GPRA im Dialog Portrait Communication Consultants: „Kannst du vom Deutschen ins Deutsche übersetzen?“

Nach einem erfolgreichen Studienabschluss stehen viele PR-Interessierte vor der Frage: Wie steige ich am besten in die Berufswelt ein? Agentur oder Unternehmen? Zwei Vertreterinnen der PR-Studierenden-Initiative PRIHO e.V. aus Stuttgart-Hohenheim sprechen mit der größten PR-Agentur Baden-Württembergs: Communication Consultants (CC). Die Agentur setzt sich mit technisch komplexen Themen im B2B-Umfeld auseinander. Die rund 60 Mitarbeiter betreuen vor allem Kunden aus technisch geprägten Zukunftsbranchen wie Bosch, Siemens, Trumpf, Zeiss oder die EnBW. Mit einem PR-Honorarumsatz von 5,43 Millionen Euro ist Communication Consultants im Pfeffer-Ranking 2022 deutschlandweit inzwischen auf Platz 34 (2021: Platz 41) gelandet. Geschäftsführerin und Mitinhaberin Christine Fröhler sowie Junior Consultant und ehemalige Trainee bei CC, Laura Jobmann, gewähren Emilia Schulte und Lisa Schiele einen spannenden Einblick in den Agenturalltag und erklären, wie ein Berufseinstieg für junge PR-Interessierte bei ihnen aussieht.

Christine Fröhler (l.) und Laura Jobmann (r.) im Gespräch mit Emilia Schulte (2.v.l.) und Lisa Schiele. (Foto: CC)

PRIHO: „Reindenken. Rausfinden. Mehr draus machen.“ – Ihr Agenturmotto ist überall präsent. Was steckt dahinter?
Christine Fröhler: CC ist spezialisiert auf B2B-Kommunikation im Technik- und Industrieumfeld. Wir kommunizieren meist erklärungsbedürftige Leistungen unserer Kunden. In die jeweiligen Themen und Branchen müssen wir uns intensiv reindenken. Den Input unserer Ansprechpartner, meist Ingenieure, nehmen wir auf und übersetzen die Informationen sozusagen vom Deutschen ins Deutsche. Wir entwickeln die Storyline und verdichten sie zu einem Wert- und Nutzenversprechen. Das ist das „Rausfinden“. „Mehr draus machen“ ist dann das i-Tüpfelchen – beispielsweise die Auszeichnung des jeweiligen Projekts mit einem renommierten Branchenaward.

PRIHO: Frau Fröhler, Sie sind Managing Partner von CC, der größten PR-Agentur Baden-Württembergs. Wie sind die Hierarchien in Ihrer Agentur und wie kann man sich die Aufgabenverteilung vorstellen?
Fröhler: Grundsätzlich arbeiten wir in agilen Kundenteams. Von einer Hierarchie würde ich daher nicht sprechen, denn entscheidend ist, dass wir optimale Teams für unsere Kunden zusammenstellen. Aber es gibt eine interne Querschnittsstruktur: unsere Units. In den Units sind Experten zu den jeweiligen Kommunikationsdisziplinen zuhause: Spezialisten für Strategie, crossmedialen Content, Filmprofis, Mediengestalter, Programmierer, Online- und Social-Media-Experten. Sie alle eint: sie sind Communication Consultants, also Kommunikationsberater in ihrer Disziplin.

„Unser Beruf ist ein People Business“

PRIHO: Gibt es bei CC die Möglichkeit, remote zu arbeiten?
Laura Jobmann: Wir haben eine 60/40-Regelung. Die meisten sind zwei Tage die Woche im Homeoffice, andere kommen jeden Tag ins Büro. Das ist recht individuell gestaltbar. Aber komplett remote zu arbeiten ist bei CC eher schwierig, weil unser Beruf ein People Business ist. Unsere Kunden und auch wir schätzen den persönlichen Austausch sehr – das kann kein Teams-Meeting ersetzen. Das menschliche Miteinander ist uns bei CC sehr wichtig. Durch den kollegialen Austausch entstehen am Ende gute und kreative Projekte.

PRIHO: Das flexible Arbeiten widerspricht den gängigen Agentur-Vorurteilen einer schlechten Work-Life-Balance.
Fröhler: Ja, definitiv. Die Unternehmensgründer von CC, Markus Engel und Hubert Heinz, haben den Mitarbeitern schon immer eine gesunde Arbeitskultur vorgelebt, nach dem Motto: Es gibt mehr als Arbeit. Wir arbeiten gerne, weil uns der Kommunikationsberuf Spaß macht. Klar, wir sind leistungsorientiert, aber es gibt eben auch ein Leben außerhalb der Arbeit. Und das leben wir auch so, weshalb viele Mitarbeiter auch nach ihrem Traineeship bei CC bleiben oder bereits seit 20 Jahren oder mehr bei uns sind. Bei mir werden es dieses Jahr 23 Jahre CC, ich bin im Jahr 2000 als Praktikantin gestartet.

Flexibilität und Spontanität

PRIHO: PR-Arbeit findet nicht nur in Agenturen statt, sondern auch in Unternehmen. Wo sehen Sie die Unterschiede und was sind die Vorteile eines Jobs in einer Agentur?
Jobmann: In einem Unternehmen beschäftigt man sich meist mit gleichen Themen und bewegt sich in einem recht konstanten Umfeld. Agenturen bieten eine Vielfalt an Themen aufgrund der verschiedenen Kunden und Projekte. Bei CC gefällt mir außerdem die Flexibilität und Spontanität: Jeder Tag bietet etwas Neues, Unvorhersehbares und das macht die Arbeit abwechslungsreich und spannend. Als externe Berater und Beraterinnen haben wir zudem eine andere Rolle inne als ein Pressereferent in einem Unternehmen. Wir schauen mit einem neutralen, kritischen Blick von außen auf die Anliegen des Kunden. Dieser Outside-In-Blick ist für viele Unternehmen sehr wertvoll.

PRIHO: Kann man auch bei Ihnen starten, wenn man einen Studiengang ohne technische Inhalte absolviert hat?
Jobmann: Es ist meistens der Normalzustand, dass man zu unseren Themen noch über kein Wissen verfügt. Das eignet man sich in der Praxis und mit der Erfahrung an, ebenso wie die Rolle als Kundenberater. Was man studiert hat, ob Bachelor oder Master, das ist für uns nicht so relevant. Wer gut schreiben kann und Kommunikation drauf hat, der kann hier einsteigen und erfolgreich mitarbeiten. Völlig unabhängig vom Studiengang.

PRIHO: Wie läuft das Traineeship ab und wie geht es danach weiter?
Fröhler: Das Traineeship dauert 18 Monate, bei guter Leistung ist eine Verkürzung möglich. Danach arbeiten unsere Trainees als Junior Consultant, dann als Consultant und schließlich Senior Consultant. Langfristig wächst man bei uns zu einer ausgereiften Beraterpersönlichkeit heran. Zu Beginn ist man erfahrungsgemäß noch stark beschäftigt mit den Inhalten, dem Reindenken und Rausfinden. Nach ein paar Jahren hat man dann mehr Routine in den Inhalten und kann sich souveräner auf die Kundenbeziehung einlassen, weil man sich bereits ein großes Vertrauen erarbeitet hat.

Teilnahme am Junior Award der DPRG ist Pflicht

PRIHO: Gibt es im Traineeship eine besondere Herausforderung?
Jobmann: Ein Pflichtbestandteil des Traineeships ist die Teilnahme am Junior Award der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG). Trainees erarbeiten eine eigene Kampagne zu einem vorgegebenen Thema und müssen das Konzept vor einer Jury verteidigen. Es ist eine Herausforderung, die man neben seinen normalen Aufgaben in der Agentur bewältigen muss, aber eine unglaublich wertvolle Erfahrung.

PRIHO: Was bietet CC seinen Mitarbeitern abseits des Arbeitsalltags?
Fröhler: Wir frühstücken regelmäßig zusammen und treffen uns hin und wieder in Stuttgarter Kneipen zum CC-Stammtisch. Im Sommer grillen wir gerne zusammen im Hof. Zudem haben unsere Kollegen ein kleines Indoor-Sportstudio aufgebaut, wo sich jeder nach Lust und Laune austoben kann. Uns kommt zugute, dass wir im Industriegebiet sind und daher relativ viel Platz für Aktivitäten abseits des Schreibtisches haben.

Sponsored Content: Für die Arbeit der Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen in Deutschland (GPRA) sind Nachwuchsförderung und der kontinuierliche Dialog mit Studierenden zur Aufklärung über Karrierewege und das Arbeiten in Agenturen wichtige Ziele. Daher wird in Kooperation mit dem „PR-Journal“ die Serie der Agenturportraits 2023 mit den neuen Mitgliedsagenturen der GPRA fortgesetzt. Die Interviews werden von Studentinnen und Studenten aus dem Fachbereich der Kommunikation und Public Relations geführt. Die Redaktion stellt die Plattform für den Austausch der PR-Nachwuchsinitiativen mit der GPRA. In der aktuellen Folge führten Emilia Schulte und Lisa Schiele, beide PR-Studentinnen an der Universität Stuttgart-Hohenheim, das Interview.

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