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Kerlikowskys Kommentar über... Abzocke der Steuerzahler durch die Autoindustrie

kerlikowsky1Guten Tag! Der deutschen Autoindustrie geht es gegenwärtig glänzend. BMW spricht von Rekordgewinnen und Daimler, VW mit Audi und Porsche und Ford verkünden stolz ihre Absatzerfolge. Selbst Opel muss nicht mehr um die Existenz bangen. Einen großen Teil der wirtschaftlichen Stärke verdanken die deutschen Autokonzerne dem Steuerzahler; denn in der Absatzkrise hat der Staat, also der Steuerzahler, mit fünf Milliarden Euro Abwrackprämie den Absatz neuer Autos subventioniert. Der Betrag ist nicht völlig bei den deutschen Herstellern und ihren Händlern gelandet. Ein gehöriger Teil floß an ausländische Hersteller und ihre Vertriebspartner, weil sie attraktivere Kleinwagen anbieten konnten.

Bei den Elektroautos fahren die deutschen Hersteller auch wieder hinterher. Nissan und Renault sind entschieden weiter bei der Herstellung und beim praktischen Einsatz als die deutschen Hersteller. Zweifellos haben Nissan und Renault vom französischen Staat Finanzhilfen erhalten; doch die gab es, wenn auch im kleineren Maßstab, auch in Deutschland.

Wozu gibt es Steuerzahler, sagen sich die Autohersteller und die treibenden Umwelt-Protagonisten. Das Sprachrohr der Autoindustrie ist der frühere Bundestagsabgeordnete und jetzige Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA) Mathias Wissmann. Er verlangt, dass der Steuerzahler etliche Milliarden Euro Zuschüsse für die Entwicklung von Elektroautos aufbringt. Gestützt wird er in der Forderung von der neu geschaffenen Nationalen Plattform Elektromobilität, die Entwicklungen der verschiedensten Komponenten koordinieren und Geld beschaffen soll. In ihrem neuesten Papier für die Bundesregierung hält sie 4,2 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung in den Jahren 2012 bis 2014 für notwendig.

Die Hälfte soll der Steuerzahler aufbringen. Damit sind die Lobbyisten des Verbandes wie der Autoindustrie natürlich nicht zufrieden. Clever spielen sie die Kosten für die Steuerzahler herunter, indem sie Entwicklungszuschüsse für Batterien und sonstige technische Entwicklungen, für die Einrichtung von Ladestationen, Subventionen für die Käufer von Elektroautos wie auch Steuererleichterungen für die Fahrzeugbesitzer und den Kauf der Autos durch staatliche Stellen verlangen.

Dabei ist es bis höchst fraglich, ob Elektroautos sinnvoll sind. Nach einer jetzt veröffentlichten Studie der EBS Business School glauben die befragten Mitarbeiter von Autoherstellern, Zulieferern und Universitäten, dass mit Elektroautos auch in 20 Jahren kein Durchbruch zu erzielen ist. Die Fachleute wissen eben, dass es noch Jahre oder Jahrzehnte dauern wird, ehe neuartige Batterien ausreichende Speicherkapazitäten haben und leichter sind. Völlig im Dunkeln ist, wer ein teures Netz von Ladestationen finanzieren kann, ob es genügend Strom zum Laden der Batterien gibt und wo der Platz für die zu ladenden Autos herkommen soll.

Ehe Elektroautos serienreif und bezahlbar sind, dürften die Benzin- und Dieselmotoren so weiterentwickelt sein, dass sie wenig Sprit verbrauchen und umweltfreundlich sind. Doch wen interessieren Fakten, wenn es um Klima und Energie geht.

Ihr

Dr. Horst Kerlikowsky
Berlin, den 12. Mai 2011

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