aus dem Web live im TV aufzugreifen.

Diese Entwicklung kann natürlich auch weitreichende Folgen für Kommunikationsabteilungen haben: Denn es wird ja nicht nur getwittert, wer gerade ein Tor geschossen hat oder was Frau Lindholm anhat, sondern auch Magazinsendungen oder Nachrichten werden so begleitet. Gerade hier experimentieren ja einige Fernsehsender damit, während oder nach der Sendung die Zuschauer mit Hilfe des Internets einzubinden. Wird dort z. B. über ein Unternehmen berichtet, kann blitzschnell online eine muntere Diskussion entstehen - und zwar zu Zeiten, in denen die PR-Abteilung meist gar nicht besetzt ist und mit einer Intensität, die erschreckend sein kann. Der WWF hatte vor einigen Monaten diese Erfahrung gemacht, aber auch versucht, live zu reagieren.

Nadja Amireh: Journalisten, die bloggen oder Blogger, die hochwertige Artikel mit journalistischem Anspruch schreiben - die Grenzen verschwimmen. Das schafft neue Herausforderungen beim Medienkonsum: Wie kann der Nutzer die Relevanz und Vertrauenswürdigkeit einer Meldung und ihres Absenders einschätzen?

Thomas Pleil: Die Lektüre eines Beitrags wird hierzu allein oft nicht ausreichen. Allerdings kann man mit einigen Mausklicks zum Beispiel ganz gut nachvollziehen, wer in einem Weblog mitdiskutiert, welche anderen Seiten das Blog verlinken und damit referenzieren oder wie etabliert das Blog bzw. sein Betreiber ist. Bei vielen (Fach-)Themen ist es üblich, dass die Autoren mit ihrem Namen auftreten und andere Online-Profile wie Xing oder Facebook verlinken. Ein anderes Indiz könnte sein, welche Qualität die verwendeten (und hoffentlich verlinkten) Quellen haben.

Sehr viel schwieriger ist es natürlich, wenn Autoren pseudonym auftreten, etwa, weil sie Repressalien fürchten. Dennoch gibt es hier mit einfachen Mitteln die Möglichkeiten, zumindest einen Eindruck des Netzwerkes zu bekommen, in dem sich ein Autor bewegt, beispielsweise, indem man schaut, wer eine Meldung weiter trägt. Allerdings: Gegen einen gut gemachten Fake ist man kaum gefeit - meist aber kommen diese trotzdem ans Licht.

Nadja Amireh: Wo sehen Sie die Medientrends der Zukunft? Geben Sie uns einen Ausblick?

Thomas Pleil: Ich denke, wir bekommen es im Alltag immer selbstverständlicher mit Medienanwendungen zu tun, die uns umhüllen und zum Beispiel auf uns reagieren, ein Stichwort: Ambient Intelligence. An unserer Hochschule haben zum Beispiel Studenten im letzten Semester einen Fahrstuhl konzipiert, in dem Musik und Beleuchtung sich automatisch an die Stimmung der Fahrgäste anpassen. Andere Erwartungen: Die digitalen Nachrichten- und Unterhaltungsangebote werden sich sicher noch stärker an die mobile Internetnutzung anpassen und es wird zwischen Plattformen und Kanälen noch mehr Verbindungen geben. Und natürlich werden wir die zunehmende Bandbreite nutzen, beispielsweise durch noch mehr Videos. Klar ist wohl auch, dass wir noch mehr Alltags- und Arbeitsprozesse im Netz abwickeln werden. Und die "alten Medien" werden vermutlich weiterhin an Nutzern bzw. Abonnenten verlieren, einige werden aber sich aber neu positionieren, so dass auch nach 2035 noch Druckerpressen laufen werden. Ob sie jeden Tag eine Zeitung ausspucken, muss man mal sehen.

Zum Blog Das Textdepot von Thomas Pleil, zur Vita von Thomas Pleil

 

 

 

 


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Media Report 2020 Deutschland: Verhältnis von Journalismus und PR könnte besser sein

Journalisten und Journalistinnen nennen Personalbestand und verfügbare Ressourcen als größte Herausforderung. Über die Hälfte sehen einen weiteren Vertrauensverlust der Öffentlichkeit gegenüber den Medien. KI und maschinelles Lernen sind die häufigsten genannten Technologien, die die journalistische Arbeitsweise zukünftig verändern wird. Außerdem halten sie das Verhältnis zu PR-Schaffenden für verbesserungsfähig. Das sind Schlaglichter aus dem neuen „State of the Media Report 2020 Deutschland“, der von Cision, einem global tätigen Media Intelligence-Unternehmen, jetzt veröffentlicht wurde. Die zugrundeliegende Befragung zur Situation der Medienlandschaft wurde weltweit mit insgesamt 3.253 Teilnehmern durchgeführt.

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PRSH e.V. einigt sich auf neuen Vorstand

Die PR Studierenden Hannover e.V. (PRSH e.v.) dürfen sich über einen neuen Vorstand freuen. Zur Neuaufstellung kam es, da die Mitglieder des alten Vorstandsteams ihr Studium in Niedersachsens Hauptstadt kürzlich beendet haben oder kurz vor ihrem Abschluss stehen. Die Jahreshauptversammlung, auf der die neuen Vorstandsmitglieder schließlich gewählt worden sind, fand dabei zum ersten Mal digital statt. 

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LinkedIn-Polit-Check: Schröder vor Kiesewetter und Spahn

Für Deutschlands Politiker gewinnt das Business Netzwerk LinkedIn immer mehr an Bedeutung: Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) vereint auf der Plattform inzwischen mehr als 25.000 Follower hinter sich, und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kann seine Followerzahl im September um fast 40 Prozent erhöhen. Das sind Kernergebnisse des aktuellen „LinkedIn-Polit-Check“ der Kommunikationsberatung cocodibu, die monatlich die Präsenz und Reichweite deutscher Politiker bei LinkedIn analysiert. Kriterien hierfür sind die Anzahl der Follower sowie das prozentuale beziehungsweise absolute Wachstum innerhalb des Untersuchungszeitraums vom 1. September bis 1. Oktober 2020.

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Autorinnenbeitrag: Geschichten finden, nicht erfinden!

Storytelling ist ein beliebtes und erfolgversprechendes PR-Instrument. Eine gute Geschichte kann unterhalten, informieren und motivieren. Beim Thema Energiewende gelten in Bezug auf Storytelling jedoch besondere Spielregeln. Wer glaubwürdig sein will, dessen Story muss auf Fakten – und nicht auf Fiktionen – basieren. Denn dass wir die Energiewende brauchen, ist Realität. Die gute Nachricht: Wenn die Fakten stimmig sind, schreiben sich die Geschichten fast von selbst.

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Rezensionen

Rezension: Über die einflussreiche Tradition der Mediennutzungs-Forschung

Uses and Gratifications Buchcover Denise SommerWarum nutzen wir Medien? Auf den ersten Blick – was für eine Frage? Die Antwort scheint glasklar. Um uns zu informieren. Das werden wir jedenfalls immer antworten, wenn wir beispielsweise von Markt- oder Meinungsforschern interviewt werden. Die Theorie der „sozialen Erwünschtheit“ wird die meisten von uns wohl zuerst zu dieser Antwort führen. Und was zählt noch? Unterhaltung, klar. Und weiter? Viele werden dann wohl auf Motive wie Orientierung kommen. Aber auch das Identifizieren von Gesprächsstoff oder eben die Möglichkeit des Austausches mit anderen.

Der Sprach-Optimist

Als Beamer im Home Office

Gibt’s derzeit einen Satz zum Thema Arbeit ohne das Wort „Home Office“? Und ist das ein Anglizismus oder schon ein „eingedeutschter“ Begriff so wie Service oder Airbag? Unserem Sprach-Optimisten Murtaza Akbar (Foto) tun Anglizismen jedenfalls gar nicht weh, in Maßen zumindest. Seinem Mitarbeiter James dagegen schon eher. Natürlich nur bei manchen Wörtern. Aber das geht soweit, dass der gute James als Engländer sogar eingedeutschte Anglizismen benutzt, damit die Menschen ihn hierzulande richtig verstehen. Unseren Sprach-Optimisten hat das so amüsiert, dass er James fast eine ganze Kolumne gewidmet hat – inklusive eingedeutschter Anglizismen.

Kommentare

Kommentar zum KK 2020: Mut zur Normalität entsprach dem Bedürfnis der Gäste

Der Kommunikationskongress 2020 ist abgeschlossen. Laut BdKom und der ausrichtenden Quadriga GmbH gab es an den beiden Kongresstagen rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort und bis zu 600 Gäste in der Spitze, die sich digital zugeschaltet hatten. Die vielleicht wichtigste Botschaft, die vom alljährlichen Klassentreffen der Kommunikationsbranche ausgegangen ist: endlich wieder eine Veranstaltung mit persönlichen Begegnungen und einem lebendigen Austausch Face to Face! Nachdem sich auch versierte Kommunikatorinnen und Kommunikatoren monatelang mit Chats, Conference-Calls oder Videokonferenzen zufrieden geben mussten, kam der Kongress wohl für sie zur rechten Zeit. Auch wenn ich selbst den Kongress in diesem Jahr „nur“ digital verfolgt habe, so war doch das Aufatmen, die Erleichterung und die Freude vieler Gäste vor Ort deutlich zu vernehmen.

Leserkommentare

Leserbrief zum Artikel: Gendergerechte Sprache wird in DAX-Unternehmensberichten zurückgedreht

Wuehle Eberhard privatDer Umgang in der PR-Branche mit gendergerechter Sprache ist uneinheitlich. Den jüngsten Beleg lieferte „PR-Journal“-Autor Manfred Piwinger in einem Beitrag vom 16. Oktober 2020. Während sich immer mehr Institutionen um einen gendergerechten Sprachgebrauch bemühten, gebe es in der Finanzberichterstattung der DAX-Unternehmen einen gegenläufigen Trend, hatte Piwinger festgestellt. Er hatte sich die Geschäftsberichte des Jahres 2019 angesehen und kam zu dem überraschenden Ergebnis: „Im Vergleich zu den Vorjahren ist tendenziell eine Abkehr von Doppelbenennungen erkennbar.“ Dazu verfasste Eberhard Wühle (Foto), u. a. langjähriger PR-Chef bei Wolff Walsrode und Dow Chemical sowie DPRG- und DJV-Mitglied zu einem Leserbrief. Seine Meinung: „Die ‚Krankheit‘ der mangelnden Umsetzung der Gleichstellung lässt sich damit (mit einer gendergerechten Sprache; Anmerkung der Redaktion) nicht kurieren, weil sie etliche andere, einflussreichere Ursachen hat.“

Studien

Trendmonitor 2020: Auf diese digitalen Tools setzt die Kommunikationsbranche

Faktenkontor News aktuell LogosOb Trello, Skype, der Newsroom oder SEO-Programme: Digitale Tools sind aus den Büros von Kommunikatoren nicht mehr wegzudenken. 94 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Pressestellen und PR-Agenturen geben an, dass digitale Technologien wichtig für ihre tägliche Arbeit sind. Besonders hoch im Kurs stehen Collaboration-Anwendungen sowie digitale Mess- und Analyseinstrumente. Das zeigt der PR-Trendmonitor 2020 von Faktenkontor und news aktuell, beide Hamburg. Mehr als 500 Fach- und Führungskräfte aus deutschen Pressestellen und PR-Agenturen wurden in der Umfrage zu dem Stand und den Auswirkungen der Digitalisierung befragt.

Aus- und Weiterbildung

Intensivtraining Produktive Kundenbeziehungen neu bei der dapr

Video blogging, freelancing, e-commerce, people and modern technologies concept. Attractive successful young female fashion blogger recording make up tutorial from home, sitting in front of cameraMit dem neuen Intensivtraining Produktive Kundenbeziehungen erweitert die Deutsche Akademie für Public Relations (dapr), Düsseldorf, ihr Portfolio im Bereich dapr.bildung. Kommunikationsberaterinnen, PR-Berater sowie Gründer und Geschäftsführerinnen von Agenturen und KMUs trainieren in der Weiterbildung, wie sie souverän und vertrauensvoll mit ihren Kunden umgehen und nachhaltige Beziehungen etablieren. Das viertägige Intensivtraining startet erstmals am 29. März 2021. Die Anmeldung zu diesem und weiteren Terminen ist ab sofort möglich.

Seminarkalender

Seminarkalender 2020/21

Seminare, Tagungen, Workshops und Webinare. Der „PR-Journal“-Seminarkalender 2020/21 gibt Ausblick auf relevante Fort- und Weiterbildungsangebote der kommenden Monate. Unsere kompakte Auflistung für Kommunikationsfachleute in Agenturen, Unternehmen und Verbänden erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Insbesondere im Zuge der Corona-Krise stehen Termine mitunter zur Dispostion. Eine vorherige Rücksprache mit den Seminarveranstaltern ist für Interessenten dringend ratsam. 

Korrekturen, Ergänzungsvorschläge oder die Ankündigung neuer (digitaler) Seminare sind jederzeit willkommen an: slomian@pr-journal.de. Hinweis: Event-Einträge in unseren Kalender sind generell kostenfrei - für eine direkte Verlinkung zur Seminar-Anmeldung wird eine einmalige Gebühr von 50 Euro/Link fällig. 

OKTOBER

Webinar: Videobearbeitung via App
MW Media Workshop GmbH
21. Oktober 2020
450,00 Euro zzgl. MwSt.
Zur Anmeldung geht es unter diesem Link.

Webinar: Themenentwicklung mit dem Matrix-Model
MW Media Workshop GmbH
22. Oktober 2020
450,00 Euro zzgl. MwSt.
Zur Anmeldung geht es unter diesem Link.

Digitales Storytelling
Deutsche Presseakademie
22. bis 23. Oktober, Frankfurt am Main
1390,00 Euro zzgl. MwSt.

Preise und Awards

„PR Report“-Awards 2020: Gewinner im Bereich Marken und Produkte

Die virtuelle Präsentation der diesjährigen Gewinner der „PR Report“-Awards geht weiter. Am zweiten Tag wurden in fünf Kurzvideos auf Twitter die Preisträger in den fünf Kategorien im Bereich Marken und Produkte vorgestellt. Die Jury-Mitglieder Anette Siragusano, comdirect bank, Maximilian Van Poele, Agentur hypr, Christof Biggeleben, Ressourcenmangel, und Rüdiger Maeßen, Uniplan, präsentierten aus den Shortlist-Platzierten die fünf Gewinner. Dabei lief es für das Klinikum Dortmund besonders gut. Nach dem ersten Award gestern im Bereich Corporate in der Kategorie Reputation und Marke gab es heute bereits den zweiten in der Kategorie Healthcare.

Tipps & Lesehinweise

Techniktipp: Neues Dateitransfer-Programm für digitales Arbeiten und Home-Office

Welche Agenturmitarbeiterin oder welcher Grafiker kennt das Problem nicht? Große Datenmengen müssen nicht selten mit Hochdruck zur Weiterbearbeitung an Druckereien oder sonstige Produktionspartner geschickt werden. Gerade im Home-Office ist das je nach Datentarif ein langwieriges Unterfangen. Abhilfe verspricht hier die Appjigger GmbH aus Frankfurt am Main. Sie präsentiert mit conbrio ein Dateitransfer-Programm, das die Lösung für die Herausforderungen des digitalen Arbeitens für Unternehmen sein soll. Daten versenden sowie zeitgleich mit dem Download zu beginnen und dabei absolut DSGVO-konform zu sein.

Whitepaper

Neues Whitepaper von Cision: „Krisenkommunikation am Beispiel Corona“

Der Media Intelligence-Dienstleister Cision hat ein neues Whitepaper veröffentlicht, in dem sich die Datenexperten damit auseinandersetzen, wie Data Science die Analyse von Berichterstattung die Krisenkommunikation unterstützen kann. Cision will mit dem Whitepaper dafür sensibilisieren, wie wichtig Daten für die Krisenkommunikation sind. Wer nicht weiß, was wirklich passiert ist und wie Ereignisse von anderen Personen eingeordnet werden, kann seine Kommunikation nur schwer ausloten. Das Whitepaper „Krisenkommunikation am Beispiel Corona“ steht via Cision-Website zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Termine

dapr-Online-Talk mit Oliver Schumacher, Philipp Schindera und Barbara Schädler

Die Kommunikationsverantwortlichen der Deutschen Bahn AG, der Deutschen Telekom AG und der F. Hoffmann-La Roche AG sind die Gäste des Online-Talk-Formats „Ask me anything“ der Deutschen Akademie für Public Relations (dapr) im Herbst/Winter 2020. Oliver Schumacher, Leiter Kommunikation und Marketing der Deutschen Bahn AG, stellt sich am 26. Oktober 2020 den Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie den Thesen von dapr-Geschäftsführer Nils Hille unter dem Motto “Finte oder Fakt?”. Philipp Schindera, Leiter Unternehmenskommunikation der Deutschen Telekom AG, beantwortet am 23. November 2020 alles, was Kommunikatoren und Kommunikatiorinnen Berufliches von ihm erfahren möchten. Und am 14. Dezember 2020 diskutieren die Teilnehmer mit Barbara Schädler, Leiterin Group Communications Roche, zum Thema „Globale Kommunikation eines Gesundheitsunternehmens in Pandemie-Zeiten“.

STAMM Medien-News

Stamm Medien-Newsletter September 2020

Der Stamm-Verlag in Essen dokumentiert seit 1947 als einziger deutscher Verlag komplett alle Medien (derzeit zirka 24.000) in Deutschland (Print / Zeitungen + Zeitschriften, Rundfunk / Radio + Fernsehen, Online (seit 2003)). Im September 2020 wurden 2.504 Medien aktualisiert, im letzten Quartal waren es insgesamt 10.604 Medien. Der monatliche „Stamm Medien-Newsletter“ informiert über aktuelle Änderungen in der deutschsprachigen Medienlandschaft (Deutschland, Österreich, Schweiz). Mit freundlicher Genehmigung folgen hier einige Meldungen:

Unternehmens-PR im Dialog

Mut haben, Dinge anders zu machen: Das macht news aktuell in Hamburg aus

Als Geschäftsführerin Edith Stier-Thompson bei news aktuell anfing, sagte ein Journalist der Fachpresse zu ihr: „Wenn man an news aktuell denkt, kommt 'die alte Tante' ots in den Kopf.” Dass diese Aussage etwas getriggert hat und sich news aktuell seither verschrieben hat, sich stets neu zu erfinden, verraten Stier-Thompson und Janina von Jhering, Leiterin der Unternehmenskommunikation, im Interview mit Marie Kück und Debora von der Osten-Sacken vom PRSH, den Public Relations Studierenden aus Hannover. 

Agenturen im Dialog

Hill+Knowlton Strategies setzt auf Nachwuchs und Diversität

Eine Agentur, viele Talente. Ein Grundsatz, mit dem sich die internationale Netzwerkagentur Hill+Knowlton Strategies identifiziert. Gerade Frauen und junge Berufseinsteiger und Berufseinsteigerinnen sind die Talente, die bei der zukunftsorientierten Agentur im Fokus stehen. Wichtig ist Hill+Knowlton auch die internationale Arbeit, denn Talente gibt es überall auf der Welt.

Im Interview mit der studentischen Initiative kommoguntia e.V. beantworten Catherine Dächert-Tessier, CFO von Hill+Knowlton Strategies in Deutschland, Miriam Holbe, Managing Director & Head of Marketing Communications, sowie Anja Klein, Associate Director & Deputy Head of Technology die Fragen der jungen Studentinnen Pilar Zaschke und Michelle Huppertz. Besprochen werden dabei die Themen Berufseinstieg, internationale Ausrichtung als auch Diversität, insbesondere im Bereich Chancengleichheit von Männern und Frauen.

GPRA im Dialog

Straub & Straub: Zwischen PR und Journalismus

Bei der Hamburger Kommunikationsagentur Straub & Straub hat sich in letzter Zeit einiges geändert. Die Agentur konnte neue Großkunden gewinnen, die beiden Geschäftsführer Tina und Rüdiger Straub haben im Sommer 2018 Jahr geheiratet und zuletzt ist der Hamburger Hauptstandort vor erst einem Monat umgezogen. In den neuen Büroräumen haben Marie Fuhr und Laura Möller von campus relations der Agentur einen Besuch abgestattet.

Internes - aus der Redaktion

Zum 700. PRJ-Newsletter I: Professionelle PR ist Grundlage guter Kommunikation

Am 30. November 2004 erschien der erste Redaktions-Newsletter des „PR-Journals“ – online versandt an 16.138 Empfänger. Am 16. Juni 2020 erscheint die 700. NL-Ausgabe für rund 9.000 Abonnenten – bei einer Öffnungsquote von 24,3 Prozent macht das knapp 2.200 Leserinnen und Leser je Ausgabe. Und wenn wir die Sonder-Newsletter und die Job-Newsletter der letzten vier Jahre dazuzählen, kommen wir insgesamt auf zirka 1.000 „PR-Journal“-Newsletter. Diese Zahlen sind für uns Anlass, innezuhalten und auch nach vorne zu blicken. Gerade in den aktuell schwierigen Zeiten. Die 9.000 Empfängerinnen und Empfänger aus der PR- und Kommunikationsbranche erwarten seit 16 Jahren immer dienstags um 7:00 Uhr die Ergebnisse unserer wöchentlichen Redaktionsarbeit. Inzwischen wirken acht feste und freie Redaktionsmitarbeiter sowie zahlreiche Autoren und Kommentatoren an der inhaltlichen Aufbereitung mit.