GWA LogoGWA Agenturen erzielten im letzten Jahr durchschnittlich 6,5 Prozent mehr Umsatz als noch 2014. Dieses Ergebnis übertraf die im Herbstmonitor prognostizierten Umsatzzuwächse für 2015. Für 2016 sind die Aussichten der Kommunikationsagenturen aber deutlich gebremster. Das sind Ergebnisse des aktuellen Frühjahrsmonitors, den der Gesamtverband der Kommunikationsagenturen GWA heute vorgestellt hat.

Im Vergleich zu den Vorjahren, stellt der aktuelle Frühjahrsmonitor eine gekürzte Variante der bisherigen Erhebungen dar. Um die Einstiegsschwelle für die Agenturen zu senken, konzentrierte sich der Monitor diesmal rein auf die Umsatzabfrage. Detailliertere Informationen zu Rendite, erwartete Umsatzquote und inhaltliche Fragestellungen werden wieder im Herbstmonitor 2016 veröffentlicht.

Unterschied groß zu klein

Die Höhe des Umsatzwachstums hängt unter anderem von der Größe der Agentur und von dem Kundenportfolio ab. So konnten vor allem die größeren Agenturen die beschriebenen Umsatzsteigerungen realisieren, bei kleineren Agenturen fielen diese deutlich geringer aus. Der Trend bei den kleineren Agenturen gebe Anlass zur Sorge, so Wolf Ingomar Faecks, Präsident des GWA. Offenbar profitieren diese Agenturen nicht vom allgemeinen Branchenwachstum. Als mögliche Gründe nannte Faecks, dass möglicherweise im Agenturbereich die Aufstellung als Nischenanbieter nicht mehr so gut funktioniere, wie in den vergangenen Jahren, da große Agenturen diese Bereiche in eigenen Abteilungen besser abdecken würden. Hinzu komme der Trend zur Globalisierung, die von kleineren Agenturen ebenfalls möglicherweise nicht so gut antizipiert werden könne.

Auch mit Blick auf die Kundenbranchen unterscheiden sich die Ergebnisse. Die größten Umsatzzuwächse erzielten Agenturen mit Kunden aus dem Automobilbereich in Höhe von durchschnittlich 7,2 Prozent, während beispielsweise im Nahrungs- und Genussmittelsektor das Umsatzplus im Vergleich dazu bei 4,72 Prozent lag. Hier sind im Vergleich eher kleinere und mittlere Agenturen vertreten, was den beschriebenen Gesamttrend noch etwas untermauert.

Trübere Aussichten für 2016

Deutlich verhaltener sind die Prognosen der GWA Agenturen für 2016, die sie im Vergleich zur letzten Erhebung im Herbst 2015 noch einmal spürbar nach unten korrigierten. Der Anteil der Agenturen, der 2016 von einer Umsatzsteigerung ausgeht, fiel von 84 Prozent auf lediglich 62 Prozent. 16 Prozent der Agenturen rechnen sogar mit einem Umsatzrückgang.

Leichte Verschiebung bei erfolgsabhängigen Komponenten

Untersucht wurde zudem, wie sich erfolgsabhängige Vertragskomponenten entwickelt haben. Der Anteil der Agenturen, die keine Erfolgsprämie mit ihren Kunden vereinbart haben, sank von 59 Prozent 2014 auf 56 Prozent 2015. Auffällig hierbei waren Meldungen von Agenturen, bei denen der Anteil erfolgsabhängiger Komponenten deutlich angestiegen sind, wenn diese bereits vorher Bestandteil der Kundenverträge waren.

Gesamt betrachtet handelt es sich hierbei aber nicht um einen Trend, sondern eher um eine leichte Verschiebung, betonte GWA Präsident Faecks.

Vergleich zu Europa

Zum ersten Mal wurde der Frühjahrsmonitor um den europäischen Geschäftsklimaindex für die Werbebranche ergänzt. Datengrundlage hierfür ist der Business Confidence Index (BCI), der auf einer monatlichen Erhebung bei etwa 135.000 Unternehmen in der EU basiert.

Für die deutsche Werbebranche zeigt sich hier seit Jahresanfang 2016 ein rückläufiger Optimismus. Grundsätzlich zeigen die Daten der EU Kommission, dass deutsche Agenturen die Geschäftsentwicklung positiver einschätzen als ihre europäischen Kollegen. Doch während sich der gesamteuropäische Werbemarkt mit Blick auf Geschäftsentwicklung, Nachfrage und Arbeitsmarkt seit Jahresanfang 2015 erholt, nimmt der Optimismus in der deutschen Werbebranche in den letzten vier Monaten deutlich ab, wodurch sich die beiden Werte sehr stark annähern. Ähnliche Trends liegen auch für Geschäfts- und Nachfrageentwicklung der Werbebranche im Vergleich Deutschland zu Europa vor.

Blick auf wichtige Branchen

Bei Automobilbranche und im Handel zeichnet der europäische Geschäftsklimaindex ein düsteres Bild. Die deutsche Automobilbranche beobachtete zuletzt eine sinkende Produktion und sieht auch für die kommenden Monate keine Besserung. Auch die Stimmung im Einzelhandel trübt sich seit Herbst in Europa und besonders in Deutschland stark ein. Im Vergleich dazu hellt sich die Stimmung im Bereich Pharma nach einem rückläufigen Trend im Sommer letzten Jahres wieder leicht auf.

Die Ergebnisse des GWA Frühjahrmonitors 2016 finden Sie unter:

http://www.gwa.de/Insights/StudienundRankings/GWAMonitore

Autor: Marcus Eichhorn ist Korrespondent Frankfurt/Rhein-Main des PR-Journals und Mitinhaber der Agentur BetterRelations.

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